Die Location hätte schöner nicht sein können, die Stimmung war bestens und die Erkenntnis des Tages eindeutig: Wenn der Wind dem VfB Oldenburg mal kräftig ins Gesicht bläst, kann er sich auf seine Sponsoren, Freunde und Partner verlassen!

Im schicken „Müggenkrug“ durften die Verantwortlichen der Blauen am Montagabend knapp 100 Gäste, mehrheitlich aus dem Kreis der Wirtschaftspartner begrüßen. Es galt einen Ausblick auf die neue Saison zu wagen und zudem hatte der VfB einen prominenten Gast eingeladen: NFV-Präsident Karl Rothmund gab einen ausführlichen Einblick in die Arbeitsfelder des Fußball Verbandes, aber auch in seine Gedankenspiele, wie die Zukunft des Fußballs in der Regionalliga aussehen könnte. Darüber hinaus hatte der Verbandschef auch die besten Wünsche für den VfB im Gepäck. Kurzum: Es war ein informativer, unterhaltsamer und absolut gelungener Abend.

Natürlich bezogen VfB-Präsident Wilfried Barysch und Geschäftsführer Philipp Herrnberger zu einem Thema Stellung, das seit dem vergangenen Freitag für Schlagzeilen gesorgt und dem VfB viel Kritik und Spott eingebracht hatte. Zum offiziellen Saison-Eröffnungsspiel hatten die Blauen nicht in ihren blauen Trikots auflaufen dürfen. Da allerdings die Auswärtstrikots noch nicht fertig waren und es demzufolge an einer Alternative fehlte, hatte der VfB in Lübeck auf Geheiß des Schiedsrichters gelbe Leibchen überstreifen müssen. „Das war unangemessen und ganz klar unser Fehler. Dafür haben wir uns heute bereits mit einer Stellungnahme entschuldigt und wir entschuldigen uns auch hier noch einmal dafür. Wir bringen viele neue Dinge auf den Weg und nur wer das Risiko scheut, macht keine Fehler. Gleichwohl hätte das nicht passieren dürfen und wir werden alles tun, damit sich so etwas nicht wiederholt“, betonte Philipp Herrnberger, der für seine offenen Worte mit viel Applaus der Gäste, darunter auch der komplette Regionalligakader, belohnt wurde.

Der VfB hatte indes auch viele gute Nachrichten parat, auch und gerade in personeller Hinsicht. Neu im Vorstand der Blauen ist Karl Knab. Der Kommunikations-Fachmann verstärkt die Führungsriege, wird sich unter anderem um die Themen Marketing, Kommunikation und Sportentwicklung kümmern und nutzte die Gelegenheit, um sich kurz vorzustellen.

Gute Nachrichten gab es rückblickend auch aus Lübeck. „Wir freuen uns über den dritten Platz im Zukunftswettbewerb des NFV“, konnte Wilfried Barysch berichten. Der VfB-Präsident war ob dieses schönen Erfolges sichtlich erfreut und bedankte sich in diesem Kontext bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr tolles und nachhaltiges Engagement.

Ehe die Gäste vom Cup-Team um Christiane und Jochen Toss auch kulinarisch verwöhnt wurden – am Büffet warteten unter anderem Steak- und vegetarische Burger, bayrischer Kartoffelsalat und süße Leckereien – wurde es musikalisch. Der Oldenburger Musiker Christian Kramm hat eine neue Einlaufmusik für die Heimspiele des VfB geschrieben, die am Montagabend erstmals einem breiten Publikum vorgestellt wurde. Die rockige Nummer kam übrigens gut an und wird fortan die Fußballer auf ihrem Weg auf den grünen Rasen begleiten.

Zahlen, Daten, Fakten – so lautet die Überschrift für eine Veranstaltung, zu einem Termin, der dem VfB-Vorstand sehr am Herzen liegt. Am Montag, 25. September sollen die Wirtschaftspartner – wie schon im vergangenen Jahr, ganz offen über die aktuellen Zahlen des VfB informiert werden. „Wir reden nicht nur von Transparenz, wir leben sie auch und es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass wirklich viele Partner die Möglichkeit nutzen, sich über unsere Situation offen informieren zu lassen“, erklärte Wilfried Barysch.

Dieses Vorhaben fand übrigens auch bei Karl Rothmund ein positives Echo. Er sei beeindruckt von so viel Offenheit und begrüße dieses Handeln, betonte der NFV-Präsident, der den Gästen in seinem launigen Beitrag einen Einblick in die Arbeit des Verbandes gab. Dabei hatte er auch viele Zahlen parat und erklärte, wie und in welchem Umfang der NFV, seine Mittel verwendet.

Sehr deutlich wurde Karl Rothmund aber auch beim Thema „Fußball-Regionalliga“. Im Gegensatz zu anderen Landesverbänden plädiere man in Niedersachsen klar für den Fortbestand von fünf Regionalliga, allerdings soll die Aufstiegsregelung geändert werden. „Es ist schlimm genug, dass ein Meister nicht direkt aufsteigen kann, aber es ist schon tragisch, wenn die Aufstiegsentscheidung im Elfmeterschießen fällt. Das möchten wir verändern und sprechen uns deshalb für eine Reform aus. Wir möchten die vier Aufsteiger in zwei Dreiergruppen ermitteln“, so Rothmund.

Er hoffe, so der Präsident weiter, dass mittelfristig auch der VfB Oldenburg den Sprung in die 3. Liga schaffe. „Oldenburg ist ein entscheidender Teil Niedersachsens und ich gebe offen zu, dass ich schon vor zwei Jahren gehofft hatte, dass der VfB den Weg nach oben einschlagen würde. Am Ende ist dann leider auch noch der VfL Wolfsburg in der Relegation gescheitert. Wenn der VfB aufsteigen will, dann seid ihr alle gefordert“, erklärte Rothmund mit Blick auf die Wirtschaftspartner. Er drücke der Stadt Oldenburg und dem Verein die Daumen, dass er den Mut und das Glück habe und den Aufstieg schaffe.

Sportlicher Erfolg benötigt neben akribischer Arbeit aber auch eine finanzielle Basis und die breite Unterstützung der Wirtschaft. Das Engagement der Sponsoren soll allerdings keine Einbahnstraße sein. „Unsere Partner sollen profitieren“, betonte Philipp Herrnberger, der auch eine Neuigkeit in petto hatte. Mit Benjamin Dau und Detlef Dierks haben sich zwei Wirtschaftspartner des VfB gefunden, die ab sofort die Interessen der Sponsoren nachhaltig vertreten und das bereits jetzt gute Miteinander verstärken wollen. „Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Vorstand und Sponsoren“, erklären Dierks und Dau unisono.

Zum Abschluss ging es natürlich nochmal um den Fußball. Sportdirektor Ralf Voigt und Trainer Dietmar Hirsch sprachen dabei nicht nur über die aktuelle Situation, sondern gaben auch einen Einblick über die Arbeit in der Sommerpause. Zudem stellten sich alle neuen Spieler kurz vor, ehe der Abend mit einem kleinen „Wettstreit“ beschlossen wurde.

Das neue Auswärtstrikot „Feiner Zwirn“ ist am Montag eingetroffen und wurde direkt versteigert. „Auktionator“ Frank Reichelt gelang es dabei, den beeindruckenden Betrag von 500 Euro herauszuholen. Benjamin Dau war der glückliche Sieger und er ließ es sich natürlich nicht nehmen, sofort in den feinen Zwirn zu schlüpfen, der ab dem kommenden Wochenende übrigens auch im Fanshop „Blaue Burg“ zu haben sein wird. Die Einnahmen der Versteigerung kommen übrigens der Elterninitiative krebskranker Kinder zugute.