Flensburg. Schade, das war mehr drin. Mit einem 2:2 beendet der VfB Oldenburg sein Gastspiel beim Meister SC Weiche Flensburg 08. Bis in die Nachspielzeit hinein durften die sangesfreudigen VfB-Fans unter den 789 Zuschauern sogar auf einen Auswärtsdreier hoffen, dann allerdings traf der eingewechselte Nico Empen doch noch zum schmeichelhaften Ausgleich.

Die Oldenburger zeigten beim Titelverteidiger ein starkes Spiel, obwohl Marco Elia erneut personelle Veränderungen vornehmen musste. Mit Gazi Siala (Grippe), Pascal Steinwender (Knöchelverletzung) und Pascal Richter (Wadenverletzung) fehlten gleich drei potenzielle Starter. Der Trainer allerdings hatte sich etwas einfallen lassen, denn erstmalig agierten die Blauen nicht mit einer Vierer-, sondern mit einer Dreierkette in der Abwehr, die von Okan Erdogan, Angelos Agryris und Ahmet Saglam gebildet wurde. Zudem rückte Leo Kadiata wieder einmal in die Anfangself.

Die Flensburger verzichteten überraschend auf ihren besten Torschützen, Marvin Ibekwe, in der Anfangsaufstellung. Dennoch hatte der Meister enorm viel Erfahrung auf dem Rasen, angefangen bei Christian Jürgensen, über Florian Meyer, Dominic Hartmann bis hin zu Tim Wulff, um nur einige Beispiele zu nennen.

Den VfB störte das allerdings wenig. Die Gäste starten mit viel Schwung ins Spiel und waren in den ersten 30 Minuten tonangebend. Allein das große Problem dieser Serie war auch heute wieder offenkundig. Die Blauen machen aus ihren guten Möglichkeiten einfach zu wenig. Zwar hatte Flensburg in der 15. Minute durch Gökay Isitan die große Chance zur Führung, doch er scheiterte aus kurzer Distanz am stark reagierenden Thilo Pöpken im Oldenburger Tor.

Auf der Gegenseite konnte Florian Kirschke dann zeigen, dass auch er sein Handwerk versteht. Kifuta, der unermüdlich unterwegs war, hatte für Maik Lukowicz aufgelegt, doch der Torhüter konnte
seinen Schuss aus spitzem Winkel zur Ecke lenken (23. Spielminute).

Zwei Minuten später waren es erneut die beiden Angreifer, die mit einem feinen Zusammenspiel die Flensburger Deckung aushebelten. Diesmal legte Lukowicz für Kifuta auf, der schneller war als Kevin Schulz, den Ball aber am kurzen Pfosten vorbeispitzelte.

Wer derlei Chancen ungenutzt lässt, wird im Fußball gemeinhin bestraft und genauso kam es auch. Flensburg, bis dahin vom VfB dominiert, erzielte in Person von Schulz die Führung. Er traf aus dem
Gewühl heraus mit dem Kopf zum 1:0 (35.). Die Gäste waren kurzzeitig geschockt, so dass Weiche jetzt besser im Spiel war. Den nächsten Treffer allerdings erzielte der VfB. Unmittelbar vor der Pause entwischte der starke Jan Patrick Kadiata seinem Gegenspieler Joel Keller, brachte den Ball scharf vor das Tor und Maik Lukowicz verfeinerte dieses Zuspiel ganz abgezockt mit der Hacke zum verdienten Ausgleich.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Flensburg zeigte sich von den Oldenburgern durchaus beeindruckt. Der VfB war tonangebend und diesmal nutzen die Blauen auch ihre erste gute Möglichkeit. Süleyman Celikyurt, mit Beginn der zweiten Halbzeit für den verwarnten Lennart Madroch (5. Gelbe Karte) ins Spiel gekommen, legte für Maik Lukowicz auf und der traf zum 1:2 (50.).

In der Folge gelang es den Blauen leider nicht, ihre Konter derart effektiv auszuspielen, dass sie die Begegnung mit dem dritten Tor hätten entscheiden können. Die Gastgeber wiederum setzten nach einer guten Stunde alles auf eine Karte und brachten mit Nico Empen für Gökay Isitan einen weiteren Angreifer. Später kam auch noch Gary Noel für Tim Wulff, während beim VfB Dominque Ndure an Stelle von Jeffrey Volkmer mitspielen durfte (60.) und in der Schlussphase Hugo Magouhi noch Jan Patrick Kadiata ersetzte.

In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Flensburg drückte, der VfB konterte und kam zu einer Ecke. In deren Folge ertönte ein Pfiff, denn Schiedsrichter Julian Lüddecke wollte ein Foul von Magouhi gesehen haben. Weiche spielte den Ball nochmal nach vorne und tatsächlich landete er schließlich im Tor. Wütende Proteste der Oldenburger waren die Folge, denn sie waren der Meinung, Nico Empen habe seitlich durch ein Loch im Netz getroffen. Der Schiedsrichter allerdings erkannte den Treffer an.

„Vorher wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. So wie das Spiel gelaufen ist, war einfach mehr drin. Leider gelingt es uns nicht, solche big points zu machen. Das ist schade, die Jungs haben das hier gut gemacht und ein Sieg wäre auch verdient gewesen. Beim Ausgleich denke ich, dass der Ball schon korrekt drin war. Es war einfach Pech, weil Okan Erdogan ins Netz rutscht und dabei geht es kaputt“, erklärte Marco Elia nach dem Abpfiff.

SC Weiche Flensburg: 1 Florian Kirschke – 23 Kevin Njie (63. 29 Marvin Ibekwe), 25 Joël Keller, 4 Christian Jürgensen – 5 Torge Paetow – 27 Ilidio Pastor Santos, 6 Kevin Schulz, 37 Dominic Hartmann, 15 Florian Meyer – 10 Gökay Isitan (67. 11 Nico Empen), 24 Tim Wulff (75. 9 Gary Noel)
Trainer: Daniel Jurgeleit
VfB Oldenburg: 13 Thilo Pöpken – 6 Okan Erdogan, 4 Angelos Argyris, 22 Ahmet Saglam – 5 Jeffrey Volkmer (60. 3 Dominique Ndure), 8 Kai Bastian Evers, 30 Lennart Madroch (46. 27 Süleyman Celikyurt), 17 Leonel Kadiata – 16 Maik Lukowicz, 31 Jan-Patrick Kadiata (85. 35 Hugo Magouhi) – 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Marco Elia
Tore: 1:0 Kevin Schulz (35.); 1:1 Maik Lukowicz (45.); 1:2 Maik Lukowicz (50.); 2:2 Nico Empen (90.)
Schiedsrichter: Julian Lüddecke – Assistenten: Patrick Herbach, Axel Dimpker
Zuschauer: 789 im Manfred-Werner-Stadion
Gelbe Karte: Tim Wulff, Nico Empen (3.) / Lennart Madroch (5., gesperrt), Okan Erdogan (2.), Dominique Ndure, Jan-Patrick Kadiata, Kifuta Kiala Makangu (3.)