Kiel. Der VfB Oldenburg bleibt in 2019 auswärts weiterhin ungeschlagen. Dennoch waren die Blauen nach dem 2:2 bei Holstein Kiel II nicht so ganz zufrieden. „Vorher hätte ich den Punkt genommen, nach dem Spiel ärgere ich mich ein wenig, weil die Jungs sich für ihre Leistung nicht mit einem Sieg belohnt haben“, sagt VfB-Geschäftsführer Benjamin Doll.

Tatsächlich war vor 252 Zuschauern an der Förde durchaus ein Dreier drin, denn die Gäste hatten die Mehrzahl der Chancen, allein sie machten zu wenig daraus. Schon in der ersten Halbzeit bewahrheitete sich einmal mehr eine altbekannte Fußballweisheit: Wer seine Möglichkeiten nicht nutzt, wird dafür bestraft. Denn das 1:0 durch Felix Niebergall fiel praktisch aus dem Nichts.

Der VfB war klar spielbestimmend. Marco Elia hatte seiner Mannschaft eine offensiv-aggressive Ausrichtung mit auf den Weg gegeben und lag damit genau richtig. Die Oldenburger attackierten den Gegner schon früh in dessen Hälfte und kamen über das Pressing immer wieder zu Ballgewinnen. Die Führung der Blauen lag in der Luft, doch Pascal Richter, der aus fünf Meter über das Tor zielte, und Pascal Steinwender, der freistehend an Finn-Niklas Kornath scheiterte, vergaben beste Chancen. Als schließlich Gazi Siala noch einen Kopfball ungenutzt ließ, wurde bereits geunkt, das könne sich rächen. Das tat es natürlich auch. Nach einem Konter war Kornath zur Stelle und brachte die Kieler in Führung, die sie auch mit in die Halbzeit nahmen.

Marco Elia reagierte. Für Angelos Agryris kam Okan Erdogan ins Spiel, außerdem brachte der VfB-Trainer Hugo Magouhi für Gazi Siala. Mit den Wechseln einher ging auch eine Systemänderung, denn die Blauen spielten fortan im 4-2-3-1. Maßnahmen, die Wirkung zeigten, denn die Oldenburger, die nach dem Gegentor kurzzeitig etwas unsicher wirkten, fanden sofort wieder zu ihrem Spiel und zeigten diesmal auch die nötige Konsequenz im Abschluss. Calli Steinwender traf in der 48. Minuten zum verdienten 1:1.

Die Gastgeber hatten sich davon noch gar nicht wieder erholt, da lag der Ball erneut im Kieler Tor. Nach einer Flanke von Pascal Richter konnte Jannik Braun nicht klären, sondern lenkte den Ball in die Maschen. Der VfB war jetzt im Spiel und hätte mit einem dritten Treffer wohl auch den Sieg perfekt gemacht. Doch genau hier setzt die Kritik des Trainers an. „Wir sind einfach zu schnell zufrieden, statt noch mehr Willen zu zeigen. Das ärgert mich etwas, denn wir wurden bestraft.“

Tatsächlich kam Holstein fünf Minuten vor Schluss zum Ausgleich. Julius Rainer Alt markierte das 2:2. In dieser Phase allerdings spielten die Blauen bereits in Unterzahl. Okan Erdogan hatte sich in einem Laufduell eine Verletzung zugezogen und konnte nicht mehr weiterspielen. Zuvor hatte Elia bereits den dritten Wechsel vorgenommen. Der mit Gelb vorbelastete Süleyman Celikyurt stand am Rande einer gelb-roten Karte und ging deshalb für Leonel Kadiata vom Platz, so dass die Blauen zu zehnt zuende spielen mussten. „Es ist natürlich Spekulation, aber ich denke, wenn wir nicht in Unterzahl geraten, gewinnen wir das Spiel. In Überzahl wurde Kiel am Ende nochmal gefährlich, dennoch können wir natürlich mit einem Punkt hier schon leben“, so Benjamin Doll nach dem Schlusspfiff.

Dass es letztlich keine drei Punkte wurden, war erneut der blau-weißen Abschlussschwäche geschuldet. In der Nachspielzeit tauchte der flinke Calli Steinwender nochmal frei vor dem Tor der Gastgeber auf, brachte den Ball aber nicht unter. „Das wäre der Jackpot gewesen und nichtmal unverdient“, ärgerte sich Marco Elia, der am kommenden Sonntag, beim Spiel gegen Tabellenführer VfL Wolfsburg II, auf den gelb-gesperrten Süleyman Celikyurt verzichten muss.

Holstein Kiel II: 1 Finn-Niklas Kornath – 15 Florian Foit, 6 Barne Pernot, 4 Tjorve Mohr – 5 Julius Rainer Alt, 21 Tim Siedschlag – 12 Jannik Braun (58. 18 Bjarne Thiesen), 14 Felix Niebergall (90. 7 Jonas Seidel), 16 Vincent Born – 11 Maurice Knutzen (65. 20 Jan Matti Seidel), 13 Noah Awuku
Trainer: Ole Werner
VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 22 Ahmet Saglam, 4 Angelos Argyris (46. 6 Okan Erdogan), 5 Jeffrey Volkmer – 30 Lennart Madroch – 8 Kai Bastian Evers, 27 Süleyman Celikyurt (66. 17 Leonel Kadiata), 18 Pascal Richter, 10 Gazi Siala (46. 35 Hugo Magouhi) – 16 Maik Lukowicz, 7 Pascal Steinwender
Trainer: Marco Elia
Tore: 1:0 Felix Niebergall (30.); 1:1 Pascal Steinwender (48.); 1:2 Jannik Braun (Eigentor, 52.); 2:2 Julius Rainer Alt (85.)
Schiedsrichter: Kevin Rosin – Assistenten: Adrian Höhns, Janik Möller
Zuschauer: 252 im Citti Fussball Park
Gelbe Karte: Florian Foit (6.) / Gazi Siala (2.), Süleyman Celikyurt (5., gesperrt), Leonel Kadiata (2.), Hugo Magouhi (2.)