Pressemitteilung des VfB Oldenburg von 1897 e.V. zur Agenda 2018

Der VfB Oldenburg hat sich mit der Agenda 2018 entschlossen eine zukunftsfähige Strukturänderung durchzuführen. Dazu fand am 20.8.2018 ein ausführliches Hearing mit Fans und Vereinsmitgliedern statt. Auf der Delegiertenversammlung vom 27.8.2018 wurden die inzwischen vom Vorstand eingeleiteten Maßnahmen mit großer Mehrheit ratifiziert.

Der Fußball überfordert schon in der Oberliga immer stärker die traditionell ehrenamtlich geprägten Vereinsstrukturen. Die verantwortlichen Vorstände haben in Ihrer Freizeit über Etats von oft mehr als 1 Million Euro zu entscheiden. Das entspricht dem Umsatz von mittelständischen Unternehmen (KMU).

Vorstände haben sich um die eigentliche Vereinsarbeit und die Mitglieder zu kümmern. Sie werden als Ehrenamtsträger aber zusätzlich durch Geschäftsführungsaufgaben zeitlich gebunden. Die Folge der Doppelbelastung ist, dass immer wieder das Geld knapp wird, Sponsoren unzufrieden über deren Betreuung sind. Misserfolge im „Profibereich“ werden in der Presse und Öffentlichkeit mit Häme bedacht. Im Verein und dem Umfeld entsteht Unruhe.

Im Ergebnis werden sich Vorstände dabei in ein bis zwei Amtsperioden verschlissen, obwohl sie durchaus viel für den Verein erreicht haben. In der Folge hofft man durch Neubesetzungen auf Besserungen. Oft eine Fehleinschätzung. Alle fangen wieder bei null an und wiederholen schon bekannte Fehler. Geschäftliche Misserfolge im Profibereich können den Verein direkt gefährden.

Die Abgrenzung vom „Gemeinnützigen Bereich“ und dem „Profibereich“ wird immer schwieriger. Eine Vermischung kann zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Das hätte zum Schaden des Vereins und der Spender erhebliche Konsequenzen für die steuerliche Behandlung und Spendenzuflüsse.

Das vom Vorstand und Aufsichtsrat nun umzusetzende „Oldenburger Modell“ ist keine klassische Ausgliederung, sondern eine behutsame Verlagerung von Zuständigkeiten im Spielbetrieb der 1. Herrenmannschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Bei dieser Lösung behält der Verein mindestens 51% der Gesellschaftsanteile und vermietet gegen Gebühr die Namens-, Logo- und Marketingrechte des bezahlten Fußballs. Die GmbH wird über einen 3-köpfigen Beirat zeitnah kontrolliert. Er besteht aus je einem Vertreter des Vorstands, Aufsichtsrats und der Minderheitengesellschafter.

Aus heutiger Sicht wird nach Verkauf von 49% der Gesellschaftsanteile das Eigenkapital des Vereins um ca. 980.000 € verbessern. Davon ist mehr als die Hälfte inzwischen verkauft. Weitere Verkäufe sind in Kürze zu erwarten. Damit ist eine vollständige Erledigung der sogenannten Altlasten möglich. Die in der GmbH erzielten Gewinne stehen in Zukunft zu 51% dem Verein zu. Verluste hätte die GmbH zu tragen. Damit steuert der Verein auf eine lastenfreie Zukunft zu.

Struktur vorher:

Struktur nachher: