Die große EWE Arena ist vermutlich ausverkauft, die Bühne also bestens bereitet, für einen starken Auftritt. Genau den will die Traditionsmannschaft des VfB Oldenburg am Freitag, beim Hallenfußball-Turnier um den Pokal der Öffentlichen Versicherungen zeigen, das um 18 Uhr beginnt und von Sport1 live im Fernsehen übertragen wird.

Borussia Mönchengladbach und VfL Wolfsburg heißen die Gruppengegner der VfB-Recken, die sich das Erreichen des Halbfinales zum Minimalziel gesetzt haben. „Ein Spiel müssen wir gewinnen, mindestens. Ab dem Halbfinale braucht man dann natürlich auch eine Portion Glück“, sagt Teamchef Michael Richter. An einer dürftigen Vorbereitung oder gar einem Mangel an Motivation werden die Blauen am Freitagabend ganz sicher nicht scheitern. Im Gegenteil.

In den vergangenen Wochen hat der bekannt ehrgeizige Teamchef sein Ensemble nachhaltig eingeschworen. Mehrfach haben die Oldenburger zusammen trainiert, was keinesfalls als selbstverständlich anzusehen ist, denn ein Teil der Kicker hat eine längere Anfahrt nach Oldenburg in kauf zu nehmen, um hier gegen den Ball treten zu können. So leben Söhren Grudzinski, Johann Stenzel und Davor Celic in Hamburg und Benjamin Doll ist seit Jahre in Hamm heimisch geworden. „Das hat die Jungs aber nicht davon abgehalten, beim Training in Oldenburg dabei zu sein“, freut sich Teamchef Richter über das Engagement.

Selbiges zeige, wie groß die Lust auf das gemeinsame Fußballspiel sei. „Es geht nicht allein um das Turnier. Man hat allen angemerkt, dass sie wirklich Bock haben, miteinander zu spielen“, erzählt Richter, der darüber hinaus auch ein höchst motiviertes Betreuer-Team auf die Beine gestellt hat. Der langjährige VfB-Mannschaftsarzt Dr. Albrecht Glüse heilt kleinere Wehwehchen, die über einen feinen Muskelkater hinausgehen und die im fortgeschrittenen Fußballalter schon mal auftreten können. Betreuer Olaf Piornack hat immer einen heißen Früchtetee vorrätig, weiß um die Wichtigkeit von Magnesiumtabletten und frisches Obst und am Turniertag werden die beanspruchten Muskeln von den kompetenten Physiotherapeuten Niklas Kühne und Sebastian Wiedon geknetet. Letzterer hat zwar keine unmittelbare VfB-Vita, zählt aber seit Jahren zum Team hinter dem Team und reist extra aus Magdeburg an.

Die Fans dürfen sich derweil darauf freuen, auch den einen oder anderen neuen Traditionskicker im VfB-Dress zu sehen. So sind zum Beispiel Johann Stenzel und Davor Celic ebenso erstmalig dabei, wie Benjamin Doll und Horst „Hotte“ Elberfeld. Letzterer zählt zwar schon 42 Lenze, ist aber fit wie eh und je und spielt nach wie vor für den SV Thüle einen formidablen Ball in der Bezirksliga. Die körperlich gute Verfassung hat „Hotte“ übrigens nicht exklusiv. „Die ganze Truppe ist gut drauf. Da hat keiner an den Feiertagen zuviel genascht“, betont Richter.

Die Vorfreude der Oldenburger ist folglich groß, die Konkurrenz ebenso. Vor allem Borussia Mönchengladbach schätzt der Teamchef stark ein. Kein Wunder, denn die Borussen haben den Titel in Oldenburg – ebenso wie der VfB – schon gewinnen können und mit schöner Regelmäßigkeit einen flotten Ball gespielt. Daraus zu schließen, die Blauen könnten etwa den VfL Wolfsburg unterschätzen, ist natürlich falsch. „Wir sind konzentriert und fokussiert. Letztlich geht es darum, eine der beiden Mannschaften hinter uns zu lassen. Beide haben Qualität, aber wir sind auch nicht ganz schlecht und ich hoffe einfach, dass wir die guten Leistungen aus dem Training umsetzen können“, so Richter weiter.

Einen personellen Rückschlag mussten die Oldenburger allerdings verdauen. Timo Ehle wird am Freitagabend keinen Dienst tun können. Der Defensivkünstler hat sich den Oberschenkel gezerrt. Ersatz wird nicht nachnominiert. „Wir sind gut aufgestellt, können personell gut rotieren und jeder wird seine Minuten bekommen. Da gibt es keinen Bedarf“, betont der Teamchef, der folgenden Kader nominiert hat:

Marco Elia, Söhrend Grudzinski, Alexander Eckel, Christian Thölking, Johann Stenzel, Davor Celic, Waldemar Kowalczyk, Andreas Boll, Benjamin Doll, Stefan Frye, Horst Elberfeld und Mehmet Koc.

Der guten Ordnung halber wollen wir an dieser Stelle die zweite Gruppe natürlich nicht unterschlagen. Hier wird sich Werder Bremen, der Titelverteidiger, fraglos gegen Schalke 04 und den kurzfristig nominierten AS Rom durchsetzen.

Ein kleines Kontingent an Restkarten soll es übrigens noch geben, ansonsten hofft der VfB, dass seine Fans der Traditionsmannschaft vor dem Fernsehschirm die Daumen drücken.