„Es war ein wirklich toller Fußballabend, auch wenn wir etwas zu hoch verloren haben.“ Mit dieser Meinung stand VfB-Sportdirektor Ralf Voigt nach dem 0:6 seiner Blauen gegen Werder Bremen nicht alleine.

3.000 Zuschauer hatten im schmucken Rasteder Stadion am Köttersweg für einen tollen Rahmen gesorgt und wurden von beiden Mannschaften für ihr Kommen mit einem unterhaltsamen Spiel belohnt. Allen voran Altmeister Claudio Pizarro begeisterte die Besucher, stand den Fans für viele gemeinsame Fotos zur Verfügung und zeichnete unzählige Autogramme.

Allerdings gab es nicht nur für den Bremer Starstürmer und seine Kollegen viel Applaus, auch die Oldenburger wurden für ihr couragiertes Spiel immer wieder mit Beifall belohnt. Vor allem in den ersten 45 Minuten erwies sich der Regionalligist als ebenbürtiger Gegner und hätte durchaus in Führung gehen können. Allen voran Thorsten Tönnies hatte das 1:0 für die Blauen auf dem Fuß, scheiterte aber frei vor Werder-Torhüter Michael Zetterer. Weil dieser auch einen Schuss von Ibrahim Temin parierte, stand beim Bundesligisten auch in der besten Oldenburger Phase die Null.

Auf der anderen Seite nutzten die Bremer einen kapitalen Fehler der VfB-Abwehr eiskalt zur Führung. Nach einem Doppelpass geriet Henri Aalto ins Straucheln, rutschte aus und verlor den Ball an Aron Jóhannsson, der wiederum ideal für Pizarro servierte und der Altmeister konnte ungehindert zum 0:1 einschieben (37. Minute). Das sorgte für einen Bruch im Spiel des VfB, der nach der Pause sein Personal ebenso konsequent durchwechselte, wie Werder.

Der engagierte Bundesligist kam damit allerdings besser zurecht und nutzte die sich bietenden Chancen in der zweiten Halbzeit konsequent. Manneh (53. und 62.), Garcia (57.) und Johannsson (71. und 82.) erhöhten am Ende auf 0:6. In der insgesamt sehr fairen Begegnung verletzte sich Werder-Stürmer Justin Eilers kurz vor Schluss, nachdem er im Zweikampf mit Andi Pollasch zusammengestossen war. Es sollte allerdings die einzige unschöne Szene an einem tollen Fußballabend sein. „Am Ende ist es sicher zu hoch ausgefallen, aber wir haben halt zu viele individuelle Fehler gemacht und wie Werder diese dann ausnutzt, daran sieht man sehr deutlich den Unterschied zwischen Bundesliga und Regionalliga. Die Bremer sind da einfach viel handlungsschneller. Trotzdem bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir konnten das heute genießen, aber jetzt konzentrieren wir uns auf das Spiel in Lübeck“, so VfB-Trainer Dietmar Hirsch nach dem Spiel.

Positiv fiel auch das Fazit von Werder-Co-Trainer Florian Bruns aus. Der ehemalige Profi ist ja ein „Ammerländer Jung“ und stand als Jugendlicher selbst für den FC Rastede auf dem Rasen. „Es war schön, mal wieder hier zu sein, auch weil ich viele alte Bekannte getroffen haben. Für uns war es ein guter Test. Wir kommen gerne mal wieder“, so Bruns.

„Es hat Spaß gemacht. Unser Dank gilt dem FC Rastede, der für super Bedingungen gesorgt hat, aber auch Werder Bremen, dass sie sich Zeit genommen haben und natürlich unseren Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Das war heute Werbung für den Fußball in unserer Region. Unser ganz besonderer Dank gilt unseren Sponsoren, allen voran unserem Trikotpartner Brötje Heizung, ohne deren Unterstützung so ein Spiel nicht möglich gewesen wäre“, erklärte VfB-Geschäftsführer Philipp Herrnberger.