Oldenburg. Ausnahmsweise einmal an einem Samstag dribbeln unsere Blauen im Marschwegstadion auf. Unser VfB Oldenburg trifft um 15 Uhr auf den FC St. Pauli II, einen Gegner, der nicht nur von Nachwuchsarbeit redet, sondern diese auch lebt, denn die Hamburger setzten in ihrer Regionalliga-Mannschaft konsequent auf eigene Talente. Macht es das für unsere Jungs einfacher? Eher nicht, denn der VfB trifft auf einen Gegner, der viel Talent auf den Rasen bringt.

Zwei Punkte aus drei Spielen, die Ausbeute der Kiezkicker entspricht der unseres VfB Oldenburg. Zum Auftakt gab es ein 2:2 gegen den Lüneburger SK, dem folgte eine 1:2-Niederlage in Drochtersen und am dritten Spieltag hatte Weiche Flensburg Glück, dass es bei St. Pauli zu einem 1:1 reichte. Die junge Mannschaft von Trainer Joachim Philipkowski war in dem unterhaltsamen Wettstreit lange die bessere Mannschaft, ließ aber – ein klassisches Manko, das wir in Oldenburg auch bestens kennen – zu viele Möglichkeiten ungenutzt.

In der Regionalliga sind die Braun-Weißen seit Jahren etabliert. Einen Angriff in Richtung 3. Liga haben die Verantwortlichen eher nicht auf dem Zettel. Vielmehr richtet sich der Fokus tatsächlich auf die Aus- und Weiterbildung junger Fußballer, um sie mittelfristig in den Zweitligakader übernehmen zu können. Während andere Nachwuchsmannschaften von Profivereinen nicht selten gestandene Spieler verpflichtet, geht Joachim Philipkowski sehr nachhaltig den Weg über junge Spieler, mehrheitlich aus dem eigenen Verein Auch in diesem Sommer wurden insgesamt acht Spieler aus der U19 in den Regionalligakader übernommen. Darüber hinaus komplettierten Spieler die Mannschaft, die zwar ebenfalls noch jung sind, aber schon über Regionalligaerfahrung verfügen, etwa Leon Deichmann vom Lüneburger SK oder Miguel Coimbra Fernandes, der von Holstein Kiel an den BSV Rehden ausgeliehen war und jetzt eben im Hamburger Stadtteil stürmt.

Klar ist, der VfB trifft auf einen taktisch gut ausgebildeten, spielerisch starken Gegner, der durchaus schnell unterwegs ist. Versteckt haben sich die Paulianer in Oldenburg selten, obwohl die Bilanz im Marschwegstadion immerhin für den VfB spricht. Die letzten beiden Heimspiele haben die Blauen 2:0 gewonnen. Dreimal ist ja bekanntlich Oldenburger Recht, womit das Ergebnis doch eigentlich schon feststehen sollte. Bleibt die Frage, ob die Hamburger sich dieser Diktion auch freundlich fügen wollen.

Erschwert wird die Aufgabe indes nicht allein durch die unstreitige Klasse des Gegners. VfB-Trainer Stephan Ehlers wird personell umstellen müssen. Kai-Bastian Evers muss eine unverhältnismäßig lange Sperre absitzen – er wurde für seinen Platzverweis aus dem Spiel gegen den SSV Jeddeloh II für vier Spiele gesperrt – und auch Lennart Madroch darf nach der gelb-roten Karte aus der Vorwoche diesmal unfreiwillig pausieren.

Unter der Woche gab es immerhin Gelegenheit, die eine oder andere Variante durchzuspielen. Am Mittwochabend absolvierte die Mannschaft ein Trainingsspiel gegen die U19 des JFV Nordwest. Am Ende von 90 unterhaltsamen Minuten hieß es 7:1 für den VfB, der gerade im Spiel nach vorn durchaus gefällig agierte. Dass die Blauen bereits am Dienstag im Krombacher-Niedersachsenpokal auf den SV Meppen treffen, ist für Trainer Stephan Ehlers noch kein Thema. Der Fokus gilt allein dem Spiel gegen St. Pauli und es ist klar, dass eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel bei Lupo Martini Wolfsburg her muss. „Da hat letztlich gar nichts gepasst und das haben wir den Jungs auch deutlich gesagt.“

Geleitet wird das Spiel am Samstagnachmittag übrigens von einer Schiedsrichterin. Susann Kunkel vom SV Eichede wird an den Seitenlinien durch André Röpke und Philipp Ruback unterstützt.
Noch ein Tipp: Aufgrund der großen Nachfrage wird es an den Kassen auch am Samstag schon Tickets für das Pokalspiel gegen den SV Meppen geben.

Außerdem startet der VfB mit dem Verkauf der neuen Fantrikots – solange der Vorrat reicht. Die schmucken Shirts kosten 49,90 Euro. Der Clou dabei: 5 Euro vom Verkaufspreis gehen an die Initiative Flugkraft. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die an Krebs erkrankt sind. Also, Trikot kaufen und Gutes tun.