Oldenburg. Das Wetter spielt mit, will heißen, am Sonntag, um 14 Uhr kann der VfB Oldenburg bei Holstein Kiel II um Punkte kämpfen. Offen ist dabei, auf welchen Gegner die Blauen wirklich treffen werden, denn es wäre alles andere als eine Überraschung, wenn die Reserve des Gegners mit einigen Kickern aus dem Zweitligakader aufgepimpt würde. „Wir nehmen es, wie es kommt“, bleibt Marco Elia allerdings ganz entspannt. Wir haben für unser Vorspiel dennoch mal einige Fakten zusammengesucht:

Der Gegner: Als Tabellendritter ist Holstein Kiel II in der vergangenen Saison eher überraschend zu Aufstiegsehren gekommen. Weil weder Meister Strand 08, noch Vize Flensburg in die Regionalliga wollten, haben die Kieler an der Relegation teilgenommen und sich durchgesetzt. Genauso überraschend spielt die Reserve des Zweitligisten eine bockstarke Saison.

Die Statistik: Tabellenplatz sechs, nach 26 Spielen wurden elf Siege gefeiert, man durfte sechs Unentschieden beklatschen und hat nur neun Mal verloren. Dabei trafen die Kieler 40 Mal und kassierten 35 Gegentore.

Der Torjäger: Laurynas Kulikas ist im Angriff eigentlich nicht zu ersetzen. 14 Treffer gehen bereits auf sein Konto und man fragt sich doch gleich, warum der in Liga zwei noch keine dauerhafte Chance bekommen hat. Ähnlich treffsicher ist im jungen Kieler Kader sonst niemand. Mit jeweils fünf Treffern folgen im internen Ranking Noah Awuku und Tim Siedschlag.
Der Chef: Schwups, da taucht der Name schon wieder auf: Tim Siedschlag. Für Liga zwei reichte es vielleicht nicht mehr, aber in der zweiten Mannschaft ist der erfahrene Routinier Chef im Ring. Siedschlag gibt den Takt vor, ist Dreh- und Angelpunkt im Kieler Spiel.

Der Beständige: Timon Weiner ist der beständigste Kieler. Der junge Torhüter stand in 24 Begegnungen zwischen den Pfosten und sammelte dabei 2.155 Spielminuten. Auf 2.099 Minuten Einsatzzeit kommt Laurynas Kulikas und auch Tim Siedschlag ist topfit und fast immer am Ball, was durch 2016 Spielminuten bestätigt wird.

Die Form: Hier kommen wir mal zu Zahlen, die uns durchaus zuversichtlich stimmen. Zuletzt lief es für Holstein II nämlich nicht so rund. Drei der letzten vier Spiele haben die Kieler verloren, darunter gegen die „Kellerkinder“ Lüneburger SK und TSV Havelse sowie zuletzt in Flensburg. Gegner, die allesamt über eine gewisse physische Wucht verfügen.

Der VfB: Auf Kifuta Kiala Makangu müssen die Blauen am Sonntag verzichten. Er hat in Bremen die fünfte gelbe Karte kassiert und ist gesperrt. Pascal „Calli“ Steinwender war leicht angeschlagen, soll den langen Trip aber mitmachen. Ob und in welcher Form es zu Umstellungen kommt, wollte Marco Elia nicht verraten. „Wir lassen uns etwas einfallen“, verspricht der VfB-Trainer uns grinst schelmisch.

Die Einschätzung: An der Förde treffen die Oldenburger auf einen spielerisch starken Gegner, der taktisch gut ausgebildet ist und einen ganz feinen Ball zu spielen versteht. Eine eher rustikale Gangart schmeckt den Nordlichtern allerdings weniger, doch das ist nicht die Klinge, die der VfB schwingt. Auch Marco Elia bevorzugt spielerische Lösungen und mag davon eigentlich auch nicht abweichen. Im Hinspiel, es war die ersten Pflichtaufgabe nach dem damaligen Trainerwechsel, zeigte der VfB ein starkes Spiel, vergaß allerdings, sich zu belohnen. Gehen die Blauen weniger verschwenderisch mit ihren Torchancen um als zuletzt, ist auch in Kiel mehr als ein Punkt drin.