Oldenburg. Wo die Weser einen großen Bogen macht … will der VfB Oldenburg am Samstag, ab 14 Uhr in die Erfolgsspur zurückkehren. Unsere Blauen spielen bei den Nachwuchsprofis des Bundesligisten und erwarten eine höchst anspruchsvolle Aufgabe.

Der Gegner: Werder Bremen II ist in der vergangenen Saison eher sang- und klanglos aus der 3. Liga abgestiegen. Trotz eines personellen Umbruchs im Sommer zählte die Mannschaft von Trainer Sven Hübscher vor Saisonbeginn zum engeren Favoritenkreis. Tatsächlich reicht es bislang nicht, um nachhaltige Titelambitionen zu nähren, denn selbst als Tabellendritter hat Werder bereits unglaubliche 17 Punkte Rückstand auf den Liga-Souverän Wolfsburg II.

Statistisches: Tabellenplatz drei resultiert aus 12 Siegen und sechs Unentschieden. Sechsmal haben die Bremer zudem verloren, übrigens nur einmal zuhause, mit 1:3 gegen den SSV Jeddeloh. 38 Treffer hat Werder erzielt, was dem drittbesten Angriff in der Liga entspricht. Allerdings haben die Kicker von der Weser auch schon 28 Gegentore kassiert und damit deutlich mehr als die Topmannschaften aus Wolfsburg (16) und Lübeck (18).

Leistungsträger: Chef im Bremer Ensemble ist ein Neuzugang. Christian Groß wurde im Sommer vom VfL Osnabrück geholt. Der erfahrene Profi ist der Taktgeber der Grün-Weißen, die insgesamt aber sehr deutlich auf die Jugend setzen. Als verkörpertes Indiz dafür gilt Julian Rieckmann. Der Innenverteidiger rückte im Sommer aus der U19 in den Kader auf und kam in 23 Spielen zum Einsatz. Ähnlich unverzichtbar sind zudem Fridolin Wagner und Frank Ronstadt, die jeweils 22 Mal aufgeboten worden sind.

Treffsicher: Jonah Osabutey führt die interne Bremer Torschützenliste mit neun Treffern an. Ihm folgen Joshua Sargent (7) und Christian Groß (6).

Profis: Ab und an kickt aus der eine oder andere Spieler aus dem Bundesligakader in der Reserve mit. Zuletzt konnte Fin Bartels hier Spielpraxis sammeln und prompt hat der 32-jährige beim 1:1 in Flensburg auch getroffen. Joshua Sargent wiederum hat sich mit teils überragenden Auftritten in der Zweiten in den Fokus gespielt. Der US-Amerikaner ist ein Unterschiedsspieler. In Oldenburg etwa hatte der Angreifer maßgeblichen Anteil am 3:0-Sieg. Eine Woche später, gegen den SSV Jeddeloh, fehlt Sargent, der in einem Testspiel gegen den SV Meppen eingesetzt wurde. Werder kassierte die einzige Heimniederlage.

Heimstark: Platz elf ist jetzt ganz sicher nicht das größte Schmuckstück der Regionalliga, allerdings sollten sich die Blauen auf einen gepflegten Platz freuen dürfen. Eben darauf sind die Bremer durchaus erfolgreich, sprich heimstark, denn bislang haben sie zuhause erst einmal verloren, zudem dreimal Unentschieden gespielt, aber sieben Mal gewonnen. Klingt beeindruckend, ist aber relativ, denn zumeist waren es knappe Spiele. Gerade gegen defensiv starke Mannschaften, die gut organisiert sind, tut Werder sich durchaus schwer.

Einschätzung: Werder sei spielerisch und taktisch richtig gut, sagt Marco Elia. „Sie haben einfach viel individuelle Klasse. Das sind alles gute Fußballer“, lobt der VfB-Trainer den Gegner.

Die Blauen: Personell kann Marco Elia am Samstag auf den kompletten Kader zurückgreifen. Nach der Niederlage gegen Rehden hat die Mannschaft am Montag, Dienstag und Mittwoch intensiv und überzeugend trainiert, so dass Elia am Donnerstag kurzerhand einen freien Tag in die Trainingswoche eingebaut hat. „Die Jungs hatten sich das verdient. Sie haben gut gearbeitet und das wollte ich belohnen.“ Am Freitag wird nochmals trainiert. Offen ist, ob die Oldenburger in einer veränderten Grundordnung antreten werden. Der gute Platz dürfte dem spielstarken VfB durchaus entgegenkommen.