„Ach, der Rudi“, sagt Klaus Bester und lacht herzlich. Es ist die Erinnerung, die beim Ehrenpräsidenten des VfB Oldenburg sofort für gute Laune sorgt. Die Erinnerung an eine Zusammenarbeit, die zwar nur kurz andauerte, aber eine jahrelange Freundschaft zur Folge hatte. Die Freundschaft zwischen Klaus Berster und Rudi Assauer.

Kennen- und nachhaltig schätzen gelernt haben sich beide durch ihre Zusammenarbeit beim VfB Oldenburg. 1989 stand der Westersteder Kaufmann Berster dem norddeutschen Traditionsverein vor und führte diesen in die 2. Bundesliga. Um den Verein weiter zu professionalisieren, suchten die Oldenburger seinerzeit einen Manager und wurden über ihren damaligen Trainer Wolfgang Sidka auf Rudi Assauer aufmerksam.

Der ehemalige Fußball-Profi hatte sich nach einem ersten Engagement als Manager von Schalke 04 im Immobilienbereich selbstständig gemacht, ließ sich allerdings von den Oldenburgern zu einer Rückkehr ins Fußballgeschäft überzeugen. Vier Jahre lang arbeiteten Rudi Assauer und sein Präsident Klaus Berster erfolgreich zusammen. „Es war eine schön und spannende Zeit. Wir haben gemeinsam wirklich sehr viel erlebt“, erinnert sich der heute 80-jährige Unternehmer.

Im Zuge einer Neuordnung des Profifußballs konnten die Oldenburger sich in der Spielzeit 1992/93 nicht für eine weitere Saison in der 2. Bundesliga qualifizieren. Rudi Assauer indes sollte dem Fußball erhalten bleiben. Er wechselte erneut zum FC Schalke 04 und sollte in den folgenden Jahren mit seinem nachhaltigen Wirken dafür sorgen, dass aus dem einstigen Krisen- und Skandalclub eine Spitzenmannschaft wurde. Vor allem der Bau der Veltins-Arena ist noch heute eng mit dem Namen von Rudi Assauer verbunden und auch der Gewinn des Uefa-Pokals 1997 fällt in seine Amtszeit.

Klaus Berster wiederum engagierte sich noch über viele Jahre für den VfB Oldenburg sowie in der Verbandsarbeit. Der Kontakt zu Assauer blieb dabei immer bestehen. Längst hatte sich eine echte Freundschaft entwickelt, die vom regen Austausch und gegenseitigen Besuchen gekennzeichnet war. Daran änderte auch eine schwere Erkrankung von Rudi Assauer nichts. 2012 wurde bekannt, dass der heute 72-jährige an Alzheimer erkrankt ist. Sein Leben und Wirken, privat wie im Fußball, werden derzeit verfilmt. Im Zuge dessen kommen auch viele Zeitzeugen und Wegbegleiter von Rudi Assauer zu Wort, darunter natürlich auch Klaus Berster, der heute noch Kontakt zu seinem Freund und dessen Familie hält. „Zu sehen, wie die Krankheit einen Menschen verändert, tut weh. Rudi Assauer war immer ein Typ mit Ecken und Kanten. Er hat polarisiert und sich nie der veröffentlichten Meinung angepaßt, sondern ist seinen eigenen Weg gegangen. Ich habe ihn als humorvollen und herzlichen Menschen kennen- und schätzen gelernt und möchte seine Freundschaft nicht missen“, sagt Klaus Berster heute.