Oldenburg. Die Kicker des VfB Oldenburg dürften sich aktuell ein ganz klein wenig fühlen wie Bill Murray im Filmklassier „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Während der Mime in der Komödie in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, hoffen die Fußballer wöchentlich darauf, endlich gegen den Ball treten zu dürfen, um dann diesbezüglich enttäuscht zu werden. Auch Trainer Stephan Ehlers möchte die tabellarische Aufholjagd endlich starten, wie er im Gespräch erzählt.

Stephan, bist Du wirklich genervt von den ganzen Spielabsagen oder sind die Ausfälle letztlich positiv, weil sie unseren verletzten Spielern Zeit bringen, um fit zu werden?

Ich muss ehrlich sagen, dass es langsam nervt. Wir versuchen uns auf jedes Wochenende optimal vorzubereiten und dann ist man schon enttäuscht, wenn wieder abgesagt werden muss. Aber mit diesem Problem stehen nicht ja nicht alleine da und natürlich, gerade mit Blick auf unsere vielen Verletzten kann es vielleicht ein Vorteil werden.

Ihr habt den Ausfall am letzten Sonntag mit einem Testspiel gegen Verl überbrückt. Wie zufrieden warst Du mit der Leistung unserer Mannschaft beim 1:2?

Das kommt ja auch auf den Blickwinkel an. Ich war in der Vorwoche, gegen den TSV und den JFV, auch zufrieden. Das waren gute Tests, weil die Gegner uns gefordert haben und auch, weil wir in einen Rhythmus kommen müssen, diese Praxis einfach brauchen. Das Ergebnis ist dann weniger wichtig.

Gegen Verl war ich vor allem mit unserer Leistung in der ersten Halbzeit zufrieden. Die Mannschaft hat gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waren aggressiv und haben dem Gegner keine Räume gegeben und darüber hinaus einige schöne Spielzüge drin, so wie beim 1:0.

Was hat Dir nicht gefallen?

Wir müssen lernen, so ein Ergebnis über die Zeit zu bringen. Nach dem 1:0 wollten wir dann wieder zu viel. Dass wir zudem dann in der zweiten Halbzeit die taktische Ordnung verloren haben, nervt mich schon. Da müssen wir cleverer sein und da will ich auch einen Lerneffekt sehen.

Wie sieht es personell aus?

Es wird besser. Selbst Kifuta hat gegen Verl einige Minuten gespielt. Für ihn ist wichtig, dass er wieder Vertrauen in seinen Körper bekommt und das geht nur über Einsätze, die wir immer weiter steigern werden.

Zuletzt waren auch Hugo Magouhi, Süleyman Celikyurt und Patrick Papachristodoulou angeschlagen.

Ja, das sind zum Teil kleinere Verletzungen, die unserem Training auf dem Kunstrasen geschuldet sind. Papa hat sich eine kleine muskuläre Sache eingefangen, da gehen wir kein Risiko ein. Hugo und Süle werden, stand heute, am Sonntag zum Kader gehören.

Mit Flensburg kommt einer der Top-Favoriten ins Marschwegstadion. Ist der VfB klarer Außenseiter?

Die Rollen sind schon klar verteilt. Flensburg ist der Favorit. Das ist eine Truppe mit richtig Qualität. Aber wir haben auch Qualität. Ich habe das Hinspiel gesehen. Da war der VfB sicher nicht die schlechtere Mannschaft, sondern hat Flensburg alles abverlangt und sehr, sehr unglücklich verloren. Wenn wir unseren Plan umsetzen und unsere Tugenden auf den Platz bringen, dann wird es auch für Flensburg maximal schwer, bei uns zu punkten.

Welchen Fußball erwartest Du von Deiner Mannschaft?

Es geht nicht darum, welchen Fußball ich erwarte. Es geht darum, dass wir maximal viele Punkte holen, dass wir uns wehren, dass wir alles auf den Platz bringen und dem Gegner den Spaß nehmen. Eines ist doch klar, wir wollen einfach nicht mehr verlieren und dafür müssen wir alles tun, egal, wie der Gegner heißt.