Oldenburg. Der Sommer ist greifbar. Stopp, wir wollen an dieser Stelle mal nicht übertreiben, wenngleich die derzeitigen Sonnenstrahlen ja durchaus dazu verleiten könnten. Für den geneigten Oldenburger Fußballfan muss ja nun auch nicht gleich der Sommer sein. Es reicht völlig aus, wenn Stadionchef Klaus Stenemann den magischen Satz sagt: „Der Platz sieht gut aus.“

Anders formuliert: Es kann endlich wieder losgehen. Am Samstag, um 14 Uhr, trifft der VfB Oldenburg auf die zweite Mannschaft von Hannover 96. Das Nachholspiel ist der Auftakt des Pflichtspielprogramms der Blauen im neuen Jahr und dieser Auftakt hat es in sich. Warum? Darum:

Der Gegner: Kaum ein Kontrahent hat den VfB Oldenburg in der Hinrunde dermaßen beherrscht, wie Hannover 96. Dass es im Hinspiel am Ende zu einem 0:0 reichte, war in erster Linie der Schludrigkeit im Abschluss geschuldet. Die spielstarken Gastgeber hatten eine Vielzahl an Möglichkeiten, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Am Ende hätten die Oldenburger sogar noch einen Dreier generieren können, doch unmittelbar vor Schluss verpasste der VfB das – zugegeben höchst ungerechte – Siegtor. Hannover, das ist mal sicher, war zum Saisonbeginn die vielleicht sogar die spielerisch stärkste Mannschaft der Regionalliga. Gut kicken können die Rothosen noch immer, allerdings sind ihnen seitdem einige Säumen weggebrochen. Die Folgen sind der Tabelle ablesbar.

Statistisches: Hannover kommt als Tabellendreizehnter an die Hunte. Die Mannschaft von Trainer Christoph Dabrowski hat sieben Spiele gewonnen, fünfmal die Punkte geteilt und ist neunmal als Verlierer vom Platz gegangen. Auswärts sind die „Roten“ übrigens torgefährlicher als zuhause. Denn bei ihren drei Siegen und zwei Unentschieden, bei sechs Niederlagen, erzielten sie auf fremden Plätzen 16:16 Tore (Gesamt 29:23).

Unser VfB Oldenburg hat das Fußballjahr 2018 auf Tabellenplatz sieben beendet und aktuell fünf Zähler Vorsprung auf die Gäste.

Leistungsträger: Der Unverzichtbare in der Mannschaft aus der Landeshauptstadt heißt Niklas Tarnat. Der Sohn von Nachwuchs-Sportchef und Ex-Profi Michale Tarnat hat 20 Spiele über die volle Distanz bestritten. Der Mittelfeldspieler ist eindeutig der verlängerte Arm des Trainers. Das gilt natürlich auch für Ex-Profi Christian Schulz, der die Abwehr dirigiert. Bester Torschütze ist Benjamin Hadzic, der sieben Treffer erzielt hat.

Personelles: Mit Mete Kaan Demir hat ein Leistungsträger die Roten verlassen. Er spielt jetzt in der ersten türkischen Liga für Basaksehir Fußball. Neu im Kader ist Valdin Mustafa, den Hannover vom 1. FC Kaiserslautern geholt hat. Wieder da ist zudem Uffe Manich Bech, jener dänische Nationalspieler, der zum Saisonbeginn die Abwehrreihen nach Belieben durcheinandergewirbelt und neben noch fünf Tore erzielt hat. Er war einer der personalisierten Gründe für den starken Start der Hannoveraner, wurde dann allerdings zu Bröndby Kopenhagen ausgeliehen. Bech war einer von drei Profis, die in der Bundesliga keine Chance bekamen und regelmäßig in der Zweiten gespielt haben. Mike-Steven Bähre wechselte zum FC Barnley nach England, Babacar Gueye kickt jetzt für den SC Padernborn.

Ergebnisflaute: Die Hannoveraner haben immer mal wieder aufhorchen lassen. Mit einem 1:1 in Flensburg positiv, einem 1:2 in Rehden eher negativ. Herausragend war fraglos ein 7:2 beim SSV Jeddeloh, das durchaus noch höher hätte ausfallen können. Allerdings: Seit 96 mit 3:1 beim VfL Oldenburg gewonnen hat, konnte die Mannschaft in den folgenden sieben Spielen nicht mehr gewinnen.

Die Blauen: Unsere Mannschaft ist gut drauf! Alles andere würden wir hier auch gar nicht verraten, aber Spaß beiseite. Marco Elia und Cumhur Demir haben mit den Jungs in den vergangenen Wochen hart gearbeitet und natürlich auch einige Testspiele absolviert. Sieht man von der verpatzten Generalprobe gegen den FC Hagen/Uthlede ab, wurden die Leistungen zuletzt immer besser. Das nährt die Hoffnung auf eine gelungene Pflichtspielpremiere gegen Hannover.

Fragezeichen: Ausgerechnet in der Woche vor dem ersten Spiel gibt es einige Fragezeichen im Kader. Jan Patrick Kadiata kann natürlich noch nicht wieder kicken, aber er ist nach seinem Bänderriss wieder ins Lauftraining eingestiegen. Leo Kadiata, Jeffrey Volkmer und Lennart Madroch mussten zuletzt erkrankt passen und Süleyman Celikyurt war ebenfalls angeschlagen. Marco Elia nimmt es aber noch gelassen. „Bis zum Spiel haben wir noch genug Zeit und wir werden eine gute Mannschaft auf den Platz bekommen“, sagt er.