Machen ab sofort gemeinsame Sache, von links: Andreas Boll, Harry Föll und Stephan Ehlers.

Oldenburg. Jung, dynamisch und ab sofort Oldenburger: Das ist Harry Föll. Der 20-jährige Offensivspieler wechselt mit sofortiger Wirkung von Hansa Rostock zum VfB Oldenburg. Er hat bei den Blauen für zwei Jahre unterschrieben.

Für den 1. FC Heidenheim hat der Badener in der Jugend-Bundesliga gespielt, stand zudem in Freiburg unter Vertrag und war in der vergangenen Saison beim Drittligisten Hansa Rostock am Ball. An der Ostseeküste erwischte Harry Föll einen guten Start und war auf dem besten Weg, sich einen festen Platz in der Mannschaft zu erarbeiten. Doch im Fußball geht es manchmal schnell und nicht alles läuft nach Wunsch. „Kurz vor Saisonbeginn hat Hansa personell nachgelegt und zwei erfahrene Profis verpflichtet. Da war ich dann leider erstmal hinten dran“, erzählt Föll im breitesten Badisch.

Offen und ehrlich kommt der junge Fußballer rüber, der in Rostock zwar täglich im Trainingsbetrieb stand, mehrheitlich aber in der Reserve gespielt hat. „Mir hat das einfach nicht gereicht. Ich wollte unbedingt spielen und freue mich unglaublich auf die Aufgabe beim VfB Oldenburg. Das ist für mich auch kein Rückschritt, sondern eine tolle Herausforderung“, sagt Föll, der auf dem besten Weg ist, sich in Oldenburg schnell heimisch zu fühlen. „Was ich bis jetzt von der Stadt gesehen habe, gefällt mir unheimlich gut. Das gilt auch für meine Nachbarn, ich wohne da eher studentisch und bin super aufgenommen worden.“

„Harry ist schnell, kann mit dem Ball umgehen, ist flexibel einsetzbar und sucht auch immer wieder den Abschluss. Das macht ihn für uns zu einem sehr interessanten Spieler, der uns offensiv komplettiert“, sagt Andreas Boll. Intensiv hatte der sportliche Leiter sich in den letzten Wochen mit Harry Föll beschäftigt, sein Spiel nicht nur aus der Anschauung heraus analysiert, sondern darüber hinaus auch weitere Expertisen eingeholt, etwa von Rostocks Cheftrainer Pavel Dotchev. Die Meinungen waren dabei deckungsgleich positiv.

Den Neu-Oldenburger freut das, gleichwohl gibt er sich selbstkritisch. „Ich werde hart arbeiten müssen, um einen Platz in der Mannschaft zu finden“, sagt der 20-Jährige, der zurzeit überlegt, ob er sein Fernstudium im Sportmanagement beendet oder sich an der Universität in Oldenburg einschreibt. Die Möglichkeit, hier studieren zu können, hat ebenso dazu beigetragen, an die Hunte zu wechseln, wie die Chance, für einen Traditionsverein aufzulaufen. „Den VfB Oldenburg kennt man auch bei uns in Süddeutschland. Das macht einen Wechsel dann gleich doppelt attraktiv“, sagt Föll lachend.

Fußballerisch sieht er sich übrigens auf der rechten Außenbahn oder im offensiven Zentrum. „Ich denke, mit meiner Schnelligkeit kann ich außen gut spielen, aber ich spiele durchaus auch gerne auf der Zehn. Hauptsache, ich spiele.“