Drei Spieltage vor dem Saisonende scheint der Titelkampf zugunsten des VfL Wolfsburg entschieden zu sein. Im Tabellenkeller allerdings ist vieles noch offen und letztlich auch davon abhängig, ob etwa Eintracht Braunschweig Drittligist bleibt oder der Nord-Meister sich in der Relegation gegen Bayern München II durchsetzen kann. Die letztgenannten Szenarien nähren beim Lüneburger SK die Hoffnung auf eine weitere Spielzeit in der Regionalliga, denn der nächste Gegner des VfB Oldenburg steckt tief im sportlichen Schlamassel. Wenn am Sonntag um 15 Uhr im Marschwegstadion angepfiffen wird, ist ein Sieg für die Elf von Trainer Rainer Zobel fast schon Pflicht.

Die Lüneburger nehmen derzeit Tabellenplatz 16 ein, was nach momentaner Lesart den direkten Abstieg bedeuten würde. Lediglich acht von 31 Spielen haben sie gewonnen, siebenmal einfach gepunktet, aber eben auch 16 Spiele verloren. Das Torverhältnis von 34:55 nimmt sich ähnlich bescheiden aus, wie das der Konkurrenten im Tabellenkeller. In der Auswärtstabelle werden die Schwarz-Weißen ebenfalls auf Platz 16 geführt. Zwei Siegen und vier Unentschieden stehen neun Niederlagen gegenüber (bei 15:35 Toren).

Der Trend spricht zurzeit nicht für die Lüneburger. Seit sieben Spielen ist die Mannschaft von Rainer Zobel mittlerweile ohne Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom 3. März als die Lüneburger gegen Holstein Kiel II mit 1:0 gewinnen konnten. Zuletzt hieß es 2:2 gegen Eintracht Norderstedt und 1:3 gegen Weiche Flensburg.

Aufgegeben, das ist mal sicher, haben die Lüneburger sich noch nicht. Mit fremder Hilfe, also einem Wolfsburger Aufstieg, könnte auch der drittletzte Platz ausreichen, um die Relegation zu erreichen. Davon abgesehen fehlen auf Norderstedt, das aktuell den viertletzten Platz belegt, der derzeit zur Relegation berechtigt, nur vier Punkte und es sind noch drei Spiele zu spielen.

Insgesamt 23 Kicker hat Rainer Zobel in dieser Serie aufgeboten. Unverzichtbar war dabei Torhüter Ole Springer, der in allen 31 Spielen am Ball war. Ein Spiel weniger absolvierten der vierfache Torschütze Goson Sakai und Bastian Marko Stech, 29 Mal war Ridel Varela Monteiro dabei. Bester Torschütze der Lüneburger ist derzeit Utku Sen mit sieben Treffern. Michael Kobert war sechsmal erfolgreich. Rückkehrer Tomek Pauer, der im Winter aus den USA nach Lüneburg zurückgekommen ist, kommt überraschend oft „nur“ als Einwechselspieler zum Einsatz.

Im direkten Vergleich sehen unsere Blauen gegen die Lüneburger übrigens nur bedingt gut aus. Im Hinspiel kam es zu einem 1:1. Eliezer Carreia Cá traf zum 1:0 für den LSK, Gazia Siala konnte für den VfB ausgleichen, der eine knappe Stunde in Überzahl agierte, das aber nicht nachhaltig für sich nutzen konnte. Überhaupt tun sich die Oldenburger mit den Fußballern aus der Heide durchaus schwer. Im Januar 2018 zum Beispiel wurde das Heimspiel mit 0:1 verloren. Bemerkenswert: In den letzten sechs Aufeinandertreffen hat nur der LSK in einem Spiel zwei Tore erzielt, sonst war nach einem Treffer das offensive Potenzial schon ausgeschöpft.

Gespannt sein darf man, auf wen Trainer Marco Elia wieder zurückgreifen kann. Beim Spiel in Havelse war der Kader schon reichlich ausgedünnt. Immerhin, Ahmet Saglam konnte zumindest einen Kurzeinsatz bestreiten. Zudem besteht Hoffnung, dass auch Kai Bastian Evers in den Kader zurückkehrt. Klar ist, der VfB möchte mit aller Macht an seine erfolgreiche Vorstellung beim 3:0 über den VfL Oldenburg anknüpfen.