Lübeck. Der VfB Oldenburg ist mit einem Erfolgserlebnis in die neue Saison gestartet. Bei hochsommerlichen Temperaturen erkämpften sich die Blauen einen hoch verdienten Punkt beim Titelfavoriten VfB Lübeck. Der eingewechselte Ibrahim „Ibo“ Temin markierte in der Schlussphase den Ausgleich, nachdem Daniel Franziskus kurz nach dem Anpfiff für seinen VfB getroffen hatte.

Vor 1.675 Zuschauern entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem beide Mannschaften durchaus ihre Möglichkeiten hatten. Bereits nach fünf Minuten sorgte Daniel Franziskus für ein erstes Stimmungshoch auf Seiten der Lübecker. Die Gäste hatten den Ball in der Vorwärtsbewegung verloren und wurden durch einen langen Pass ausgehebelt. Jeffrey Volkmer, rechts in der Viererkette verteidigend, versuchte noch, die Flanke zu verhindern, doch am Ende einer unglücklichen Fehlerkette kam Franziskus zum Kopfball und traf ins lange Eck und zelebrierte seinen Treffer mit einem Salto.

Die Gäste zeigten sich allerdings unbeeindruckt und kamen nur drei Minuten später ihrerseits zu einer ersten Möglichkeit. Pascal Steinwender, zu Beginn als zentraler Stürmer aufgeboten, war gefoult worden. Süleyman Celikyurt schnappte sich den Ball beim fälligen Freistoß und zirkelte ihn mit viel Gefühl Richtung Tor. Die lautstarken Gäste-Fans hatten den Torjubel bereits auf den Lippen, da klatschte der Ball an den Pfosten. Pech!

Auf der anderen Seite zeigte Rückkehrer Dominik Kisiel, warum die Oldenburger Verantwortlichen ihn zurückgeholt haben. Reaktionsschnell tauchte er bei einem Freistoß von Franziskus ab und fischte den Ball aus dem rechten unteren Eck (13. Minute).

Dass die Gemüter in der Folge durchaus etwas Abkühlung gut hätten vertragen können, war nicht allein der Sommerhitze geschuldet. Beide Mannschaften gingen rustikal zur Sache und Schiedsrichter Kevin Rosin zückte gleich zweimal den gelben Karton. Erst bestrafte er Oldenburgs Lennart Madroch, dann dessen Mitspieler Kai-Bastian Evers. Insgesamt sollte die Statistik nach dem Abpfiff acht gelbe Karten aufweisen – gerecht auf beide Mannschaften verteilt.

Mitte der ersten Halbzeit wurden die Gäste stärker und hatten durchaus ihre Möglichkeiten zum Ausgleich. Volkmer verpasste das Tor mit einem Kopfball knapp (26.), Gazi Siala hingegen fehlten Zentimeter, um den Ball im Tor unterzubringen (42.). Zudem hatte Celikyurt nochmal Pech. Steinwender war vom Ex-Oldenburger Daniel Halke rüde abgeräumt worden, den fälligen Freistoß konnte Torhüter Benjamin Gommert allerdings zur Ecke lenken, sehr zum Ärger des starken Celikyurt.

In der Halbzeitpause reagierte Oldenburgs Cheftrainer Stephan Ehlers auf den Rückstand mit einem ersten Wechsel. Für Pascal Richter brachte er Kifuta Kiala Makangu, später kamen zudem Hugo Magouhi für Siala und in der Schlussphase Ibrahim Temin für Celikyurt ins Spiel.

Der Kick selbst lebte in der zweiten Halbzeit nicht nur von seiner Spannung. Das Tempo war weiterhin hoch, die Zweikämpfe intensiv. Hitzig wurde es in der 50. Minute. Siala hatte Yannik Deichmann zu Fall gebracht, der sich daraufhin zu einer klaren Tätlichkeit hinreißen ließ, auf den Oldenburger zustürmte und mit beiden Händen zu Boden stieß. Ein Platzverweis gegen den Lübecker schien die logische Folge, doch der Schiedsrichter beließ es beim gelben Karton – für beide Spieler.

Während Oldenburg die Schlagzahl erhöhte, hatten die Gastgeber noch eine Chance, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Der eingewechselte Marvin Thiel zielte allerdings bei einem Freistoss aus 19 Metern zu genau und traf den Pfosten (73.). Das sollte sich rächen, denn angetrieben von den noch immer lautstark anfeuernden Fans warfen die Blauen alles nach vorne und wurden dafür belohnt. Nach einem Pass auf der rechten Seite zog Pascal Steinwender flink davon, brachte den Ball gekonnt vor das Tor und hatte im kurz zuvor eingewechselte Ibo Temin einen dankbaren Abnehmer. Ganz cool traf der Oldenburger zum verdienten 1:1, um die Freude über seinen Treffer sogleich mit dem VfB-Anhang zu teilen. Allerdings mit dem der Lübecker, die das wiederum ebenso wenig gut fanden, wie Schiedsrichter Rosin, der den Jubel mit Gelb ahndete.

Der gastgebende VfB, der zuvor schon jede Möglichkeit genutzt hatte, um Zeit von der Uhr zu nehmen, war geschockt und hätte fast noch das 1:2 geschluckt. Doch Torhüter Benjamin Gommert konnte in der Nachspielzeit einen Freistoß von Okan Erdogan halten.

 

VfB Lübeck: 1 Benjamin Gommert – 39 Florian Riedel, 19 Daniel Halke, 2 Tim Weißmann, 29 Kresimir Matovina (79. 3 Andreas Gomig) – 17 Tommy Grupe, 10 Yannick Deichmann, 8 Sven Mende – 7 Daniel Franziskus (70. 30 Til Martin Weidemann), 11 Stefan Richter, 23 Dennis Hoins (46. 13 Marvin Thiel)
Trainer: Rolf Martin Landerl

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 6 Okan Erdogan, 19 Angelos Argyris, 27 Süleyman Celikyurt (71. 20 Ibrahim Temin) – 10 Gazi Siala (62. 35 Hugo Magouhi), 8 Kai Bastian Evers – 18 Pascal Richter (46. 11 Kifuta Kiala Makangu), 30 Lennart Madroch, 31 Jan-Patrick Kadiata – 7 Pascal Steinwender
Trainer: Stephan Ehlers

Tore: 1:0 Daniel Franziskus (4.); 1:1 Ibrahim Temin (84.)

Schiedsrichter/in: Kevin Rosin – Assistenten: Luca Jürgensen, Janik Möller

Zuschauer: im Stadion an der Lohmühle

Gelbe Karte: Daniel Halke, Daniel Franziskus, Yannick Deichmann, Tommy Grupe / Kai Bastian Evers, Lennart Madroch, Gazi Siala, Süleyman Celikyurt