Drochtersen. Im finalen Auswärtsspiel dieser Saison hat der VfB Oldenburg nochmal ein ganz dickes Ausrufezeichen gesetzt. Beim heimstarken SV Drochtersen/Assel hatten Tabellenführer VfL Wolfsburg II und der designierte Vizemeister VfB Lübeck nicht punkten können. Die Blauen hingegen verdienten sich mit einer starken Mannschaftsleitung einen 1:0-Sieg.

„Ich freue mich, dass ich die Jungs heute loben darf“, erklärte Marco Elia nach dem Schlusspfiff. Tatsächlich durfte der VfB-Trainer mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden sein. Die Oldenburger waren über weite Strecken der Partie die spielbestimmende Mannschaft. Vor allem vor der Pause fanden die Gastgeber so gut wie gar nicht statt, allein die Blauen verpassten es, sich mit Toren für ihren Auftritt zu belohnen. Noch eine Woche zuvor hatte Elia seine Kicker deutlich kritisiert. „Wir haben das nochmal in Ruhe besprochen und die Jungs haben eine gute Reaktion gezeigt“, so der Trainer.

Gleich auf mehreren Positionen hatte Elia seine Startformation verändert. Dominik Kisiel kehrte zwischen die Pfosten zurück, der grippegeschwächte Thilo Pöpken nahm auf der Bank Platz. Der angeschlagene Ahmet Saglam musste komplett passen. Auch Kifuta Kiala Makangu, Okan Erdogan und Pascal Steinwender wurden diesmal nicht von Anfang an aufgeboten. Stattdessen durfte Ibrahim Temin beginnen und Mannschaftskapitän Kai Bastian Evers kehrte in die Elf zurück. Gazi Siala wiederum rückte aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung.

Die Oldenburger waren aber nicht nur gut auf- sondern vor allem gut eingestellt. Schiedsrichter Benjamin Schmidt hatte das Spiel just angepfiffen, da nahmen die Blauen den Taktstock dieser Begegnung in die Hand. Immer wieder wurde der Ball über die Außenbahnen nach vorne gespielt, wobei sich zu Beginn vor allem Pascal „Palle“ Richter in den Vordergrund spielen konnte. Der flinke Rechtsaußen war immer wieder zu schnell für seine Gegenspieler und brachte den Ball mehrfach gefährlich vor das Tor. Allein es fehlte die Vollendung der klugen Spielzüge.

In der 9. Minute hatte Palle selbst viel Pech, denn sein strammer Schuss klatschte an die Latte. Kurz darauf legte er für Ibo Temin auf, der seinen Kopfball aber ebenfalls nicht im Tor unterbrachte (15. Minute). Weitere zehn Minuten später stand Richter erneut im Fokus, vielmehr lag er. Eyke Hendrik Kleine hatte den Oldenburger mit einem üblen Tritt von den Beinen geholt und kassierte dafür eine dunkelgelbe Karte.

Drochtersen kam bis zum Pausenpfiff lediglich einmal gefährlich vor das Tor. Alexander Neumann konnte aus 15 Metern abziehen, Dominik Kisiel tauchte allerdings reaktionsschnell ab und schnappte sich den Ball im Nachfassen (38.). Es sollte die einzige echte Offensivszene der Gastgeber bleiben, die mehrheitlich damit beschäftigt waren, ihr Tor abzuriegeln.

Nach dem Seitentausch sollte sich das jedoch ändern, denn Drochtersen kam mit viel Schwung aus der Kabine und hätte durchaus in Führung gehen können. Florian Nagel lupfte den Ball allerdings am Oldenburger Tor vorbei (50.). Bis zur 60. Minute sollte der Schwung der Gastgeber anhalten, dann bekamen die Blauen den Gegner wieder in den Griff. Zudem reagierte Marco Elia mit dem ersten Wechsel. Kifuta ersetzte Ibrahim Temin, später kamen auch noch Pascal „Calli“ Steinwender für Palle Richter und Okan Erdogan ersetzte den angeschlagenen Lennart Madroch.

Eine Viertelstunde vor Schluss sollte sich die starke Oldenburger Mannschaftsleistung endlich auszahlen. Kai Bastian Evers führte einen Freistoss gedankenschnell aus, Drochtersen war noch nicht sortiert, und Kifuta schaltete sofort und traf zum 0:1. Liam Giwah versuchte zwar noch, den Ball auf der Linie zu klären, schoss das Spielgerät aber nur noch final ins Netz. Letzte Zweifel, dass der VfB sich den Sieg noch nehmen lassen würde, beseitigte der starke Lennart Madroch mit einer sensationellen Grätsche, schöner als jedes Tor des Monats. Kurz darauf war für „Lenni“ allerdings Schluss. Okan Erdogan übernahm seine Position im Mittelfeld.

In der Schlussphase wurde es dann noch turbulent, denn Marcel Adrijanic hatte seine Nerven nicht im Griff, zum Leidwesen des gefoulten Kai Bastian Evers. Schiedsrichter Benjamin Schmidt zückte sofort die rote Karte, was Adrijanic nicht wahrhaben wollte und fast noch mit dem Unparteiischen aneinandergeraten wäre. In Überzahl kamen die Oldenburger noch zu einigen Kontern, verpassten dabei zwar das zweite Tor, aber spielten die Zeit sicher aus.

Ein besonderes Dankeschön gilt heute den lautstarken Fans des VfB, die unsere Mannschaft über die 96 Minuten großartig unterstützt haben. Klasse!

SV Drochtersen/Assel: 30 Patrick Siefkes – 20 Oliver Ioannou, 28 Liam Giwah, 21 Dimitri Fiks, 5 Eyke Kleine (85. 17 Erdogan Pini) – 8 Marcel Andrijanic, 10 Florian Nagel – 9 Jan-Ove Edeling, 6 Niklas Hadaschik (62. 23 Max Reichardt), 77 Sung-Hyan Jung – 14 Alexander Neumann
Trainer: Lars Uder
VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 8 Kai Bastian Evers, 3 Dominique Ndure, 27 Süleyman Celikyurt – 4 Angelos Argyris – 18 Pascal Richter (72. 7 Pascal Steinwender), 10 Gazi Siala, 30 Lennart Madroch (81. 6 Okan Erdogan), 16 Maik Lukowicz – 20 Ibrahim Temin (62. 11 Kifuta Kiala Makangu)
Trainer: Marco Elia
Tore: 0:1 Liam Giwah (Eigentor, 75.)
Schiedsrichter: Benjamin Schmidt – Assistenten: Steffen Geismann, Felix Bahr
Zuschauer: 674 im Kehdinger Stadion
Gelbe Karte: Eyke Kleine (5., gesperrt), Dimitri Fiks (4.) / –
Rote Karte: Marcel Andrijanic (85., grobes Foulspiel) / –