Oldenburg. Heidewitzka, schon wieder Samstag und wir haben unsere Vorschau noch gar nicht herausposaunt. Seht es uns nach. Die Recherchen haben lange gedauert, schließlich ranken sich um den 1. FC Germania Egestorf dermaßen viele Gerüchte, da hätten wir fast den Blick für das Wesentliche verloren, den Fußball. Am Sonntag, um 15 Uhr spielt unser VfB Oldenburg in Barsinghausen um drei Punkte.

Klare Kiste?
Das könnte man meinen, wenn man nur auf die Tabelle schaut. Egestorf ist Vorletzter und dürft mit Schrecken gesehen haben, das am Samstag der BSV Rehden das Kellerduell gegen den SV Eichede 2:0 gewonnen hat. Wir auch, aber mehr grundsätzlich. Dennoch sollte man die Truppe von Trainer Jan Zimmermann nicht allein an der Statistik des bisher Erreichten messen, sondern genauer hinschauen. Haben wir getan.

Verbandsverein? Ja, man hört sie immer wieder, diese Gerüchte, dass die Germanen einen ausgesprochen guten Draht in die Schaltzentrale haben sollen. Hoppla, der eine oder andere Egestorfer steht sogar in Diensten des NFV. Aber, mal ehrlich, daraus Verschwörungstheorien abzuleiten überlassen wir bis zum Anpfiff anderen. Den guten Draht haben wir übrigens auch gesucht, aber nicht gefunden. War wohl ein zu kurzer. Spaß beiseite, denn es gibt auch handfeste Fakten.

Fairness! Die wird vom 1. FC Germania Egestorf-Langreder offenbar groß geschrieben. Der Tabellensiebzehnte hat noch nicht einen Platzverweis kassiert. Darüber hinaus wird der Aufsteiger offenbar mit ganz ruhiger Hand dirigiert. Nach dem Sprung in die Regionalliga ist der Kader in großen Teilen zusammen geblieben. Auf prominente Verstärkungen wurde verzichtet. Stattdessen wurden vier Talente vom JFV Calenberger Land in den Kader übernommen. Da hatte es auch keine Folgen, dass von den ersten sechs Spielen nur eines gewonnen wurde.

Erfahrung? Haben sie, aber nicht im Übermaß. Torhüter Markus Straten-Wolf hat in Langenhagen und Havelse schon höherklassig gekickt. Auch Stürmer Christoph Beismann hat schon den roten Havelser Dress getragen. Ansonsten finden sich viele Spieler im Kader, die aus diversen Jugendmannschaften oder unterklassigen Vereinen im Großraum Hannover stammen.
Leistungsträger! Haben wir gefunden, allen voran gilt das natürlich für Straten-Wolf, den Ballfänger, aber auch für seine „Komplizen“ im Abwehrverbund, etwa Innenverteidiger Marek Waldschmit oder die beiden Außenverteidiger Marko Schikora und Robin Geida, aber auch Joshua Siegert ist im Mittelfeld ein ganz wichtiger Taktgeber und natürlich dürfen wir Christoph Beismann nicht vergessen. Er hat, wie auch Torben Engekling, bereits fünf Tore erzielt.

Form? Man höre und staune. Die Egestorfer sind tatsächlich gut drauf. Viermal in Folge mussten sie auswärts antreten, haben dabei nur in Meppen verloren, aber fünf Punkte eingesammelt.

Heimbilanz? Geht so, könnte man sagen. Elf Spiele, drei Siege, drei Unentschieden, fünf Niederlagen.

Hinspiel? Da wird das Grinsen in der Redaktion breit, denn unsere Blauen haben damals mit 3:0 gewonnen. Daniel Franziskus, Ibrahim Temin und Thorsten Tönnies hatten getroffen.

Schiedsrichter? Der Mann taugt zum guten Omen, denn mit Spielleiter Lars Thiemann haben wir noch nicht verloren, mehr sogar. Zweimal hat er Spiele des VfB geleitet und wir haben gegen Wolfsburg 1:0 und in Lübeck 1:0 gewonnen. Weil dreimal bekanntlich Oldenburger Recht ist, wissen wir doch eigentlich jetzt schon, wie das Spiel ausgehen wird.