Lüneburg. Punktgewinn oder zwei Punkte verloren? Eine Antwort auf diese Frage wird es wohl erst am Saisonende geben. Ein schöner Treffer von Geburtstagskind Ahmet Saglam sicherte dem VfB Oldenburg am Mittwochabend zumindest eben diesen einen Zähler beim Lüneburger SK. Es hätten durchaus auch deren drei Zähler sein können, doch die Blauen brauchten gut 45 Minuten, um ins Spiel zu finden.

Den ersten Dämpfer für jeden blau-weißen Optimismus gab es bereits am Vormittag. Aufgrund einer fiebrigen Erkältung konnte Daniel Franziskus die Fahrt in die Lüneburger Heide gar nicht erst antreten. Trainer Stephan Ehlers brachte an seiner Stelle mit Hugo Magouhi eine zweite Spitze. Zudem durfte Henri Aalto an Stelle von Ibrahim Temin beginnen.

Die Taktik, aus einer gesicherten Deckung schnell ins Umschaltspiel zu gelangen, wurde bereits nach acht Minuten ad absurdum geführt. Ein überflüssiges Foul im Halbfeld hatte einen Freistoss für die Gastgeber zur Folge. Der Ball segelte in den Strafraum, wurde verlängert und schließlich durch Enes Biyiklioglou zum 1:0 veredelt.

Ein Schock für den VfB, einem Wirkungstreffer gleich, denn in der ersten Halbzeit brachten die Oldenburger anschließend nur noch wenig Konstruktives zustande. Lüneburg dagegen spielte durchaus mit Schwung und machte über die linke Seite viel Druck. Letztlich allerdings blieb es nach 45 Minuten bei der verdienten Führung der Gastgeber.

Nach der Pause sollte sich das Bild deutlich ändern, denn die Blauen kamen wie verwandelt aus der Kabine und das zahlte sich schnell aus. Ahmet Saglam gönnte sich in der 55. Minute einen strammen Schuss aus der Distanz und setzte die Kugel wuchtig in die Maschen.

Ab jetzt kannte das Spiel nur noch eine Richtung. Die Lüneburger wurden in der eigenen Hälfte festgesetzt, allein der Ball verweigerte sich mit unangenehmer Beharrlichkeit eines zweiten Besuchs im Tor des LSK. Vor allem Ahmet Saglam hatte Pech. Nach einer Ecke von Süleyman Celikyurt kam der Abwehrspieler zum Kopfball, verfehlte das Tor allerdings knapp (65.).

Kurz darauf war es Hugo Magouhi, der aus dem Gewühl zum Abschluss kam, jedoch nicht genug Druck hinter den Ball brachte, so dass Torhüter Ole Springer sich das Rund schnappen konnte.

Der VfB blieb am Drücker, Lüneburg hingegen wechselte mehrfach und nutzte jetzt auch die eine oder andere Gelegenheit, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Die zahlreichen VfB-Fans und den 920 Zuschauern feuerten ihre Mannschaft lautstark an und die Hoffnung auf den so sehr herbeigesehnten Auswärtssieg sollte noch einmal neue Nahrung erhalten. In der Schlussphase standen nämlich nur noch zehn Lüneburger auf dem Rasen. Torschütze Enes Biyiklioglou, bereits mit Geld verwarnt, langte gegen Thorsten Tönnies zu energisch hin und kassierte vom guten Schiedsrichter Konrad Oldhafer erneut den gelben Karton, musste also vorzeitig unter die Dusche. Allein die Blauen nutzen die nummerische Überzahl nicht zum zweiten Tor.

Während die Lüneburger nach dem Schlusspfiff den Klassenerhalt bejubeln durften, heißt es für den VfB weiter kämpfen. Am Sonntag, beim TSV Havelse, muss ein Sieg her.

Lüneburger SK Hansa: Ole Springer – Leon Deichmann, Enes Biyiklioglu, Lukas Pägelow, Davidson Eden – Stefan Wolk, Tomek Pauer – Felix Vobejda – Marian Kunze (69. Linus Büchler), Niclas Treu (80. Christian Gitau Eneremadu) – Ridel Varela Monteiro (58. Goson Sakai)
Trainer: Rainer Zobel

VfB Oldenburg: Fabian Klinkmann – Henri Aalto, Frederik Lach, Ahmet Saglam, Leon Lingerski (80. Ibrahim Temin) – Gazi Siala (90. Laurel Aug), Muhittin Bastürk – Süleyman Celikyurt – Kifuta Kiala Makangu, Thorsten Tönnies – Hugo Magouhi
Trainer: Stephan Ehlers

Tore: 1:0 Enes Biyiklioglu (8.); 1:1 Ahmet Saglam (56.)

Schiedsrichter/in: Konrad Oldhafer – Assistenten: Thore Holst, Luca Jürgensen

Zuschauer: 920 auf der Sportanlage Sülzwiesen

Gelbe Karte: Linus Büchler (7.) / –

Gelb/Rote Karte: Enes Biyiklioglu (85.) / –