Oldenburg. Die gute Nachricht darf diesmal schon am Anfang unseres kurzen Vorspiels stehen. Gegen Mannschaften aus Schleswig-Holstein ist unser VfB Oldenburg in dieser Saison noch ungeschlagen. Wer an dieser Stelle darauf hinweisen möchte, man habe ja auch erst gegen zwei Mannschaften aus dem Norden gespielt, sieht sich dem dringenden Tatverdacht des Erbsenzählens ausgesetzt. Da kommen wir doch lieber mal direkt auf Eintracht Norderstedt zu sprechen, unseren Gegner am kommenden Sonntag, ab 15 Uhr, im Marschwegstadion.

Tabellenplatz 13, mit 13 Punkte aus 11 Spielen, lautete die derzeitige Ausbeute der Norderstedter. Eine Zwischenbilanz, die bei den Blau-Roten nicht unbedingt zum Stimmungsaufheller taugt, denn ein klein wenig mehr hatten sie schon erwartet.

Sechs Spieler haben die Eintracht im Sommer verlassen, darunter mit Linus Meyer auch ein Leistungsträger. Die Verantwortlichen haben allerdings gleich neun neue Spieler verpflichtet, darunter auch regionalliga-erfahrene Kicker, etwa Nick Brisevac von Altona 93 und Mats Facklam, der für die Sportfreunde Lotte am Ball war. Beide sind in der aktuellen Truppe Stammspieler.

Überhaupt wirkt der Kader gut aufgestellt, viel Talent, mindestens so viel Erfahrung, durchaus auch in der Breite ausgewogen. In Dirk Heyen steht zudem ein bewährter Fußballfachmann als Trainer an der Seitenlinie. Kein Wunder, dass man der Eintracht zugetraut hat, sich im oberen Tabellendrittel zu etablieren.

Der Start in neue Spielzeit war dann allerdings wenig verheißungsvoll, denn die Norderstedter unterlagen in Rehden 1:2. Eine Enttäuschung, denn die Gäste waren die klar spielbestimmende Mannschaft, machten daraus aber zu wenig. Es folgten ein 1:1 gegen Werder Bremen II und eine eigentlich ordentliche Serie, denn bis zum 7. Spieltag kassierte die Eintracht lediglich noch eine Niederlage. Die ist mit 1:4 beim VfL Wolfsburg II dann allerdings auch deutlich ausgefallen.

Einem klaren 3:1-Sieg über den Hamburger SV II folgte ein 1:2 gegen Lüneburg und ein desaströses 1:5 in Drochtersen. Plötzlich hing in Norderstedt der Haussegen schief. Marin Mandic, seit Jahren bewährter Innenverteidiger, wurde für zwei Wochen suspendiert. In Oldenburg könnte er wieder mitspielen und an der Seite von Marcus Coffie verteidigen. Der ist in jedem Fall gesetzt, hat in allen elf Spielen über 90 Minuten auf dem Platz gestanden.

Zu den Leistungsträgern zählt unbedingt auch Torhüter Johannes Höcker. Der 33-jährige machte beim 2:2 gegen Weiche Flensburg ein riesen Spiel und hatte entscheidende Anteil am Punktgewinn. Nach einem 0:2 hatte er einen höheren Rückstand verhindert und letztlich erkämpfte sich die Eintracht noch den Ausgleich.

Maßgeblichen Anteil an den bislang erspielten 13 Punkten haben auch Felix Drinkuth (6 Treffer) und Sinisa Velesinovic (5), die beiden besten Torschützen der Mannschaft, die körperlich zu den stärksten der Liga zählt. „Facklam, Koch, Velesinovic, das sind allesamt Kanten mit Gardemaß über 1,90 Meter Größe. Da muss man erstmal ein Kopfballduell gewinnen“, sagt Marco Elia.

Der VfB-Trainer hat den Gegner bereits analysiert und durchaus Ansätze gefunden, um für seine Mannschaft die richtige Taktik auszutüfteln. Verraten will er seiner Erkenntnisse natürlich nicht, vielmehr spricht Elia lieber über seinen VfB. „Wir waren mit dem Punkt in Wolfsburg zwar zufrieden, aber in der Besprechung haben wir den Jungs auch deutlich gemacht, was wir alles noch besser hätten machen können“, sagt er.

Dass seine Mannschaft zuletzt zweimal das Tor nicht getroffen hat, trotz allerbester Chancen, erklärt sich aus Sicht des Trainers. „Es ist eine mentale Geschichte, reine Kopfsache. Ich muss einem Kifuta, einem Mike Lukowicz, einem Hugo oder auch einem Calli Steinwender nicht erklären, wie man Tore schießt, aber ich erwarte, dass sie alles dafür tun, um wieder zu treffen“, so Elia.

Im Training wird daran gearbeitet, die Ladehemmung in den Griff zu bekommen. Spielformen und Torschusstraining standen in dieser Woche wiederholt auf dem Programm. Am Freitag gilt der Fokus dann dem Gegner, bis dahin allerdings wollen Marco Elia und sein Co-Trainer Cumhur Demir vor allem am Tun der eigenen Mannschaft feilen. Schließlich wollen die Blauen gegen Schleswig-Holsteiner nicht nur ungeschlagen bleiben, sondern am Sonntag endlich ihren zweiten Saisonsieg feiern.