Oldenburg. Wer in den vergangenen Wochen ab und an mal beim Training des VfB Oldenburg zugeschaut hat, dem ist er sofort aufgefallen: Jan Rosenthal. Das wiederum überrascht nicht. Zwar hat der 32-Jährige seine Profikarriere im vergangenen Sommer beendet, doch wer 12.643 Minuten Bundesligafußball gespielt hat, kann schlicht überdurchschnittlich gut kicken.

Eben das tut der Neu-Oldenburger immer mal wieder beim VfB Oldenburg. „Ich spiele einfach gerne Fußball und klar, ich möchte mich auch fit halten“, sagt der gebürtige Sulinger, der als Profi für Hannover 96, beim SC Freiburg, Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 aufgelaufen ist. Bei den Blauen könnten sie sich durchaus an den Anblick des Ex-Profis im VfB-Trikot gewöhnen. „Es macht Spaß, ihm zuzuschauen, denn Jan ist, auch wenn er das selbst immer relativiert, noch sehr fit. Dazu kommen seine fußballerische Klasse und seine große Erfahrung aus über 200 Bundesliga-Einsätzen“, sagt Andreas Boll, sportlicher Leiter der Oldenburger.

Seinem überraschenden Karriereende – Rosenthal hat am Ende der vergangenen Saison bei Darmstadt 98 um Auflösung seines Vertrages gebeten – folgte der Umzug in den Norden. In Oldenburg will die junge Familie, gemeinsam mit seiner Frau Jana hat Jan Rosenthal zwei kleine Kinder, sesshaft werden. Als eben das öffentlich wurde, klingelte natürlich sofort das Mobiltelefon. Der Ex-Profi war begehrt. Zahlreiche Vereine bekundeten Interesse. Doch allen erteilte der 32-Jährige eine Absage. Auf dem Trainingsgelände des VfB in Dornstede ist er hingegen immer mal wieder am Ball. „Ich habe einen guten Draht zu Andi Boll, zu Benjamin Doll, aber auch zu Marco Elia und der Truppe. Es macht Spaß“, sagt er.

Steht da etwa ein Comeback in der Regionalliga im Raum? Darauf angesprochen lacht der junge Familienvater. „Wie gesagt, ich spiele gerne Fußball, aber Priorität haben zurzeit meine Frau und unsere Kinder. Jana hat sich lange danach richten müssen, wo ich als Profi spiele, jetzt richte ich mich nach ihr“, sagt er. Im Alltag schiebt er deshalb häufiger den Kinderwagen durch Oldenburg, als dass er kurzbehost dem Ball hinterherläuft. „Ich bin ganz froh, dass ich beim VfB ab und zu mitmachen kann“, räumt Jan Rosenthal die vorhandene Lust auf Fußball ein und auch bei den Blauen können sie mit der Regelung gut leben. „Jan ist immer willkommen. Es ist ja klar, dass wir ihn sehr gerne im Kader dabeihätten, aber da gibt es überhaupt keinen Druck. Die Tür für ihn ist offen, wann immer Jan Zeit und Lust hat“, sagt Andreas Boll, der gemeinsam mit Benjamin Doll schon sehr früh in Kontakt mit dem ehemaligen U21-Nationalspieler stand.

Der Ex-Profi selbst will eine längere Rückkehr auf den Rasen auch nicht völlig ausschließen. „Ich vermisse die Intensität des Trainings schon, es macht mir halt Spaß, mich regelmäßig auszupowern. Beim VfB stimmt vieles, die Mischung in der Mannschaft, die Strukturen und, wie gesagt, wir hatten von Anfang an einen guten Draht zueinander. Allerdings möchte ich auch mithalten können. Ich habe da schon einen entsprechenden Anspruch, was wiederum ein entsprechendes Training voraussetzt, für das mir momentan die Zeit fehlt“, sagt Jan Rosenthal. Worte, die Andreas Boll schmunzeln lassen: „Ich verstehe Jan schon, aber selbst mit weniger Training ist Jan für uns in vielerlei Hinsicht eine echte Bereicherung.“