Der VfB Oldenburg hat sich mit einer Niederlage in die Winterpause verabschiedet. Vor 1.799 Zuschauern unterlagen die Blauen dem SV Meppen unglücklich mit 1:2. Zu allem Überfluss hat sich Nils Laabs verletzt und musste mit Verdacht auf einen Außenbandriss im Knöchel ausgewechselt werden.

Predrag Uzelac hatte auf den verletzungsbedingten Ausfall von Karlis Plendiskis mit einer interessanten Variante reagiert. An Stelle des Letten spielte Florian Stütz neben Franko Uzelac in der Innenverteidigung. Moritz Steidten agierte im zentralen Mittelfeld.

Bei widrigen Witterungsbedingungen entwickelte sich von Beginn an ein sehr rustikales Spiel. Vor allem die Gäste nutzten es aus, dass Schiedsrichter Viatcheslav Paltchikov auf hartes Einsteigen anfänglich sehr zurückhaltend reagierte. Dazu aber später mehr.

Die erste Chance des Spiels hatte der VfB bereits in der ersten Minute. Nach einem lange Ball kam Franko Uzelac nur einen knappen Schritt zu spät. Die Gäste zeigten sich davon unbeeindruckt und spielten durchaus gefällig nach vorn. Vor allem Diego Rodriguez-Diaz sorgte für viel Unruhe in der Oldenburger Hintermannschaft. Fast schon zwangsläufig sorgte der Angreifer nach elf Minuten auch für die Führung. Nach einer Ecke steht er vollkommen frei und trifft mit einem präzisen Schuss ins lange Eck, unhaltbar für VfB-Torhüter Christian Gropius.

Der nächste Aufreger sollte keine Minute später folgen. Jens Robben streckte Oldenburgs Marcel Gottschling im Mittelfeld rüde nieder und setzte dann auch noch verbal nach. Die Folge: Es kam auf Höhe der Mittellinie zum großen Stelldichein und einigem Körperkontakt. Das schwache Schiedsrichtergespann hatte dabei keinen Überblick, denn es wurde nicht etwa der Übeltäter bestraft. Vielmehr zeigte Paltchikov Miguel Canizales und Johan-Gerard Wigger den gelben Karton.

Die Gäste blieben in der Folge optisch überlegen und drängten auf das schnelle 2:0. Doch Martin Wagner zielte zu hoch (17. Minute) und Rodriguez-Diaz brachte das Kunststück fertig, den Ball freistehend in die Arme von Gropius zu schaufeln (19.). Auf der anderen Seite zielte Alessandro Ficara nach einer Flanke von Pierre Merkel ganz knapp daneben (20.).

Vier Minuten später lag der Ball dann erneut im Tor. Max Kremer nutzte ein Missverständnis zwischen Uzelac und Stütz, umkurvte auch noch Gropius und traf zum 0:2 (24.). Der Schock auf Seiten der Oldenburger hielt sich in Grenzen, denn unmittelbar danach lag der Ball erneut im Tor, dem des SV Meppen. Eine Flanke von Christopher Braun hatte Paul Kosenkow mit dem Kopf zum 1:2 genutzt (25.). Der VfB-Trainer reagierte derweil auf die Unsicherheiten in seiner Hintermannschaft. Für Stütz brachte er jetzt mit Nils Laabs einen Offensivspieler. Steidten orientierte sich nach hinten.

Am ruppigen Spielverlauf änderte sich wenig. Der bereits mit Gelb verwarnte Wigger trat Ficara von hinten auf den Schlappen, wurde aber nicht mit dem zwingend notwendigen Platzverweis bestraft. Der VfB allerdings nahm den Kampf an und hätte vor der Pause noch ausgleichen können. Ein Kopfball von Pierre Merkel landete aber in den Armen von Torhüter Benjamin Gommert (45.). Nur wenigen Sekunden später brachte Merkel den Ball gefährlich vor das Tor, doch Laabs verpaßte knapp.

Die Oldenburger kamen mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch aus der Kabine und drängten auf den Ausgleich. Uzelac allerdings scheiterte mit einem Kopfball an Gommert (55.). Die Oldenburger drückten weiter und kamen nur drei Minuten später zur nächsten dicken Chance. Ficara hatte perfekt für Merkel aufgelegt, doch dessen Schuss aus vollem Lauf rauschte weit über das Tor.
Das weiterhin sehr ruppige Spiel hatte seinen Hauptdarsteller derweil in Jens Robben, der allerdings so clever agierte, dass er erst nach einer Stunde mit der gelben Karte verwarnt wurde. SVM-Trainer Christian Neidhart reagierte und holte den Routinier, der kurz vor einem Platzverweis stand, vom Rasen.

Der VfB drängte weiter, jetzt mit Kevin Samide an Stelle von Kosenkow, doch Zählbares wollte einfach nicht herausspringen. Schlimmer noch. Ohne Einwirkung des Gegners rutschte Nils Laabs derart unglücklich aus, dass er mit Verdacht auf einen Außenbandriss gegen Tobias Ahrens ausgewechselt werden musste. Ahrens führte sich auch gleich gut ein, versuchte sich zweimal aus der Distanz, kam an Gommert aber nicht vorbei. Auf der anderen Seite ließen die Gäste einige Konterchancen ungenutzt. Am Ende hieß es deshalb 1:2 und die Meppener konnten mit ihren Fans feiern.

Überschattet wurde das Spiel durch zahlreiche Festnahmen außerhalb des Stadion. Darüber hinaus wurde ein Anhänger der Gäste vom Ordnungsdienst aus dem Stadion geschickt, nachdem er sein schlichtes Gemüt durch verbale Entgleisungen mit rassistischem Inhalt peinlich zur Schau gestellt hatte.

Zahlen, Daten & Fakten

VfB Oldenburg: Christian Gropius – Christopher Braun, Franko Uzelac, Moritz Steidten, Maycoll Canizales-Smith – C. Mohamed Aidara, Florian Stütz (33. Nils Laabs, 71. Tobias Ahrens) – Paul Kosenkow (60. Kevin Samide), Marcel Gottschling, Alessandro Ficara – Pierre Merkel
Trainer: Predrag Uzelac
SV Meppen: Benjamin Gommert – Janik Jesgarzewski, Theo Vogelsang, Marcel Thomas, Sebastian Schepers (79. Kevin Landgraf) – Jens Robben (71. Viktor Maier), Johan Wigger – Marc Schnier, Martin Wagner, Max Kremer (71. Kris Fillinger) – Diego Rodriguez Diaz
Trainer: Christian Neidhart

Tore: 0:1 Diego Rodriguez Diaz (11.); 0:2 Max Kremer (24.); 1:2 Paul Kosenkow (25.)
Schiedsrichter/in: Viatcheslav Paltchikov (Eintracht Groß Grönau) – Assistenten: Tim Becker (FC Borussia Segeberg), Florian Burmester (Fortuna St. Jürgen)

Zuschauer: 1799
Gelbe Karte: Maycoll Canizales-Smith (2.) / Marcel Thomas (4.), Jens Robben (10., gesperrt), Johan Wigger (10., gesperrt)

Impressionen