Oldenburg. Sportliche Erfolge, personelle Kontinuität und ein positiver Trend im finanziellen Bereich kennzeichneten die 37. Delegiertenversammlung des VfB Oldenburg. Themenschwerpunkte an einem Abend, der von vielen, teils auch kontrovers geführten Diskussionen geprägt wurde, waren die Berichte der Abteilungsleiter. Darüber hinaus galt es, über verschiedene Personalien zu entscheiden.

In einer sehr emotionalen Rede nutzte Präsident Klaus Berster die Gelegenheit, um sich nochmal bei seinen Mitstreitern in den Gremien, aber auch bei den vielen ehrenamtlich Engagierten im VfB Oldenburg zu bedanken. Er selbst habe immer mit großer Freude für den Verein gearbeitet und Freunde fürs Leben gefunden, so Berster. Zudem betonte der erfahrene Funktionär, der dem VfB bereits zum dritten Mal vorsteht, wie wichtig die Teamarbeit („elementar“) sei. Mit dem „Man of the match“, Detlef Dierks, sowie dem „Man of the future“, Benjamin Dau, aber auch dem Aufsichtsrat, allen voran Hans-Georg Oltmann und Gerald Hoppmann, sei es gelungen, dem VfB wieder eine Perspektive zu geben. Noch habe man das Tal nicht vollends durchschritten, aber man sei auf dem richtigen Weg, so Berster. „Vor uns liegen noch schwere Aufgaben, aber auch die werden wir gemeinsam lösen“, betonte der Vorsitzende.

Lobende, aber auch mahnende Wort fand Klaus Berster derweil für die noch immer zahlreichen Fans des VfB Oldenburg. „Wir haben viele Gespräche mit den Fans geführt, auch, weil ich der Überzeugung bin, dass Konversation besser ist als Konfrontation. Ich sage aber auch, dass der VfB nicht alle Verhaltensweisen akzeptieren kann, sondern mit aller Härte durchgreifen muss.“

Ein großes Kompliment hatte Klaus Berster zudem für die sportlich Verantwortlichen in petto. „Unser sportlicher Leiter, Andi Boll, aber auch unsere Trainer, Spieler und Betreuer machen einen klasse Job. Kompliment dafür und weiter so.“

Durchaus zufriedenstellende Zahlen hatte auch Stephan Wulf, Leiter der Fußballabteilung parat. Vor allem die Nachwuchsarbeit des VfB sorgt bei den Verantwortlichen für Freude. Obwohl die Mannschaften von der U11 bis zur U14 fast ausnahmslos gegen ältere Jahrgänge spielen, sind sie in ihren Spielklassen erfolgreich. Das ist auch dem Verband nicht verborgen geblieben. Zahlreiche Talente des VfB wurden in Auswahlmannschaften und zu DFB-Stützpunkten berufen. Mit mehr als 700 Mitgliedern ist die Fußball-Abteilung auch weiterhin die größte Abteilung im VfB Oldenburg.
Ein neues Gesicht hat erstmalig die Aktivitäten der Fan- und Förderabteilung dargestellt. Theis Hellmann hat vor kurzem die Abteilungsleitung übernommen. Auch er zog ein positives Fazit des vergangenen Jahres und berichtete ausführlich über die vielfältigen Aktivitäten, etwa über die Teilnahme am Gertruden-Cup, dem Kramermarkts-Umzug der dem Sommerfest.

Eine echte Boom-Abteilung stellt die Tischtennis-Abteilung dar. Jens Christians referierte sichtlich erfreut über steigende Mitgliedszahlen, sportliche Erfolge und berichtete, dass die Zelluloidkünstler im VfB in der Rückrunde erstmalig mit fünf Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen werden. Im Vordergrund stehe aber weniger der sportliche Ehrgeiz. „Bei uns ist auch das Miteinander wichtig und wir freuen uns über jeden, der Lust hat, Tischtennis zu spielen.“

Frerk Wehrmeyer, Abteilungsleiter der Volleyballer, machte es kurz und knapp. Sportlich läuft es überaus gut. Seit langer Zeit kann der VfB wieder zwei Mannschaften stellen, die zudem beide Titelambitionen haben. „Die gute Jugendarbeit macht sich bezahlt“, so Wehrmeyer.

Ambitioniert und erfolgreich sind auch die Dartspieler. Peter Gertig, der sich ausdrücklich eine größere Präsenz in den VfB-Medien wünschte, erzählte den staunenden Delegierten nicht nur von erfolgreichen Mannschaften, die um den Aufstieg spielen, sondern berichtete zudem von großen Turnieren, die von der Dart-Abteilung ausgerichtet worden seien. „Unsere Zukunft sieht ganz rosig aus“, so Gertig.

Holger Hoffmann stellte den Zuhörerinnen und Zuhörern die neue Jakkolo-Abteilung vor, die erst vor kurzem gegründet worden ist. Ausführlich erklärte er die Motivation der Beteiligten und sparte auch nicht mit Kritik, weil in Foren und sozialen Netzwerken wiederholt despektierliche Äußerungen über die Jakkolospielerinnen und Spieler, aber auch über andere Abteilungen, zu lesen gewesen sind. Davon allerdings lasse man sich den Spaß nicht nehmen. Im Frühjahr möchte die Abteilung in den Jakkolo-Verband Niedersachsen eintreten und mittelfristig auch am Ligabetrieb teilnehmen.
Jede Menge Zahlen hatte derweil Detlef Dierks aufbereitet und nicht alle sorgten für gute Laune. Vor allem der Blick zurück trübte die Stimmung. Einmal mehr wurde deutlich, in welcher schwierigen Lage der neue Vorstand den VfB Oldenburg übernommen hat. „Am Minus der Vorsaison haben wir zu knabbern, aber im Moment sehen die Zahlen durchaus gut aus“, so Dierks.

Der Vorstand fahre einen klaren Sparkurs, der allerdings nicht zu Lasten des sportlichen Erfolges gehen dürfe. Einigkeit herrscht in den Gremien darüber, dass allein die Gründung der VfB Oldenburg Fußball GmbH dem Verein die Möglichkeit sichere, in Zukunft auf einem soliden Fundament zu stehen. Nach wie vor allerdings hat der VfB mit Altlasten zu kämpfen. „Wir haben viele Rechnungen der letzten zwei Jahre zu bezahlen. Aber die Mannschaft gibt Vollgas und hat den Umschwung geschafft. Ich hoffe, dass wir im Sommer nachziehen“, sagte Detlef Dierks.

Der Finanzvorstand und Präsident Klaus Berster wurden teils auch sehr konkret, um die negativen Zahlen zu erklären. Deutlich weniger Zuschauer als kalkuliert hätten ebenso negative Folgen, wie offene Posten bei der Berufsgenossenschaft und nachträglich abzurechnende Spiele gegen Werder Bremen und den SV Meppen, lauteten einige Beispiele.

Final hatten die Delegierten auch einige personelle Entscheidungen zu treffen. Aufsichtsräte und Vorstände wurden entlastet, zudem wurde Hans-Georg Oltmanns für weitere zwei Jahre in den Aufsichtsrat gewählt.

Darüber hinaus standen noch drei Ehrungen an. Ein echtes VfB-Urgestein ist Wolfgang „Wolle“ Weichbrodt. Der Zeugwart unserer Regionalligamannschaft ist seit 50 Jahren Mitglied im VfB Oldenburg und wurde dafür mit dem Ehrenteller ausgezeichnet. Klaus Wille wiederum erhält die silberne Ehrennadel des VfB Oldenburg für 25 Jahre Mitgliedschaft. Ebenfalls mit der silbernen Ehrennadel ist unser Mannschaftsart Dr. Björn Jespersen ausgezeichnet worden. Er engagiert sich über das normale Maß hinaus für den VfB und hat die silberne Ehrennadel für seine besonderen Verdienste erhalten. Der „Doc“ nutzte die Gelegenheit allerdings, um klarzustellen, dass er sich hier nur als Stellvertreter sieht. „Diese Ehre macht mich stolz, aber ich sehe mich hier als Vertreter unseres ganzen Teams, denn die Arbeit mache ich nicht alleine. Vielmehr sind auch unsere Physiotherapeuten Yannic Horn, Jannik Maas und Wilfried Küpker zu nennen, die einen super Job machen“, sagte Dr. Björn Jespersen.