Oldenburg. Der VfB Oldenburg kann auch in den kommenden zwei Jahren auf Tore von Kifuta Kiala Makangu hoffen. Der Torjäger hat seinen auslaufenden Vertrag verlängert.

Am vergangenen Mittwochabend dürfte Kifuta Kiala Makangu sich kurzzeitig gefühlt haben, wie so oft im Marschwegstadion. VfB-Vorstand Benjamin Dau hatte kaum ausgesprochen, dass der Angreifer weiterhin für die Blauen spielen werde, da verwandelte sich das Restaurant „Oscar’s“ kurzzeitig in ein Fußballstadion. Lautstark wurde die Unterschrift des Publikumslieblings von seinen Mitspielern mit „Kifuta, Kifuta“-Rufen gefeiert.

Er sei glücklich, weiter für den VfB zu spielen, erklärte der Stürmer, der auf eine lange Leidenszeit zurückblickt. In den vergangenen zwei Jahren musste „Kifu“ seinen Mitspielern viel zu oft beim Fußball spielen zuschauen. Eine Knieverletzung hatte ihn bereits zweifeln lassen, ob er es jemals wieder auf den Rasen schaffen würde. Allen voran VfB-Mannschaftsarzt Dr. Björn Jespersen war eben davon überzeugt. „Unserem Doc und unseren Physios Andreas Haas und Yannik Horn bin ich sehr dankbar. Sie haben immer an mich geglaubt und mir enorm geholfen“, so Kifuta weiter. Auch deshalb habe er sich entschlossen, weiter für den VfB zu stürmen. „Ich fühle mich wohl in Oldenburg und werde hoffentlich noch viele Tore für den VfB schießen“, sagt er.

Die Vertragsverlängerung des Publikumslieblings war unstreitig der emotionale Höhepunkt im Rahmen eines gelungenen Saisonabschlusses der Blauen. Während Kifuta bleibt, endet für andere Protagonisten der jüngeren Vergangenheit ihre Zeit beim VfB, auf und neben dem Rasen. Vornehmlich aus persönlichen Gründen hat Christian Rowold seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärt. „Ich hatte eine spannende, aber auch sehr intensive Zeit beim VfB, dem ich alles Gute für die Zukunft wünsche“, sagt er.

Die Blauen verlassen wird auch Martin Tünge. Der Marketingleiter habe gerade in den vergangenen Wochen 150 Prozent Leistung gebracht, erklärte VfB-Geschäftsführer Benjamin Doll, der Tünge ausdrücklich für dessen außerordentlichen Einsatz dankte. Der 32-jährige selbst betont, dass ihm seine Zeit beim VfB „super viel Spaß gemacht“ habe.

Den ungeschriebenen Gesetzen des Sports folgend, verändert sich am Schluss einer Spielzeit immer auch das Gesicht einer Mannschaft. Mit Frederik Lach, Philip Onnen, Marc Meunier, Leon Neldner, Laurel Aug, Dávid Daróczi sowie Daniel Franziskus und Thorsten Tönnies verlassen nach aktuellem Stand acht Spieler die Blauen. Vor allem Franziskus, der schon in seiner Jugend für den VfB gespielt hatte, und Tönnies blickten am Mittwochabend sichtlich bewegt auf ihre Zeit bei den Blauen zurück. „Wir sind in den letzten Wochen echt zusammengewachsen. Vielleicht wäre meine Entscheidung heute eine andere, aber für mich steht jetzt erstmal der Beruf im Fokus. Dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, ist nach sechs Jahren ein schönes Ende und man sagt ja, dass man sich im Leben immer zweimal sieht“, so Tönnies, der zum SSV Jeddeloh wechselt.

Auch der scheidende Daniel Franziskus kann sich vorstellen, „noch einmal für meinen VfB Oldenburg zu spielen“. Zunächst allerdings geht es für ihm beim VfB Lübeck weiter. „Ich hatte hier, in meiner zweiten Zeit beim VfB, zwei tolle Jahre und habe super Leute kennengelernt. Einige von den Jungs sind für mich wie Brüder und ich würde mich freuen, wenn mein Weg nochmal nach Oldenburg führen sollte“, so Franziskus.

In zumeist sehr emotionalen Wortbeiträgen nutzten Präsident Klaus Berster, Trainer Stephan Ehlers, aber auch alle anderen Redner die Gelegenheit, um sich zu bedanken, etwa bei ihren Partnerinnen, die in dieser Saison oft auch als mentale Aufbauhelferinnen gefragt waren. Aber auch bei den vielen Helferinnen und Helfern rund um die Regionalligamannschaft sowie den Sponsoren und der nach wie vor großen Fangemeinde.

„Wir freuen uns über den Klassenerhalt, wissen das aber auch einzuordnen. Die Saison war nicht immer einfach und unsere Situation ist es auch nicht, aber wir gehen es mit berechtigter Zuversicht an. Wir sind ein starkes Kollektiv. Es ist unser großes Ziel, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Unsere Prämissen sind dabei Offenheit, Toleranz, das Einhalten von Versprechen und der Respekt vor den Menschen“, so Klaus Berster. Man werde alles tun, um das blau-weiße Schiff mit geblähten Segeln durch unruhige Gewässer ans sichere Ziel zu manövrieren. Als wichtiger Teil der Besatzung kann der VfB dabei weiterhin auf seinen Torjäger bauen.