Oldenburg. Könnte man das Osterwochenende besser einläuten als mit diesem großartigen Klassiker des Oldenburger Fußballs? Natürlich nicht! VfB gegen VfL, die Blauen gegen die Grünen. Wenn am Donnerstagabend, um 18.15 Uhr im Marschwegstadion das ewig junge Stadtduell angepfiffen wird, spielen Statistiken und Tabellen keine Rolle. Es geht zwar auch um drei Punkte, vor allem aber um ganz viel Prestige.

Liebend gern hätte der VfB das Spiel gegen seinen Stadtrivalen am Ostermontag ausgetragen, doch unsere Gäste sahen diesbezüglich keine Möglichkeit. Also wird es am Donnerstagabend spannend. Dass der VfL zurzeit als Tabellenvorletzter nicht mehr die ganz großen Chancen auf den Klassenerhalt hat, darf man in diesem Spiel getrost ausblenden. Der VfB muss sich auch hochmotivierte Gäste einstellen, nicht zuletzt, weil auch eine ganze Reihe ehemaliger Blauer mittlerweile für die Grün-Weißen am Ball sind und das teils mit großem Erfolg.

Conrad Azong etwa ist nicht nur wegen seiner acht Saisontore der Fixpunkt im Angriff unserer Gäste. „Conny“ hat nicht nur seine Treffsicherheit gefunden, es spielt zudem auch sehr mannschaftsdienlich, ist immer anspielbar und sorgt für viel Unruhe beim Gegner.

Die meisten Spiele für den VfL hat in dieser Saison allerdings nicht Azong absolviert, sondern Kai-Sotirios Kaissis. Er hat in 29 Spielen zwei Treffer erzielt und ist im Mittelfeld Dreh- und Angelpunkt des Oldenburger Spiels. Das wiederum fällt ihm regelmäßig leichter, weil an seiner Seite mit Daniel Isailovic ein anderer, sehr erfahrener Ex-VfBer kickt, der auch im etwas fortgeschritteneren Fußballalter noch einen ganz feine Kugel spielt. In dieser Woche war er zudem in Doppelfunktion gefordert, denn er hat den verhinderten Cheftrainer Dario Fossi während der Übungseinheiten vertreten.

Stattliche 22 Einsätze hat Efkan Erdogan zu verzeichnen, auf dessen Konto zudem auch vier Treffer gehen und wir wären nicht überrascht, sollte „Effe“ in diesem Spiel demonstrieren wollen, warum wir uns über seinen Wechsel ins VfB-Trikot freuen. Ein ganz spannender Spieler ist zudem Kebba Badije. Der flinke Offensivkicker ist mit sieben Treffern in 17 Spielen zweitbester Torschütze seiner Mannschaft und hat sich längst in die Notizbücher vieler Scouts gedribbelt. Man munkelt, dass er in der kommenden Saison für die U23 von Werder Bremen auflaufen könnte.

Die nach wie vor uncharmant lange Liste unserer Verletzten wollen wir an dieser Stelle nicht nochmal bemühen, sondern freuen uns, dass zum Beispiel Lennart Madroch wieder fit sein wird, um in Derby ordentlich gegen den Ball zu treten. Ganz gespannt sind wir zudem, wen unser Cheftrainer Marco Elia für die Startelf nominieren wird. Änderungen im Vergleich zum unglücklichen 0:1 gegen den Hamburger SV II könnte es natürlich geben.

Aber genug der Spekulationen. Halten wir uns an Fakten. Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften 1:1 unentschieden. Offiziell sahen das 2.387 Fans. Auf eine ähnliche Kulisse hoffen wir natürlich auch am Donnerstag.

Auch deshalb bitten wir die Oldenburger Fußballfans, nach Möglichkeit mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Marschwegstadion zu kommen. Wir haben an Spieltagen unter der Woche eine schwierige Parkplatzsituation, weil viele Stellflächen nicht zur Verfügung stehen.

Schiedsrichter des Stadtderbies ist Theodor Potiyenko vom FC Hude. Ihm assistieren Sebastian Lampe und Sebastian Otto.