Lüneburg. Der VfB Oldenburg bleibt auch im sechsten Spiel unter Marco Elia und Cumhur Demir ungeschlagen. Allerdings mussten sich die Blauen bei Lüneburger SK Hansa mit einem 1:1 bescheiden. Vor 598 Zuschauern erzielte Gazi Siala den Treffer für die Gäste, die eine knappe Stunde lang in Überzahl agierten, den Sieg aber nicht erzwingen konnten.

Wir schon in den Vorwochen hatte Marco Elia auch diesmal einige Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche vorgenommen. So rückte etwa Jan Patrick Kadiata an Stelle von Ibrahim Temin ebenso in die Anfangself, wie Maik Lukowicz, der für Kifuta Kiala Makangu spielte. Beide rechtfertigten ihre Berufung vor allem vor der Pause mit einer starken Leistung.

Das Spiel auf den „Sülzwiesen“ war noch keine sechzig Sekunden alt, da hatte „Kaddi“ die Führung bereits auf dem Fuß. Nach einem langen Ball war er deutlich schneller als sein Gegenspieler, stürmte mit Tempo in den Strafraum, verfehlte das Tor allerdings knapp. Ein Auftakt, ganz nach dem Geschmack der gut 150 mitgereisten Oldenburger Anhänger, deren gute Laune allerdings einen schnellen Dämpfer erfahren sollte.

Nach einer Ecke konnte die Oldenburger Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern und Eliezer Correira Ca traf trocken zum 1:0 für die Lüneburger. Ausgerechnet, denn der Torschütze war eigentlich gar nicht für die Startformation vorgesehen gewesen, kam aber unmittelbar vor dem Anpfiff in die erste Elf, weil sich Michael Ambrosius verletzt hatte und nicht mitwirken konnte. Der Führungstreffer zeigte kurzzeitig durchaus Wirkung. Der VfB benötigte einige Minuten, um ins Spiel zu kommen. „Nehmt endlich die Zweikämpfe an, ihr zieht nicht durch“, haderte Marco Elia lautstark mit dem Tun seiner Schützlinge, die nach einer guten Viertelstunde dann jedoch stärker wurden.

Die Oldenburger Taktik wurde dann auch immer deutlicher. Mit viel Tempo wurde immer wieder der Weg über die Außenbahnen gesucht. Mal wurden die Angriffe über Jan Patrick Kadiata auf der linken Seite vorgetragen, dann wurde der Weg über die rechte Seite und Pascal Richter gesucht. Erste Chancen waren die logische Folge dieses konstruktiven Spiels. Zum möglichen Ausgleich fehlten jedoch einige Zentimeter. Nach einer ganz feinen Kombination über Gazi Siala und „Palle“ Richter kam Maik Lukowizc zum Schuss, zielte aber knapp daneben (20. Minute).

Zehn Minuten später gab es für Lukowicz erneut kein Halten mehr. Nach einem langen Ball war er erneut zu schnell für Mohamed-Ali El-Ahmar, der sich nur noch mit einem Foulspiel zu helfen wusste. Schiedsrichter Mario Birnstiel entschied sofort auf Elfmeter für den VfB und zeigte dem Lüneburger für dessen Foulspiel die rote Karte. Während die VfB-Fans noch rätselten, wer denn wohl zum Punkt gehen würde, suchte der Schiedsrichter Kontakt zu seinem Assistenten. Mit Folgen, denn der Tatort wurde aus dem Strafraum heraus verlegt. Statt eines Elfmeters gab es nur einen Freistoß für die Blauen. Süleyman Celikyurt schnappte sich die Kugel und zirkelte sie gekonnt aufs Tor, doch der starke Ole Springer tauchte ab und fischte den Ball aus dem Eck. Mit dieser Glanztat hatten offenbar auch seine Mitspieler nicht gerechnet, denn den abprallenden Ball versenkte der gedankenschnellere Gazi Siala zum längst verdienten Ausgleich.

LSK-Trainer Rainer Zobel reagierte sofort und brachte für Utku Sen mit Rami Ghandour einen frischen Mittelfeldspieler. Am Verlauf von Halbzeit eins sollte das allerdings nichts mehr ändern. Die Gäste waren jetzt drin im Spiel und drängten auf die Führung. Nur eine knappe Minute nach dem 1:1 war erneut Lukowicz zur Stelle, zog aus der Distanz ab, aber hauchdünn am Tor vorbei.  Der VfB drängte, presste jetzt deutlich höher und wollte die Lüneburger zu Fehlern zwingen. Das gelang aber nur bedingt. Die Schwarz-Weißen zogen sich in Unterzahl sehr weit zurück und riegelten den eigenen Strafraum erfolgreich ab. Fast schon folgerichtig versandeten alle Oldenburger Offensivbemühungen bis zur Pause im Lüneburger Abwehrbollwerk.

Der VfB rennt an, der LSK riegelt ab. So oder ähnlich lässt sich dann die zweite Halbzeit beschreiben. Die Oldenburger waren gemüht, wollten das Spiel auf dem kleinen Platz immer wieder breit machen, um so Räume für ihre Tempovorstöße zu finden, doch die Gastgeber standen weiterhin sehr sicher und kämpften mit viel Leidenschaft darum, Chancen zu verhindern. Bis zum Strafraum gelang den Oldenburgern auch deshalb vieles, doch der finale Pass kam zu selten durch und rauschte der Ball dann doch mal in die gefährliche Zone, konnte immer wieder ein Lüneburger klären.

Marco Elia reagierte auf den Spielverlauf personell, denn er wechselte erst auf beiden Außenbahnen – für Palle Richter kam Pascal „Calli“ Steinwender ins Spiel, kurz darauf machte Jan Patrick Kadiata für Ibrahim Temin Platz. Als auch das nicht fruchten wollte, brachte der VfB-Trainer schließlich noch Kifuta für Süleyman Celikyurt ins Spiel und stellte auf zwei klare Angreifer um.

Allein, die Blauen kam zu selten in die Räume hinter der Abwehr. Zwar konnte sich auch Steinwender immer mal wieder durchsetzen, doch seine Flanken wurde mit schöner Regelmäßigkeit zur sicheren Beute von Ole Springer. In der 73. Minuten wollte der junge Oldenburger Angreifer das Tor dann vielleicht zu sehr. Erneut Steinwender seinem Gegenspieler entwischt und hätte den Ball eigentlich für den freistehenden Lukowicz auflegen können, doch stattdessen suchte er selbst den Abschluss und zielte knapp am langen Pfosten vorbei (73.).

Der VfB mühte sich, rannte weiter an und musste doch aufpassen, nicht ausgekontert zu werden. Das wiederum klappte so gut, dass Torhüter Thilo Poepken eine nahezu beschäftigungslose zweite Halbzeit verbrachte. Sein Gegenüber wiederum hatte zwar zu tun, musste den Ball aber auch nicht mehr aus dem Netz holen.

„Ich bin nicht zufrieden. Bis zur Pause haben wir es gut gemacht, aber in der zweiten Halbzeit war es unsere schwächste Halbzeit seit Cumhur und ich im Amt sind. Das haben wir am Ende den Kopf verloren und nicht mehr klug gespielt. Man gewinnt ein Spiel nicht automatisch, weil man in Überzahl ist. Das müssen wir besser machen, dann gewinnen wir auch. Wieder nur unentschieden. Das nervt mich“, haderte Marco Elia nach dem Schlusspfiff mit der Leistung seiner Elf.

Lüneburger SK Hansa: 25 Ole Springer – 10 Marian Kunze, 38 Mohamed-Ali El-Ahmar, 62 Eliezer Correia Cá, 5 Bastian-Marko Stech – 4 Goson Sakai, 8 Stefan Wolk, 20 Felix Vobejda – 6 Ridel Varela Monteiro (82. 11 Eric Gueye) – 19 Kevin Krottke (82. 7 Jassin Zabihi), 31 Utku Sen (34. 3 Rhami Jasin Ghandour)
Trainer: Rainer Zobel

VfB Oldenburg: 13 Thilo Pöpken – 3 Dominique Ndure, 6 Okan Erdogan, 22 Ahmet Saglam, 27 Süleyman Celikyurt (76. 11 Kifuta Kiala Makangu) – 30 Lennart Madroch, 8 Kai Bastian Evers – 18 Pascal Richter (61. 7 Pascal Steinwender), 10 Gazi Siala, 31 Jan-Patrick Kadiata (68. 20 Ibrahim Temin) – 16 Maik Lukowicz
Trainer: Marco Elia

Tore: 1:0 Eliezer Correia Cá (7.); 1:1 Gazi Siala (32.)

Schiedsrichter/in: Mario Birnstiel – Assistenten: Ben-Erik Salb, Dominic Schleicher

Zuschauer: 595 auf der Sportanlage Sülzwiesen

Gelbe Karte: Ridel Varela Monteiro (2.), Eliezer Correia Cá (5., gesperrt) / Kai Bastian Evers (3.)

Rote Karte: Mohamed-Ali El-Ahmar (31., Notbremse) / –