Auf Wunsch unserer Fanbetreuer Raimund und Frauke veröffentlichen wir ihren offenen Brief.

Derbysieger?! Tatsächlich, aber nicht gefühlt: Woran liegt es?

Der VfB Oldenburg lebt die Werte des Respekts, der Toleranz und der Achtung eines jeden Einzelnen. Dies mag für einige abgedroschen klingen, ist aber für die große Mehrheit der Fans das, was diesen Verein ausmacht und so besonders macht.

Leider wurden diese Werte von einigen wenigen am vergangenen Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten und damit eine der größten Polizeimaßnahmen in der jüngeren VfB-Geschichte ausgelöst, die die überwiegende Zahl der friedlichen, völlig unbeteiligten Fans wohl oder übel über sich ergehen lassen musste.

Es ist sicherlich so, dass über die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahme diskutiert werden kann und sicherlich auch muss. Wer jedoch bewusst oder unbewusst über einen längeren Zeitraum Reaktionen einfordert, muss sich am Ende nicht wundern, wenn dieser Aufforderung nachgegeben wird.

Natürlich kann hinterfragt werden, ob es nötig war, Polizeiketten immer enger zu ziehen, natürlich kann hinterfragt werden, ob rabiates Verhalten einiger Polizeibeamten zu einer Deeskalation beiträgt. Dies tun wir auch in der Aufarbeitung dieser Ereignisse im Sinne der Fans.

Aber bitte: Muss das Kind immer erst in den Brunnen gefallen sein? Wir loben daher ausdrücklich das Verhalten aller während der Maßnahme, die sich überaus kooperativ und besonnen zeigten und so verhinderten, dass die angespannte Situation nicht noch zusätzlich angeheizt wurde. Wir werden daher alles daransetzen, dass sich derartiges nicht wiederholen möge, werden den Dialog mit allen Beteiligten nicht aufgeben und weiter die Kommunikation miteinander und untereinander suchen. Dies hat uns in den vergangenen Jahren stark gemacht und dies werden wir auch im Interesse des Vereins niemals aufgeben.

Wir werden allerdings auch nicht aufgeben, für die ganz besonderen Faninteressen einzutreten. Es trug sicherlich nicht zur Beruhigung bei, dass es im Gästeblock nicht möglich war, eigentlich vorher abgesprochene Fanutensilien aufzuhängen oder mitzubringen. Wer glaubt, durch Verbote oder Kollektivmaßnahmen ein begeisterungsfähiges Publikum gerade bei einem Derby künstlich steril zu halten, irrt gewaltig und ist von unserer Seite nicht zu akzeptieren.

Hier sind nicht nur die Vereine in der Verantwortung, sondern hier sollten sich alle Beteiligten einmal hinterfragen, ob es dann überhaupt noch langwierige Vorarbeit benötigt, wenn kurzfristig Absprachen oder Vorgaben geändert werden. Dies werden wir sicherlich nicht kommentarlos hinnehmen!

Genauso wenig werden wir es zukünftig kommentarlos hinnehmen, dass gewisse Teile der Anhängerschaft des VfB Oldenburg meinen – insbesondere bei Spielen mit Derbycharakter – sinnlose, zum Teil gewaltverherrlichende und diffamierende Äußerungen zu tätigen, die nur eines im Sinn haben, sich in aller Öffentlichkeit lächerlich zu machen und die Werte des VfB Oldenburg derart zu verraten. Wir dulden weder Einschüchterungen, Drohungen für Leib und Leben, noch das Abziehen von Fanmaterial als Zeichen der Stärke, sondern ziehen ab sofort klare Grenzen.

Nur so können wir es nach unserer Auffassung schaffen, dass der Derbysieg auch gefühlt für alle Fans der aktiven Fanszene, Sponsoren, Mannschaft, Sympathisanten des VfB Oldenburg eingetreten ist.

Wir werden alles dafür tun, dass positiv über den Verein berichtet wird. Hierfür brauchen wir aber euch alle: alle, die sich an die Werte des VfB Oldenburg halten, alle, die sich täglich für diesen Verein aufreiben, alle, die diesen Verein bedingungslos unterstützen! Alle anderen können unseretwegen gerne fernbleiben! Nur gemeinsam für die Farben blau und weiß! Forza VfB Oldenburg!

In diesem Sinne eure Fanbetreuung Frauke und Raimund