Hannover. Knapp 85 Minuten waren im Spiel zwischen der U23 von Hannover 96 und dem VfB Oldenburg absolviert, als sich Okan Erdogan zum ungekrönten König der Begegnung hätte machen können. Nach einem feinen Zuspiel von Lennart Madroch war der Oldenburger Innenverteidiger frei vor Torhüter Leo Weinkauf aufgetaucht und hatte die große Chancen zum 0:1. Weinkauf allerdings parierte und es bleib beim torlosen Unentschieden, mit dem die Blauen durchaus zufrieden waren.

Im Vergleich zum Pokalspiel gegen den SV Meppen hatte Trainer Stephan Ehlers seine Mannschaft auf mehrere Positionen umgestellt. Jan Patrick Kadiata rückte an Stelle von Pascal Richter in die Anfangself. Zudem kehrte Lennart Madroch ins Mittelfeld zurück. Jeffrey Volkmer hingegen fehlte aufgrund eines Infekts.

Bei den Gastgebern konnte Trainer Christoph Dabrowski erneut auf die Profis Uffe Bech und Babacar Gueye zählen, die im Spiel der Hannoveraner dann auch echte Aktivposten waren. Vor allem der Däne Bech wirbelte auf der rechten Außenbahn und sorgte immer wieder für Gefahr vor dem Oldenburger Tor.

Die erste Chance hatten bei hochsommerlichen Temperaturen allerdings die Blauen. Nach einem schnellen Konter konnte Jan Patrick Kadiata nur mit einem Foul gestoppt werden und der umsichtige Schiedsrichter Jost Steenken entschied sofort auf Freistoß. Okan Erdogan schnappte sich die Kugel und trat mit viel Gefühl, gleichwohl aber auch hart gegen eben diese und sorgte für eine Schrecksekunde bei den Gastgebern, denn der Ball verfehlte den Winkel nur ganz knapp (23. Minute).

Keine zehn Minuten später der nächste gute Angriff des VfB, der vor 320 Zuschauern von seinen mehr als 100 Fans lautstark unterstützt wurde. Diesmal brachte Pascal „Calli“ Steinwender den Ball scharf vor das Tor, fand jedoch in der Mitte keinen Abnehmer. Es blieb beim 0:0.

Im Gegenzug waren dann erstmals die Jungprofis gefährlich. Bech hatte von rechts in die Mitte geflankt, der Kopfball des baumlangen Gueye wurde allerdings zur sicheren Beute von Kisiel. Nur drei Minuten später setzte Kevin Wolf dann Tim Dierßen in Szene, der allerdings über das Gehäuse zielte (34.). Bis zum Pausenpfiff hatten beide Mannschaft noch einmal die Führung auf den Fuß. Steinwender scheiterte nach einer Flanke von Kadiata allerdings an Weinkauf (41.) und Kisiel lenkte einen Schuss von Bech zur Ecke (45.).

Stephan Ehlers reagierte in der Pause mit einem Wechsel. Für Jan Patrick Kadiata brachte er Harry Föll, der sich auf die rechte Außenbahn orientierte. Es war der erste Einsatz des jungen Neuzugangs, der nach starker Vorbereitung die ersten Spiele verletzungsbedingt verpaßt hatte.

Hatten die Gäste das Spiel in der ersten Halbzeit noch sehr offen gestalten können, sahen sie sich jetzt deutlich höherem Druck der Hannoveraner ausgesetzt. Die 96-ziger drängten den VfB sehr weit zurück und erspielten sich einige gute Möglichkeiten. Bech zielte allerdings am langen Eck vor bei (51.) und in der nächsten Szene verpasste Gueye ein Zuspiel es Dänen (66).

Um einen besseren Zugriff auf den Gegner zu bekommen, hatte Stephan Ehlers erneut gewechselt. Leonel Kadiata ersetzte Maik Lukowicz, was drei Personalverschiebungen zur Folge hatte. Kadiata verteidigte fortan rechts, Dominik Ndure wechselte nach links und Süleyman Celikyurt rückte ins Mittelfeld vor.

Die taktische Variante war durchaus erfolgreich, dennoch blieben die Hannoveraner spielbestimmend und hätten in Führung gehen können. Allen voran Gueye allerdings hatte im Abschluss kein Glück und scheiterte mehrfach am starken Kisiel. Zudem brachte der aufgerückte Maurice Springfeld in der 77. Minute das Kunststück fertig, den Ball nach einer Ecke freistehend über das Tor zu köpfen. Aufatmen bei den Oldenburgern, denen in der Schlussviertelstunde deutlich anzumerken war, dass sie bereits am Dienstag im Pokal an die Grenzen der Leistungsfähigkeit hatten gehen müssen.

Die Chance zum „lucky punch“ sollte jedoch noch kommen. Stephan Ehlers hatte noch einen offensiven Akzent gesetzt und in der 82. Minute Hugo Magouhi für Calli Steinwender gebracht. Der wuchtige Angreifer wurde in den Schlussminuten nochmal zum Fixpunkte im Oldenburger Spiel, machte viele Bälle fest und sorgte für einigen Aufruhr in der Deckung der Hannoveraner, die fünf Minuten vor Schluss Glück hatte, dass Weinkauf von Erdogan nicht zu überwinden war.

Am Rande des Spiels gaben die Oldenburger zudem noch eine Personalie bekannt. Patrick Papachristadoulou wird sich sportlich neu orientieren. Er hat um Auflösung seines Vertrages beim VfB gebeten und dem haben die Verantwortlichen entsprochen. „Patrick möchte bei einem anderen Verein neu angreifen. Dafür wünschen wir ihm alles Gute“, sagt Andreas Boll, der sportliche Leiter des VfB.

Hannover 96 II: 30 Leo Weinkauf – 17 Kevin Wolf, 5 Maurice Springfeld, 19 Christian Schulz, 3 Lars Ritzka – 11 Marco Stefandl (67. 10 Yousef Emghames), 27 Tim Dierßen, 6 Niklas Tarnat, 18 Uffe Manich Bech – 28 Mike-Steven Bähre (76. 37 Benjamin Hadzic), 9 Babacar Gueye
Trainer: Christoph Dabrowski

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 3 Dominique Ndure, 10 Gazi Siala, 6 Okan Erdogan, 27 Süleyman Celikyurt – 31 Jan-Patrick Kadiata (46. 19 Harry Föll), 30 Lennart Madroch, 23 Joshua König, 20 Ibrahim Temin – 7 Pascal Steinwender (82. 35 Hugo Magouhi), 16 Maik Lukowicz (64. 17 Leonel Kadiata)
Trainer: Stephan Ehlers
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter/in: Jost Steenken – Assistenten: Felix Bahr, Tobias Stobbe
Zuschauer: 320