Das Testspiel am Sonntagnachmittag gegen den SC Wiedenbrück begann für den VfB Oldenburg wie aus dem Drehbuch. Bereits in der zweiten Minute nahm sich der Ex-Wiedenbrücker und Neu-Oldenburger Jeffrey Volkmer ein Herz und zimmerte den Ball aus zweiter Reihe in das Tor der Gäste aus der Regionalliga West. Der VfB spielte in der ersten Halbzeit im Bad Zwischenahner Stadion gut auf. Die etwa 200 Zuschauer sahen die neuformierte VfB-Offensivabteilung, die ein ums andere Mal die gegnerische Abwehr in Unruhe brachte.

In der zweiten Hälfte lief es aus Oldenburger Sicht nicht mehr so gut. Kurz nach Wiederanpfiff spielten die Gäste den Ball von rechts quer vor das Tor von Kisiel, wo SC-Neuzugang Patrick Schikowski ungehindert zum Ausgleich einschieben konnte. Der VfB rückte nun weiter auf. Der Wiedenbrücker Oliver Zech erkannte, dass der eingewechselte Thilo Pöpken zu weit vor seinem Tor stand und schoss den Ball humorlos von der Mittellinie über den jungen Torhüter ins Oldenburger Tor. Besonders ärgerlich war dieser Treffer, da Pöpken bis dahin tadellos hielt. Auf der Tribüne wurde noch lange rege diskutiert, ob Jan-Patrick Kadiata in einer Strafraumszene regelkonform vom Ball getrennt wurde. Tatsache war, der Schiedsrichter sah kein Foul.

Nach dem Spiel sprachen wir mit Cheftrainer Stephan Ehlers.

Frage: Nach Abpfiff nahmen die meisten Zuschauer das Ergebnis mit einer Gelassenheit, wie sie für ein sommerliches Testspiel üblich ist. Im formierten Spielerkreis auf dem Spielfeld konnte man plötzlich deine Unzufriedenheit lautstark vernehmen. Was war los?

Stephan Ehlers: Wenn ich die Spieler jetzt nicht zur Achtung aufrufe, wann soll ich es dann tun? Fußball ist ein Ergebnissport und das zählt auch für Testspiele. Ich will, dass die Mannschaft das verinnerlicht. Man muss diese „Geilheit auf Siege“ bei allen Spielern spüren.

Frage: Wie hast du die beiden Halbzeiten gesehen?

Stephan Ehlers: In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und das kam auch schon dem nah, was wir später in der Liga spielen wollen. Wir haben defensiv gut gestanden und im Angriff wurde kreativ nach vorne gespielt. In der zweiten Hälfte machten sich die kräftezehrenden Einheiten des Trainingslager bemerkbar. Das galt heute übrigens für beide Mannschaften und das obwohl Wiedenbrück in der zweiten Hälfte durchgewechselt hat. Das konnten wir nicht und wir haben vormittags noch trainiert. Bei einigen Spielern war einfach die Luft raus. Das hat sich auch darin bemerkbar gemacht, dass die Kontakte und Zuspiele nicht mehr so schnell waren, wie in den ersten 45 Minuten.

Frage: Gestern lud der VfB zu einem Pressetermin in den Kletterwald Conneforde. Die geladenen Pressevertreter sollten die Möglichkeit bekommen, sich über den aktuellen Stand der Vorbereitung beim VfB Oldenburg zu informieren. Wie ist der Stand der Vorbereitung aus deiner Sicht?

Stephan Ehlers: Ich bin mit dem Stand zufrieden. Was wir mit der Mannschaft trainiert haben, wurde auch heute ordentlich umgesetzt. Wir sind uns unserer gegenwärtigen Schwächen bewusst, aber die entsprechenden Trainingseinheiten, in der wir diese Defizite angehen, sind schon geplant und in Vorbereitung.

Frage: Wie wurden die Neuzugänge von der restlichen Mannschaft aufgenommen?

Stephan Ehlers: Sehr gut. Die Stimmung im Trainingslager war vorbildlich und die älteren Spieler haben sich der jüngeren Spieler angenommen. Alle mussten einander helfen und als Mannschaft agieren. Auch bei der Zimmeraufteilung haben wir bewusst darauf geachtet, dass Neuzugänge mit bereits etablierten Spielern zusammengelegt wurden.

Vielen Dank für das Interview, Stephan.

Ein gesonderter Dank geht an die Gemeinde Bad Zwischenahn und den VfL Bad Zwischenahn, die uns dieses Wochenende freundlicherweise ermöglichten.