Kampf, Leidenschaft, spielerische Finesse und das nötige Quäntchen Glück. Das war die Mixtur zum ersten Pflichtspielsieg des VfB Oldenburg im Jahr 2017. Mit 2:1 gewannen die Blauen bei der zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig und das verdient.

„Ich bin schon ein wenig stolz auf die Truppe. Unsere Situation war nicht einfach und wenn du dann zwei Tage vor dem Spiel deinen besten Torschützen verlierst, hast du das auch im Kopf. Aber die Jungs haben das gut angenommen und sich diesen Sieg erarbeitet“, erklärte Dietmar Hirsch nach 93 spannenden Minuten, die gegen Ende des Spiels auch von vielen Ruppigkeiten geprägt waren.

Aber der Reihe nach. Die Gäste hatten vor dem Anpfiff die knifflige Aufgabe zu lösen, wie der verletzte Torjäger Daniel Franziskus ersetzt werden könnten. Dietmar Hirsch entschied sich dabei für Conrad Azong, der im offensiven Bereich mit Christopher Kramer für Gefahr sorgen sollte.

Die 220 Zuschauer hatten sich bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt noch gar nicht richtig eingerichtet, da kamen die hochmotivierten Braunschweiger, die in Tietz und Kijewski auch zwei Spieler aus dem Zweitligakader aufgeboten hatten, bereits zur ersten Torchance, ließen sie aber ungenutzt.

Auf der anderen Seite kam es dann zu einer sehr unglücklichen Szene. Nach einer Flanke hatte Kramer den Ball in die Mitte verlängert. Azong, das Spielgerät fokussierend, stürmte heran und prallte mit Torhüter Yannick Bangsow zusammen. Der junge Braunschweiger verletzte sich dabei und konnte nicht weiterspielen. An seiner Stelle stand fortan der 28-jährige Daniel Reck zwischen die Pfosten.

Es dauerte einige Minuten, ehe die Blauen das Spiel besser in den Griff bekamen. „Wir haben zwar noch immer zu viele Möglichkeiten zugelassen, aber durchaus gut nach vorne gespielt“, so Hirsch, der mit ansehen musste, wie beide Mannschaften gute Chancen ungenutzt verstreichen ließen.

Anders nach einer knappen halben Stunde. Pascal Richter, rechts in der Viererkette aufgeboten, setzte sich mit viel Tempo durch und brachte eine passgenaue Flanke auf Kramer, der trocken zum 0:1 verwandelte (28. Minute).

Noch vor der Pause hätten die Oldenburger auf 0:2 erhöhen können. Azong setzte einen Kopfball allerdings wenige Zentimeter zu hoch an (38.). Henri Aalto sowie Kramer kamen in der Nachspielzeit zu guten Möglichkeiten, trafen aber ebenso wenig, wie die stets gefährlichen Gastgeber, die immer wieder im bärenstarken VfB-Torhüter Fabian Klinkmann ihren Meister fanden.

Daran sollte sich auch nach dem Seitentausch wenig ändern. Wann immer die spielerisch starken Braunschweiger gefährlich wurden, war „Klinke“ auf dem Posten. Dacaj, kurz nach dem Wiederanpfiff und Blejdea hätten ausgleichen können. Auf der anderen Seite hatten die jetzt tiefer stehenden Oldenburger durch Kramer (57.) und Tönnies (72. und 73.) gute Möglichkeiten zur Vorentscheidung.

Das 0:2 sollte allerdings auf sich warten lassen. In der 81. Minute hatte sich Tönnies erneut durchgesetzt. Sein Schuss, der sich durchaus auch zu einer Flanke hätten entwickeln können, senkte sich in den Winkel.

Die Braunschweiger gaben sich aber noch nicht geschlagen und kamen in der 84. Minute tatsächlich zum Anschluss. Deniz Dogan hatte für Stefan Valentini aufgelegt, der zum 1:2 traf.

In den Schlussminuten ging es sehr hart zu. Leidtragender war Dino Fazlic, der von Kabashi mit gestrecktem Bein am Kopf getroffen wurde (87.). Nachdem Fabian Klinkmann sich noch eine Glanztat gegönnt hatte, stand der Oldenburger Sieg schließlich endgültig fest.

STIMMEN ZUM SPIEL

Dietmar Hirsch: „Braunschweig war spielerisch sehr, sehr stark. Sie haben viel Tempo reingebracht, allerdings waren wir heute im Abschluss effektiver. Ich bin ganz sicher, dass die Eintracht da unten rauskommt und wünsche der Mannschaft, die wirklich guten Fußball spielt, dass sie auch die Klasse hält. Meine Jungs haben sich ein Kompliment verdient. Jetzt freuen wir uns und dann müssen wir uns auf das Spiel gegen Hildesheim konzentrieren.“

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN

Eintracht Braunschweig II: Yannik Bangsow (6. Daniel Reck) – Eric Henschel, Florian Neuhold, Deniz Dogan, Niko Kijewski – Armend Kabashi – Andrei-Cristian Blejdea (75. Stefan Valentini), Eros Dacaj, Haris Kevac – Phillip Tietz, Maik Lukowicz (63. Ahmet Canbaz)
Trainer: Henning Bürger

VfB Oldenburg: Fabian Klinkmann – Pascal Richter, Andreas Pollasch, Henri Aalto, Leon Lingerski – Muhittin Bastürk, Dino Fazlic – Conrad Azong (63. Marc Meunier, 80. Björn Hakansson), Thorsten Tönnies – Ibrahim Temin (89. Nicolas Eiter), Christopher Kramer
Trainer: Dietmar Hirsch

Tore: 0:1 Christopher Kramer (27.); 0:2 Thorsten Tönnies (80.); 1:2 Niko Kijewski (84.)

Schiedsrichter/in: Timo Hippel
Zuschauer: 220 im Eintracht-Stadion (Nebenplatz)

Gelbe Karte: Armend Kabashi (5., gesperrt) / Conrad Azong (2.), Dino Fazlic (2.)