Oldenburg. Die Erinnerung ist noch sehr lebendig. Mit einem weit weniger klaren 3:1-Sieg als es das Ergebnis vermuten lässt, sicherte sich der VfB Oldenburg am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim TSV Havelse den Klassenerhalt. Am Sonntag, um 14 Uhr, wird die Neuauflage dieses Klassikers angepfiffen. Die Vorzeichen sind allerdings ganz andere, denn unsere Blauen können die Fahrt ganz entspannt antreten. Warum, erklären wir in unserem Vorspiel.

Ausgangslage: Der TSV Havelse nimmt nach 30 Spieltagen mit 35 Punkten den 14. Tabellenplatz ein und steckt damit mittendrin, im Abstiegskampfschlamassel. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den zurzeit Norderstedt innehat, beträgt überschaubare drei Punkte. Immerhin vier Zähler sind es zum ersten Abstiegsplatz, aktuell vom Lüneburger SK belegt. Hinzu kommt die Unbekannte Auf- und Abstieg in Liga 3. Sollte der Nordmeister aufsteigen, würde sich die Anzahl der Absteiger reduzieren. Sollte Braunschweig aus der dritten Liga absteigen, würde sie sich eventuell erhöhen. Spannung dieser Art möchte man in Havelse natürlich vermeiden. Das aber ist leichter gefordert als umgesetzt, denn gerade zuhause hapert es. Die Oldenburger hingegen haben mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun, wollen aber so viele Punkte einsammeln, wie möglich, um die Saison auf einen guten einstelligen Tabellenplatz zu beenden. „Wir sind weiterhin sehr ehrgeizig und wollen immer gewinnen“, sagt Marco Elia.

Zahlen: 15 Heimspiele, 5 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen. Das ist dann doch eher dünn. Auswärts ist die Bilanz ähnlich (5/2/8), was in der Auswärtstabelle aber zu Rang 8 ausreicht.

Stärken: „Seit Jan Zimmermann dort Trainer ist, hat Havelse sich noch etwas mehr stabilisiert“, sagt Marco Elia. Darüber hinaus beeindruckt den VfB-Trainer die starke Physis der Gastgeber. „Die haben einige Kanten am Start, das wird eine Herausforderung.“ Taktisch sind die Havelser meist in einem recht offensiv ausgerichteten 4-3-3 unterwegs.

Leistungsträger: Beim Blick auf das Zahlenwerk fällt auf, dass sich eine Rückholaktion bereits ausgezahlt hat. Noah Plume, von den Sportfreunden Lotte an die alte Wirkungsstätte zurückgekommen, ist seit der Winterpause unverzichtbar. Drei Tore gehen bereits auf sein Konto. Unverzichtbar sind zudem Torge Bremer, der 27 Spiele absolviert hat und auch Denis Kina, 25 Einsätze, ist regelmäßig dabei. Bester Torschütze ist Erhan Yilmaz mit acht Toren, deren fünf hat er allerdings nervenstark vom Elfmeterpunkt aus erzielt.

Personelles: Die Ausfallliste der Blauen ist nicht nennenswert kürzer geworden, im Gegenteil. Für Leo Kadiata ist die Saison gelaufen. Er wurde operiert und ist in der Aufbauphase. Ahmet Saglam und Kai Bastian Evers fallen aufgrund von Verletzungen aus. Hugo Magouhi ist aus familiären Gründen nicht dabei. Im Fall von Gazi Siala will Marco Elia kein Risiko eingehen. „Gazi ist angeschlagen, wir warten bis zum Abschlusstraining und sehen dann, ob es geht. Er ist nur dabei, wenn er wirklich fit ist.“ Weil zudem die U19 des JFV Nordwest zeitgleich spielt – viel Glück, Jungs – sind personelle Anleihen dort nicht möglich. Marco Elia nimmt es dennoch mit Gelassenheit. „Wir sind gut aufgestellt und werden auch in Havelse eine starke Mannschaft aufs Feld bringen.“