Oldenburg. Gemessen am Jubel in der 87. Minute hätte das Marschwegstadion eigentlich üppig besetzt gewesen sein müssen. Tatsächlich konnte der VfB Oldenburg zum Spiel gegen den 1. FC Egestorf/Langreder leider nur 821 Zuschauer begrüßen. Die allerdings ließen ihrer Freude lautstark freien Lauf, nachdem Gazi Siala drei Minuten vor dem Abpfiff die Bemühungen der Blauen veredeln konnte.

Im Vergleich zur Niederlage gegen den SV Drochtersen/Assel hatte Marco Elia seine Anfangself auf mehreren Positionen verändert. In der Offensive etwa setzte der Trainer auf eine komplett neue Angriffsreihe mit Maik Lukowicz (rechts), Pascal Steinwender (links) und Hugo Magouhi (zentral). Auch in der Viererabwehrkette gab es zwei Änderungen. Links verteidigte wieder Süleyman Celikyurt, innen kam Angelos Agryris von Beginn an zum Einsatz.

Die Umstellungen hätten sich fast schon nach acht Minuten ausgezahlt. Nach einer Flanke von Maik Lukowicz war „Calli“ Steinwender mit dem Kopf zur Stelle, verfehlte das Tor allerdings knapp. Nur zwei Minuten später meldeten sich die Gäste erstmals gefährlich. Torben Engelking kam zum Abschluss, aber Thilo Pöpken, der als mitspielender Torhüter ein ganz starkes Spiel machte, war zur Stelle.
Die Oldenburger machten viel Druck, hatten deutlich mehr Ballbesitz und spielten durchaus variabel. Mal wurde kombiniert, mal ein langer Ball gespielt. Doch, wie schon so oft, mangelte es im Abschluss an Präzision. Zweimal allerdings hatten die Gäste auch Glück. In der 23. Minute verfehlte Gazi Siala mit einem Kofpball das Tor nur ganz knapp, sechzig Sekunden später wurde sein Schuss aus kurzer Distanz zur Ecke geblockt.

Kurz darauf hatte Calli Steinwender Pech. Sein Schuss wurde abgefälscht und klatschte gegen die Latte (28.). Es schien, als sei die Oldenburger Führung nur eine Frage der Zeit. Doch so sehr die Gastgeber sich auch bemühten, sie brachten den Ball nicht im Tor von Markus Straten-Wolf unter. Ein Schuss von Hugo Magouhi wurde noch zur Ecke abgewehrt (38.) und bei einem Kopfball von Kai Bastian Evers fehlten Zentimeter (44.).

Wer gedacht hatte, dass die Blauen auch nach dem Wechsel Chance um Chance erspielen würden, sah sich getäuscht. Tatsächlich gehörte die erste Möglichkeit den Gästen. Mirko Dismer kam frei zum Abschluss, doch Thilo Pöpken verhinderte in dieser Szene einen Rückstand des VfB (53.). Dessen Spiel war jetzt deutlich zerfahrener. Zuspielen fehlte die letzte Präzision und es wurde zunehmend ruppiger. Steinwender etwa wurde durch Niklas Teichgräber rüde von den Beinen geholt, der dafür vom guten Schiedsrichter Simon Rott direkt mit der gelben Karte „belohnt“ wurde (60.).

Immerhin, die Oldenburger mühten sich, wollten den Druck wieder erhöhen und zudem brachte Marco Elia frische Kräfte für die Offensive. Jan Patrick Kadiata ersetzte Hugo Magouhi (61.), später kamen auch Kifuta Kiala Makangu für Maik Lukowicz und Ibrahim Temin für Lennart Madroch (beide 77.).

Immer wieder versuchten es die Oldenburger jetzt über die Außenbahnen. Vor allem Steinwender und Kadiata sorgten für Dauerbeschäftigung in der Egestorfer Deckung und waren mehrfach nur durch ein Foulspiel zu stoppen. Das sollte sich auszahlen. Denn nach einer Flanke von Celikyurt schraubte sich Gazi Siala in die Luft und veredelte das Zuspiel mit dem Siegtreffer, zur kollektiven Freude der
Zuschauer.

VfB Oldenburg: 13 Thilo Pöpken – 6 Okan Erdogan, 4 Angelos Argyris, 5 Jeffrey Volkmer, 27 Süleyman Celikyurt – 30 Lennart Madroch (77. 20 Ibrahim Temin), 8 Kai Bastian Evers – 7 Pascal Steinwender, 16 Maik Lukowicz (77. 11 Kifuta Kiala Makangu), 10 Gazi Siala – 35 Hugo Magouhi (61. 31 Jan-Patrick Kadiata)
Trainer: Marco Elia
1. FC Germ. Egestorf/L.: 1 Markus Straten-Wolf – 17 Mirko Dismer, 3 Robin Gaida, 14 Marvin Schlömer, 23 Niklas Teichgräber – 7 Zeki Dösemeci, 8 Marvin Stieler – 16 Torben Engelking (80. 20 Joshua Siegert), 22 Lennart Novotny – 9 Jos Homeier (57. 11 Dominik Behnsen), 15 Christoph Beismann (71. 21 Justin Wiechens)
Trainer: Paul Nieber
Tore: 1:0 Gazi Siala (87.)
Schiedsrichter: Simon Rott – Assistenten: Christopher de Vries, Allen Chen
Zuschauer: 821 im Marschweg-Stadion
Gelbe Karte: – / Mirko Dismer (4.), Niklas Teichgräber (8.), Marvin Stieler (5., gesperrt)