Oldenburg. Optimal war er nicht, der Start des VfB Oldenburg ins Pflichtspielprogramm 2019. Das 1:2 gegen Hannover 96 II hat durchaus auf die gute Laune gedrückt und der Spielplan suggeriert, dass am kommenden Sonntag, um 14 Uhr, beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder ein Auswärtsspiel wartet, das sicherlich nicht vergnügungssteuerpflichtig sein wird.

Zahlenspielerei: Wie der VfB Oldenburg haben auch die Germanen bislang 31 Punkte erspielt. Die Bilanz der Egestorfer verdient einen genaueren Blick, denn es fällt auf, dass sie sich nur ungern die Punkte teilen. 10 Siege, 1 Unentschieden, 11 Niederlagen weist die Gesamtstatistik aus und das bei 26:33 Toren. Die Mehrzahl ihrer Erfolge und damit wären wir beim Thema Vergnügungssteuer, erspielten sie sich zuhause. 7 Siege, jenes eine Unentschieden, aber eben auch nur zwei Niederlagen, bei 12:6 Toren, lautet hier die Bilanz.

Beeindruckendes:
Die Heimstärke, hossa, das fällt wirklich auf, sorgt für Respekt. Zwar konnte der Lüneburger SK am 3. Spieltag beim 0:0 einen Punkt aus Egestorf mitnehmen, doch gleich sechs Heimspiele hat die Germania ohne Gegentreffer über die Bühne gebracht. Neben dem VfL Wolfsburg II gelang allein dem BSV Rehden ein Sieg in Egestorf.

Leistungsträger: Es ist vielleicht sogar schon ein Stück weit unfair, in dieser Kategorie einzelne Spieler aufzuzählen, denn tatsächlich beeindruckt der Fußball Club aus dem Raum Barsinghausen durch große Kompaktheit. Gleich sechs Spieler kommen auf mindestens 20 Einsätze. Joshua Siegert war sogar 22 dabei und Marcin Stieler, der mit fünf Treffern auch die interne Torjägerliste anführt, hat 21 Einsätze zu verzeichnen.

Auffällig: Obwohl die Egestorfer in den vergangenen Jahren immer wieder Leistungsträger abgegeben haben, verzichten die Verantwortlichen auf spektakuläre Neuzugänge. Vielmehr bauen sie konsequent auf den eigenen Nachwuchs, der im JFV Calenberger Land ausgebildet wird. Gleich fünf Neuzugänge wurden dort rekrutiert, zudem schafften im Sommer zwei Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft den Sprung nach oben.

Trainerwechsel: Jan Zimmermann galt lange als Vater des Egestorfer Erfolges. Doch während der Vorrunde trat er überraschend von seinem Amt zurück und unterschrieb – nach einer kurzen Pause – beim TSV Havelse. Wenig überraschend wurde der Nachfolger im Traineramt auch im „eigenen“ Verein gefunden, denn Paul Nieber, zuvor mit der U19 des JFV Calenburger Land erfolgreich, ist jetzt für die Mannschaft verantwortlich.

Hinspiel: Es war ein zähes Ringen, allerdings mit einem guten Ende für den VfB. Gazi Siala belohnte seine Blauen mit einem späten Treffer. Er erzielte in der 87. Minute das 1:0 zum damals verdienten Sieg.

Personal: „Alle Mann an Bord“, konnte Marco Elia am Donnerstag melden. In dieser Woche ist auch Jan Patrick Kadiata wieder ins Training eingestiegen und hat den Trainer direkt mal beeindruckt. „Das war richtig gut. Für Egestorf ist er noch kein Thema, aber anschließend rechne ich mit Kaddi“, sagt Elia.

Prognose: Auf unsere Blauen wartet ein überaus schweres Spiel auf sehr tiefem Boden. Egestorf spielt taktisch beeindruckend diszipliniert, ist physisch robust und schaltet schnell um. Es braucht eine Energieleistung, um die drei Punkte mitzunehmen. Das Potenzial dafür haben die Oldenburger sicher, sie müssen es halt auch abrufen.