Der VfB Oldenburg bleibt in diesem Jahr auswärts auf Erfolgskurs. Durch einen Treffer von Christopher Kramer gewannen die Blauen am Sonntag vor 400 Zuschauern beim 1. FC Egestorf/Langreder hoch verdient mit 1:0. „Heute haben die Jungs sich für ihren Aufwand belohnt“, lautete das treffende Fazit von Trainer Dietmar Hirsch nach dem Schlusspfiff.

Auf dem kleinen Platz im Stadion an der Ammerke hatten sich die Protagonisten während der 95 Minuten zuvor wahrlich nichts geschenkt . Auf einem Untergrund, der nur ganz entfernt und garniert mit einer satten Portion Fantasie, Ähnlichkeit mit einem Fußballrasen hatte, entwickelte sich sehr früh ein kampfbetontes Spiel.

Filigrane Finessen waren an diesem sonnigen Sonntag nicht gefragt. Vielmehr wurde der lange Ball als probates Mittel auserkoren, um Distanz zu überbrücken. Die Gastgeber, die ihr erstes Heimspiel im neuen Jahr absolvierten, erwischten den besseren Start und hatten in der 4. Minute sogar die Chance zur Führung. Hendrik Weydandt kam frei zum Abschluss, musste dann aber erschreckt feststellen, dass der Rasen beim Thema „Heimvorteil“ wohl die Ohren auf Durchzug gestellt hatte. Sein wuchtiger Tritt sollte natürlich dem Spielgerät gelten, tatsächlich allerdings traf er das Grün und der Ball segelte Richtung Eckfahne.

Die Szene hatte allerdings Signalwirkung für die Gäste, denn fortan kamen die Oldenburger immer besser ins Spiel. Allen voran der sehr emsige Conrad Azong wurde zum Fixpunkt im Offensivspiel und war von der Egestorfer Deckung nie in den Griff zu bekommen. Dass der Oldenburger Angreifer nach einer knappen Viertelstunde von Schiedsrichter Lars Thiemann mit der gelben Karte verwarnt wurde, wollte so gar nicht zum guten Auftritt von Azong passen. Thiemann wollte eine Schwalbe gesehen haben, tatsächlich war der Stürmer auf den Ball getreten und dadurch zu Fall gekommen.

Die nächste Szene gehört erneut den Egestorfern. Nach einer Kopfballverlängerung kam Christoph Beismann zum Abschluss, doch der beste Torschütze der Gastgeber setzte den Ball deutlich über die Latte (21.). Die Oldenburger fanden jetzt immer mehr Zugriff und hatten vor allem auch den heute nötigen Willen, um hier zu gewinnen. Beispielhaft dafür sollte die Szene in der 30. Minute gelten. Pascal Richter setzte einem schon verloren geglaubten Pass nach, erkämpfte sich das Spielgerät mit einer beherzten Grätsche und brachte es dann zielgenau zu Thorsten Tönnies. Dessen Schuss wurde noch abgefälscht, doch Christopher Kramer stand dort, wo ein Torjäger sich nunmal gemütlich einzurichten hat und lochte humorlos zum 0:1 ein (30.).

Jetzt wurde es ruppiger und das bekam als erster Azong zu spüren, der von Robin Gaida übel umgetreten wurde (38.). Der Oldenburger ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken, schüttelte sich zweimal und schaltete eine knappe Minute später den Turbo ein. Einen Konter der Gastgeber beendete er mit einem Tackling, das seinen festen Platz in jedem Fußball-Lehrbuch finden würde.

Nach dem Wechsel sollte der umkämpfte Kick für die Zuschauer noch an Spannung gewinnen. Egestorf wollte die Schlagzahl erhöhen, doch die langen Bälle fanden zumeist dankbare Abnehmer in der aufmerksamen Oldenburger Abwehr. Der VfB seinerseits verlagerte sein Tun aufs Kontern. Hier setzt dann auch die einzige Kritik an, denn die Blauen hätten das Spiel früh zu ihren Gunsten entscheiden können, wenn nicht sogar müssen.

Der sehr emsige Ibo Temin fand aber ebenso seinen Meister im besten Egestorfer, Torhüter Markus Straten-Wolf, wie Thorsten Tönnies. Der unermüdlich rackernde Christopher Kramer sollte sich gleich mehrfach die Haaren raufen, weil er den Egestorfer Schlussmann nicht mehr überwinden konnte.

Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff hatte Azong dann die Chance zur Entscheidung. Tatsächlich hatte er Straten-Wolf auch erfolgreich umkurvt, doch der Winkel wurde zu spitz, um den Ball im Netz unterzubringen. Am Ende allerdings spielte das keine Rolle mehr, denn es blieb beim verdienten Oldenburger Sieg.

„Heute ging es nicht um einen Schönheitspreis, sondern darum , die Bedingungen und den Kampf anzunehmen . Das haben die Jungs getan, sie haben den Willen gezeigt, um zu gewinnen. Das müssen wir im nächsten Heimspiel bestätigen“, so Dietmar Hirsch.

ZAHLEN, DATEN & FAKTEN

1. FC Germ. Egestorf/L.: Markus Straten-Wolf – Mirko Dismer, Marek Waldschmidt, Robin Gaida, Marco Schikora – Torben Engelking (73. Sebastian Bönig), Joshua Siegert, Marvin Stieler (83. Jan Baßler), Kevin Schumacher (65. Dominik Behnsen) – Christoph Beismann, Hendrik Weydandt
Trainer: Jan Zimmermann

VfB Oldenburg: Fabian Klinkmann – Pascal Richter, Andreas Pollasch, Henri Aalto, Leon Lingerski – Marc Meunier (66. Laurel Aug), Muhittin Bastürk – Ibrahim Temin (89. Joshua Adomako), Conrad Azong (87. Nicolas Eiter), Thorsten Tönnies – Christopher Kramer
Trainer: Dietmar Hirsch

Tore: 0:1 Christopher Kramer (31.)

Schiedsrichter/in: Lars Thiemann (TuS Wagenfeld) – Assistenten: Christian Hoyer (SV Dreye), Maurice Milczewski (SC Eichsfeld)
Zuschauer: 400 im Stadion an der Ammerke

Gelbe Karte: – / Conrad Azong (3.), Marc Meunier (2.)