Oldenburg. Es ist wie verhext. Der VfB Oldenburg hat das Punkten im Marschwegstadion verlernt. Vor 1.169 Zuschauern unterlagen die aufopferungsvoll kämpfenden Blauen der zweiten Mannschaft des Hamburger SV mit 0:1. Leon Mundhenk traf nach einer knappen halben Stunde für die Gäste. Die Oldenburger dagegen scheiterten mehrfach am starken HSV-Torhüter Jakob Golz.

Wie schon in der Vorwoche mussten die Oldenburger erneut einige erfahrene Spieler ersetzen. Ahmet Saglam, Kai Bastian Evers sowie Leo und Jan Patrick Kadiata fehlten verletzt, Lennart Madroch konnte zwar auf der Bank Platz nehmen, für einen Einsatz reichte es letztlich aber noch nicht. Trainer Marco Elia hatte sich auch deshalb für die Formation der Vorwoche entschieden, die in Norderstedt überzeugend 4:0 gewonnen hatte. Erneut kamen also Ibo Temin und Maik Lukowicz auf den Halbpositionen im Mittelfeld zum Einsatz und Süleyman Celikyurt agierte im defensiven Zentrum.

Die Gäste wiederum hatte mit Fiete Arp einen der profiliertesten Deutschen Nachwuchsstürmer am Start und der zukünftige Bayern-Angreifer hatte auch die erste Chance des Spiels. Knapp fünf Minuten waren gespielt, als Arp im Strafraum zum Abschluss kam, das Oldenburger Tor allerdings um wenige Zentimeter verfehlte.

In der Folge waren die Blauen in einem taktisch geprägten Spiel optisch leicht überlegen, agierten aber nicht zwingend genug. Entsprechend rar waren klare Abschluss-Situationen. Gefährlich wurde es für den Zweitliga-Nachwuchs allerdings regelmäßig nach Standards des VfB, etwa in der 22. Minute. Celikyurt hatte den Ball ins Zentrum gespielt, doch der aufgerückte Gazi Siala, zu Beginn als Innenverteidiger aufgeboten, kam nicht ganz zum Schuß.

Ganz im Gegensatz zu Leon Mundhenk. Der Hamburger zog nach einer halben Stunde einfach mal ganz trocken ab und traf zum Schrecken der Oldenburger ins Eck (33.). Fortan mussten die Blauen einem Rückstand hinterher laufen. Dabei zeigten die Gastgeber, von den Fans bis in die Schlussphase hinein lautstark angetrieben, viel Leidenschaft. Allein die Belohnung wollte sich einfach nicht einstellen, denn Golz hatte zwischen den Pfosten einen Sahnetag erwischt. Nach einem erneuten Freistoss von Celikyurt kam Kifuta zum Kopfball, doch der HSV-Torhüter parierte aus kürzester Distanz reaktionsschnell (50.).

Nur eine Minute später hatten die Blauen dann Glück. Der vom auffällig unauffällig und dementsprechend souverän leitenden Schiedsrichter Mario Birnstiel bereits mit Gelb verwarnte Ibo Temin traf den Hamburger Henrik Giese unglücklich am Knöchel. Die durchaus mögliche zweite gelbe Karte blieb aus, auch weil der Oldenburger sich sofort entschuldigt hatte. Marco Elia reagierte mit einem Wechsel und brachte Angelos Agryris für Temin (57.).

Damit einher ging auch eine Umstellung, denn „Angie“ orientierte sich sofort in die Innenverteidigung und Gazi Siala rückte ins Mittelfeld vor. Eine Umstellung, die dem Spiel des VfB gut tat, denn die Oldenburger drückten den HSV jetzt in dessen Hälfte fest und kamen zu einigen Möglichkeiten. Mit schöner Regelmäßigkeit scheiterten sie jedoch an Golz. In der 57. Minute hatten sie zudem Pech. Nach einer ganz feinen Kombination über Pascal Richter und Maik Lukowicz hatte Kifuta getroffen, doch er stand wohl einige Zentimeter im Abseits.

In der Folge versuchten die Blauen alles, um den Ausgleich zu erzwingen, brachten mit Hugo Magouhi einen weiteren Angreifer und mit dem A-Jugendlichen Jakob Bookjans auch einen weiteren offensiven Mittelfeldspieler, doch alles Bemühen war am Ende vergeblich. Der HSV wiederum hätte durch Arp sogar noch das 0:2 machen können, er scheiterte jedoch am überragend reagierenden Kisiel.

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 6 Okan Erdogan, 3 Dominique Ndure (78. 15 Jakob Bookjans), 27 Süleyman Celikyurt – 10 Gazi Siala – 18 Pascal Richter, 20 Ibrahim Temin (57. 4 Angelos Argyris), 16 Maik Lukowicz (71. 35 Hugo Magouhi) – 7 Pascal Steinwender, 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Marco Elia
Hamburger SV II: 1 Jakob Golz – 14 Jonas Behounek (69. 7 Fabian Gmeiner), 4 Patric Pfeiffer, 19 Leon Mundhenk, 21 Henrik Giese – 5 Patrick Storb, 3 Jonas David (65. 23 Maximilian Geißen) – 24 Aaron Opoku, 15 Arianit Ferati, 11 Moritz-Broni Kwarteng (83. 17 Justin Huber) – 9 Jann-Fiete Arp
Trainer: Steffen Weiß
Tore: 0:1 Leon Mundhenk (33.)
Schiedsrichter: Mario Birnstiel – Assistenten: Rene-Alexander Rose, Simon Schleupner
Zuschauer: 1169 im Marschweg-Stadion
Gelbe Karte: Ibrahim Temin (4.) / –