Oldenburg. Einfach kann jeder und weil die Blauen sich gerne eine Ausnahme von der Regel gönnen, freut sich der VfB Oldenburg auf das Gastspiel beim VfL Wolfsburg II. Achtung, es geht früh los, denn angepfiffen wird in der schmucken AOK-Arena bereits um 13 Uhr. Wir haben mal kurz auf den Gegner geschaut und einige Fakten zusammengetragen:

Die Bilanz: Aktuell werden die Nachwuchsprofis auf Platz sechs notiert. Elf Siege, acht Unentschieden und acht Niederlagen bei 38:32 Toren, so lautet die Bilanz. Die ist fraglos dünn, denn angesichts der personellen Möglichkeiten und der optimalen Rahmenbedingungen muss im Schatten des VW-Werks fraglos ein Titelaspirant hinter dem Ball herjagen. Doch längst nicht alles ist rund gelaufen, beim Vorsaisonalen Meister.

Die Saison: Der Start mit einem 2:2 gegen Flensburg und einem 4:1 über Rehden war ordentlich, doch schon am dritten Spieltag setzte es die erste Ernüchterung – 0:3 in Hildesheim. Als die Mannschaft dann auch noch in Egestorf mit 1:2 unterlag, zeterte nicht nur Trainer Valerien Ismael in bekannter Manier. Der Franzose hatte seine Auswahl in der vergangenen Saison noch zum Titel geführt und die Riege im Sommer passabel verstärkt. Doch für „ganz oben“ sollte es in dieser Serie wohl nicht reichen. Gut, für Ismael schon. Kurzzeitig zumindest, denn der Trainer wurde im Saisonverlauf zum Chef der Profis berufen, konnte die Mannschaft aber auch nicht auf den Erfolgsweg bringen und ist mittlerweile freigestellt.

Das Personal: Satte 30 Kicker haben in dieser Serie bereits das grün-weiße Trikot getragen. Da ist es natürlich schwer, eine Mannschaft einzuspielen, wenngleich der Stamm nicht nur viel Erfahrung und Qualität aufweist, sondern auch regelmäßig zusammenspielt. Das gilt allen voran für Leistungsträger wie Sebastian Wimmer oder Marcel Reichwein. Darüber hinaus sind immer auch mal Profis aus dem Bundesligakader am Ball, Philipp Wollscheid etwa oder Einmal-Nationalspieler Sebastian Jung.

Der Torjäger: Marcel Reichwein hat mit 14 Treffern mehr als ein Drittel aller Wolfsburger Tore geschossen. Bekommt man den Routinier in den Griff, wird es für die Grün-Weißen schwierig. Blöd nur, dass Reichwein sich nicht gerade einfach in den Griff bekommen lässt.

Der Sünder: Die Wolfsburger sind mit ihren Gegenspielern nicht gerade zimperlich. Das gilt allen voran für den Ex-Rehdener Marcel Stutter, dessen zwölf Verwarnungen nur einen Rückschluss zulassen: Seine Lieblingsfarbe ist Gelb! Immerhin acht „Tickets“ kassierten zudem Marcel Reichwein und Sebastian Stolze. Dreimal glatt Rot und zweimal Gelb-Rot lassen ein farbenfrohes Spektakel so durchaus wahrscheinlich erscheinen.

Das Hinspiel: Es war einfach – sorry – geil! Die Blauen wurden sensationell lautstark angetrieben und veredelten diese Unterstützung durch einen Treffer von Conrad Azong, der das gerne nochmal machen darf.

Die Heimstärke: Da hätten wir dann den Faktor, der einem leichten Oldenburger Sieg entgegen steht. Gerade zuhause sind die Wolfsburger stark, haben hier den SV Meppen und den VfB Lübeck 2:1 geschlagen, 2:0 gegen Norderstedt gewonnen, Hannover mit 4:0 verhauen und auch Drochtersen mit 2:1 bezwungen.

Die Situation: Einfach kann jeder, sollte man zumindest meinen. Doch es wird am Samstag alles andere als das. Dem VfB fehlen die gesperrten Dino Fazlic und Christopher Kramer, zudem die zahlreichen Verletzten. Hinzu kommt, dass die Mannschaft sich zuletzt zwar bemüht hat, aber wenig gelingen wollte, was natürlich auch Kritik hervorgerufen hat. „Damit müssen wir leben, allen voran ich als Trainer“, sagt Dietmar Hirsch, der sich aber gerade nach dem Spiel gegen Drochtersen schützend vor seine Mannschaft gestellt hat. Auffallend ist die Diskrepanz zwischen den teils nervösen Leistungen in den Spielen und dem Feuer, das im tagtäglichen Training zu sehen ist. „Es ist sicher auch eine mentale Sache und daran arbeiten wir“, sagt etwa Sportdirektor Ralf Voigt. Ein Erfolg in Wolfsburg wäre da ganz passend, um für neues Selbstvertrauen zu sorgen. Also VfB, auf geht es!