Oldenburg. „Lupo ist wieder da“, heißt es auf der Homepage der Unione Sportiva Italiana Lupo Martini Wolfsburg. In der Tat ist den Wolfsburgern in der vergangenen Saison der direkte Wiederaufstieg gelungen. In einem spannenden Saisonfinale konnten die „Wölfe“ den VfL Oldenburg am letzten Spieltag auf den zweiten Tabellenplatz verweisen und so erneut das Abenteuer Regionalliga angehen. Welchen Biss die „Wölfe“ dabei entwickeln, haben wir im Hinspiel schmerzhaft erfahren müssen, aber dazu später mehr.

Bereits von zwei Jahren war der Wolfsburger Stadtteilclub, bestehend seit 1962 und damit der älteste, von Gastarbeitern gegründete Verein in Deutschland, in der Regionalliga am Ball. Der Erfolg hielt sich allerdings in Grenzen. Das Viertliga-Gastspiel war nach nur einer Saison beendet, denn die Wolfsburger stiegen als Vorletzter direkt wieder ab.

„Grande schifo – großer Mist“, dürften die Verantwortlichen sich gedacht haben. Trotz des fehlenden sportlichen Erfolges hatte die Regionalliga-Saison Lust auf mehr gemacht. Ergo strebte Lupo Martini den direkten Wiederaufstieg an und das letztlich mit Erfolg.

Im zweiten Anlauf soll nun alles besser werden. Eigentlich. Der Anfang war durchaus ansprechend. Einem 1:1 gegen Drochtersen zum Start folgte zwar eine 0:4-Niederlage bei Weiche Flensburg, dann allerdings hieß es 3:0 gegen den VfB Oldenburg.

Der Blick zurück sollte unserer Mannschaft Warnung genug sein. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatte der VfB einen nahezu gebrauchten Tag erwischt. Kifuta schien die Blauen zwar früh in Führung gebracht zu haben, doch der Schiedsrichter wollte seinen Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht anerkennen und die Dinge nahmen ihren Lauf. Leon Henze traf zum 1:0 für Lupo Martini (18. Minute) und in der Folge bekamen die Oldenburger keinen richtigen Zugriff mehr auf das Spiel. Als Alper Kara kurz nach der Pause auf 2:0 erhöhte, zeichnete sich ab, dass es nichts werden würde, mit einem Punktgewinn. Gewissheit hatten wir diesbezüglich dann nach 67 Minuten, denn Elvir Zverotic traf zum 3:0.

Die ganz große Erfolgsstory hat Lupo Martini dann allerdings nicht geschrieben. Der Aufsteiger zahlte oft Lehrgeld, kassierte einige knappe Niederlagen, unter anderem auch im Kellerduell, mit dem 0:1 beim VfL Oldenburg. Für Trainer Giampiero Buonocore war anschließend Schluss, er trat zurück. Klaus Fricke hat die Mannschaft übernommen.

Nach 19 Spielen hat der Aufsteiger derzeit 14 Punkte auf dem Konto. Die Statistik weist drei Seige, fünf Unentschieden und elf Niederlagen aus. Bemerkenswert dabei: Die drei Erfolge erspielten sich die Wolfsburger im eigenen Stadion, gegen den VfB Oldenburg sowie mit 2:0 gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder und den TSV Havelse. Auswärts dagegen konnten die Wölfe noch keinen Dreier erspielen. Zudem fällt auf, dass die Mannschaft Probleme in der Offensive hat. Gleich achtmal blieb Wolfsburg ohne eigenen Treffer.

Leon Henze und Elvir Zverotic sind fraglos zwei Leitungsträger im Ensemble der Gäste. Henze führt die interne Torjägerliste mit vier Treffern an, Zverotic hat dreimal getroffen. Zu den Säulen im „Wolfsrudel“ zählt unstreitig Torhüter Marius Sauß. Er hat als einziger Kicker in der Auswahl unserer Gäste alle Spiele über 90 Minuten bestritten. Siim Tenno fehlte nur einmal, Marcel Köhn und Nils Bremer waren in 17 Spielen für Lupo Martini am Ball.

Obschon der Aufsteiger seit Wochen im Tabellenkeller steckt, hat die Moral der Mannschaft noch nicht gelitten. Gegen Weiche Flensburg zuletzt lagen die Wolfsburger schon 0:2 zurück, kamen durch Leon Henze aber noch vor der Pause zum Ausgleich.

Trainer Klaus Fricke kann sich folglich darauf verlassen, dass das Wort „aufgeben“ im Sprachschatz seiner Mannschaft offenbar nicht existiert. Die Ergebnisse, auch auswärts, obschon dort noch ohne Sieg, unterstreichen diese Vermutung. Immerhin konnten die Wolfsburger in Jeddeloh, beim Hamburger SV II und beim SV Drochtersen/Assel punkten. Der VfB wird also alles aufbieten müssen, um die Zähler in Oldenburg zu behalten.

Nicht mithelfen können dabei Mannschaftskapitän Kai Bastian Evers (5. Gelbe) und Ahmet Saglam (Rot), die im Spiel beim SSV Jeddeloh II verwart worden sind. Zudem plagt sich der eine oder andere Oldenburger mit Blessuren. Trainer Marco Elia wird dennoch eine spiel- und kampfstarke Mannschaft aufbieten, die alles tun wird, um die Punkte in Oldenburg zu behalten.