Oldenburg. Unser Mannschaftsarzt Dr. Björn Jespersen und unsere Physiotherapeuten Andreas Haas und Yannick Horn sind derzeit wirklich nicht zu beneiden. Nahezu alle drei, vier Tage steht ein Spiel an, Blessuren und Verletzungen inklusive. Auch vor unserem wichtigen Spiel in Eutin, Anpfiff am Samstag, um 15 Uhr, ist das nicht anders. Wer angeschlagen ist und wer zuschauen muss, haben wir natürlich in unserer Vorschau aufgelistet.

Der Gegner: Die Eutiner Sportvereinigung von 1908 e.V. hat im vergangenen Sommer erstmals den Sprung in die Regionalliga geschafft. Es könnte allerdings ein kurzes Gastspiel für den Meister der Schleswig-Holstein-Liga werden, denn der Aufsteiger steckt seit Saisonbeginn im Tabellenkeller fest.

Die Ausbeute: Nach 27 Spielen haben die Eutiner 20 Punkte auf der Habenseite, resultierend auf fünf Siegen, fünf Unentschieden und 17 Niederlagen. Das Gros ihrer Zähler und damit wären wir dann auch direkt beim ersten Warnsignal für unsere Blauen, hat Eutin im heimischen Waldeck-Stadion erspielt. Vier Heimspiele wurden gewonnen, einmal reichte es zum Unentschieden, sieben Spielen gingen verloren, bei einem Torverhältnis von insgesamt 27:31.

Die Zahlenspielerei: Immerhin 25 Spieler haben die Eutiner in dieser Saison aufgeboten. 13 verschiedene Torschützen weist die Statistik aus, am treffsichersten war dabei bislang Florian Stahl, der neunmal jubeln durfte. Benjamin Petrik hat als einziger Kicker des Aufsteigers den roten Karton gesehen, Rico Bork und Patrick Bohnsack wurden mit Gelb-Rot jeweils einmal vorzeitig unter die Dusche geschickt. Unverzichtbar ist Christian Rave, der in 26 Spielen am Ball war. Semih Haluvurta hingegen kam bislang auf nur sechs Minuten.

Die Unverzichtbaren: Defensiv-Rackerer Christian Rave hatten wir bereits aufgelistet. Der Innenverteidiger ist nicht nur stark im Spiel gegen den Ball, wie es im Fußballdeutsch ja heißt, sondern zudem auch torgefährlich. Vier Treffer hat er bereits erzielt. Fünffach-Torschütze Jan Frederik Kaps ist im Angriff regelmäßig dabei, ebenso Dennis Voß, der im defensiven Mittelfeld abräumt. Kevin Wölk ist mit 32 Jahren einer der erfahreneren Kicker und der fußballerische Strippenzieher in der Eutiner Mannschaft. Nicht vergessen dürfen wir natürlich Florian Stahl. Der Mittelstürmer hat einen echten Torriecher, was neun durch ihn verursachte Einschläge belegen.

Die Stärken und das, was sie weniger gut können: Dieser Gegner hat eine gute Mentalität. Die Eutiner sind miserabel in die Saison gestartet, haben nur einmal gewonnen, aber siebenmal verloren. Andere Vereine hätte sich vielleicht früher aufgegeben, Eutin dagegen will unbedingt drinbleiben.

Daran ändern auch die Leistungsschwankungen nichts, mit der die Mannschaft zu kämpfen hat. Einem 1:5 gegen den FC St. Pauli II ließen die Eutiner zuletzt einen kampfstarken Auftritt beim Lüneburger SK folgen und entführten mit 2:2 einen Punkt. Im Nachholspiel bei Eintracht Norderstedt hieß es in dieser Woche erneut 1:5, doch die mediale Aufarbeitung des Spiels lässt den Rückschluss zu, dass das Ergebnis dem Tun beider Mannschaften nicht wirklich entspricht. Anders formuliert: Der Tabellensechzehnte war besser als es das deutliche Resultat suggeriert.

Spielerisch kann Eutin nur sicher nicht zaubern, aber die Truppe hat Herz und bringt Leidenschaft auf den Rasen, auch beim 0:4 im Hinspiel, bei dem Ibo Temin sowie Daniel Franziskus und Süleyman Celikyurt getroffen haben. Es war übrigens das letzte Spiel, in dem der Aufsteiger kein Tor erzielt hat. In den 16 folgenden Begegnungen durfte immer mindestens ein Eutiner einen Treffer feiern. Nach vorne geht was, wie 41 erzielte Tore belegen. Zum Vergleich, Tabellenführer Hamburger SV II hat lediglich sieben Tore mehr erzielt. Sorgen bereitet hingegen die Abwehr. 63 Gegentore sind die insgesamt schlechteste Bilanz in der Regionalliga. Allerdings ist zu bedenken, dass die Eutiner ja auch schon 27 Spiele bestritten haben.

Der Trainer: Lars Callsen trägt seit Ende Oktober die Verantwortung an der Seitenlinie. Unter seiner Anleitung holte die Mannschaft im Durchschnitt 1,07 Punkte. Vorgänger Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner brachte es dagegen auf nur 0,36 Zähler im Durchschnitt.

Die Schiedsrichter: Murat Yilmaz (FC Türkiye), wird das Spiel pfeifen, ihm assistieren Mario Bernhardt und Simon Schleupner.

Die Blauen: Sorgenfalten, so ist zu befürchten, werden langsam zu einem optischen Markenzeichner von Stephan Ehlers, denn unser Trainer muss vor dem Spiel am Samstag mal wieder tüfteln. Ahmet Saglam (Gelb-Rot) und Daniel Franziskus (5. Gelbe) sind gesperrt. Kifuta Kiala Makangu ist angeschlagen, sein Einsatz fraglich. Gleiches gilt für Süleyman Celikyurt, der schon in Braunschweig fehlte. Wann Dino Fazlic wieder spielen kann, ist ebenso offen. „Es ist im Augenblick nicht einfach, denn durch die enge Taktung der ganzen Spiele haben die Jungs kaum Gelegenheit, zu regenerieren oder ihre Verletzungen auszukurieren. Ich bin aber sicher, dass wir eine gute Mannschaft hinbekommen. Schließlich wollen wir in Eutin gewinnen“, sagt unser Cheftrainer.