Um die Grundlagen des Marketings zu vermitteln, werden an Hochschulen häufig virtuelle Projekte erdacht, an deren Beispiel dann die methodischen und theoretischen Grundlagen von Ist-Analyse und Ableitung einer Marketingstrategie vermittelt werden können. Nicht so im Falle der Studierenden der Betriebswirtschaft an der IBS Oldenburg: anstelle eines virtuellen Projekts haben sie in den vergangenen zwei Semestern die Möglichkeit erhalten, sich mit einem ganz konkreten Fall auseinanderzusetzen: dem Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg. Zustande kam der Kontakt über den ehemaligen Geschäftsführer Philipp Herrnberger, der gemeinsam mit Dr. Ralph Stuber (Akademieleiter IT an der IBS Oldenburg) die Idee ausgearbeitet und „den Auftrag erteilt“ hat. Die Leitung des Projekts übernahm Prof. Dr. Uwe Heil, der als Marketingdozent an der IBS und Inhaber der Marketingagentur „Heil Marketing“ tätig ist.

In einem ersten Schritt haben Studierende des 5. Semesters an der IBS im Sommer/Herbst 2017 die Ist-Analyse vorbereitet und dabei vier Zielgruppen identifiziert: die Stadiongänger, die unbeteiligten Bürger Oldenburgs, die Sponsoren und die Spieler. Sie führten daraufhin Befragungen mehrerer hundert Personen aus diesen vier Statusgruppen durch. Zudem konnten sie im Rahmen einer „Stadion-Vorlesung“, zu der der VfB die IBS-Studierenden zu einem Regionalligaspiel ins Stadion einlud, persönliche Eindrücke vom Spielgeschehen und dem Programm rund herum gewinnen. Basierend auf den Eindrücken und Ergebnissen konnten dann konkrete Bilder des Ist-Zustandes beschrieben werden. Bereits hier wurde z. B. deutlich, dass vor allem der Aspekt der „Regionalität“ bindend an den VfB wirke.

In einem zweiten Schritt bestand die Aufgabe dann darin, aus den erhobenen Informationen für jede der vier Zielgruppen eine individuelle „Marketing-Strategie“ abzuleiten. Die Ergebnisse wurden am 05.03.2018 im Rahmen einer Präsentation vorgestellt. Neben Martin Tünge, Leiter Marketing beim VfB Oldenburg nahm sich auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins Benjamin Dau Zeit, um die Ergebnisse zu sichten. Und beide zeigten sich sichtlich beeindruckt von deren Qualität. „Ich danke Ihnen herzlich für die vielen wertvollen Anregungen und Ideen, von denen sicher einige diskutiert werden und in die Umsetzung gelangen.“, sagte Dau nach Abschluss der Präsentation zu den Studierenden. „Nun gilt es, die Ergebnisse zu nutzen. Ein nächster Schritt besteht daher in der Durchführung eines Workshops, an dem auch die übrigen Führungskräfte des VfB Oldenburg teilnehmen. Nach Präsentation durch die Studierenden können dort dann gemeinsam konkrete Maßnahmen in die Umsetzung gebracht werden.“, so Dau weiter.

„Für die Studierenden ist es spannend und zusätzlich motivierend, ein reales Projekt als Gegenstand zur Kompetenzvermittlung zu nutzen“, sagt Dr. Ralph Stuber. „Dies lässt sich auch darin erkennen, dass die Studierenden, die zu Beginn des Projekts kein wirkliches Bild vom VfB Oldenburg hatten und dem Verein nicht nahestanden, in der Abschlusspräsentation voller Überzeugung und mit Leidenschaft die abgeleiteten Maßnahmen präsentierten“, führt Stuber weiter aus.

Die Idee, Ergebnisse von Studierenden in reale Projekte zu überführen, ist an der IBS Oldenburg nicht neu. Bereits der IBS-Kinospot, der jeweils in den Wintermonaten der letzten drei Jahre im Oldenburger Cinemaxx lief, oder die IBS-Messebroschüre, die in Schulen und auf Messen an Studieninteressierte verteilt wird, entstanden im Rahmen von studentischen Projekten. Und so freuen sich die Studierenden und die Lehrenden nun darauf, dass vom VfB erste Maßnahmen aus studentischer Feder umgesetzt werden.

Text und Bild von Dr. Ralph Stuber – Akademieleiter IT – IBS IT & Business School Oldenburg