Oldenburg. Der Betonbohrer liegt parat, noch schnell den Zitronenhelm richten, dann kann es losgehen. Unser VfB Oldenburg erwartet am Sonntag, um 14 Uhr mit dem VfV Borussia 06 Hildesheim eine der defensivstärksten Mannschaften der Regionalliga. Da ist Vorsicht geboten, denn die Süd-Niedersachsen stehen nicht nur hinten sicher, sondern sind vorne gefährlich effektiv. Mehr dazu in unserem Vorspiel.

Der Gegner: Der VfV Borussia 06 Hildesheim ist aktuell Tabellendreizehnter. Aus 19 Spielen haben die Hildesheimer bislang 23 Punkte erspielt.

Die Form: Schwer zu sagen, denn die Hildesheimer haben in diesem Jahr erst zwei Spiele bestritten. In Lübeck unterlagen sie mit 1:2, am vergangenen Mittwoch konnten sie mit dem 1:1 beim FC St. Pauli II immerhin punkten. Zuvor hatten sie ein Testspiel beim Oberligisten Eintracht Northeim mit 1:6 verloren. Das allerdings taugt nicht zum Muster, denn neben einigen angeschlagenen Spielern fehlte auch der erkrankte Trainer Mario Block. In Hamburg wiederum präsentierten sich die Rot-Weißen durchaus kampfstark und verdienten sich den Zähler.

Die Stärken: Der Blick auf die Tabelle macht deutlich, was die Hildesheimer richtig gut können: Das eigene Tor verriegeln. Defensiv bringt die Truppe von Mario Block fast regelmäßig ein Bollwerk zustande, das nur schwer zu knacken ist. Torhüter Nils Zumbeel ist ein sicherer Rückhalt. Die Mannschaft ist körperlich robust und zweikampfstark.

Die Schwächen: Es hapert im Spiel nach vorn. Bei 19 Versuchen haben die Hildesheimer nur dreimal mehr als einen Treffer erzielt. Die Mannschaft hat keinen klassischen Torjäger. Mit Dominik Franke ist ein defensiver Mittelfeldspieler der treffsicherste Akteur. Er war bislang dreimal erfolgreich.

Die Leistungsträger: Neben Zumbeel und Franke, der im Mittelfeld den Taktstock schwingt, gilt das vor allem für Garrit Golombek. Der Mittelfeldspieler stand, wie sonst nur Zumbeel, in allen Spielen auf dem Rasen. Darüber hinaus bringt Christoph Lange viel Erfahrung mit und auch Linksverteidiger Thomas Ströhl hat in Halberstadt, Jena, Erfurt und Goslar schon höherklassig gekickt.

Die Ergebnisse: Hildesheim ist gut in die Saison gestartet. Die Mannschaft holte in Lübeck mit einem 0:0 ebenso einen Punkt, wie in Drochtersen und fegte zuhause den VfL Wolfsburg II mit 3:0 vom Grün. Erst am vierten Spieltag, in Meppen, kassierte der VfV mit 0:2 die erste Niederlage. In der Folge hat die Block-Truppe immer wieder aufhorchen lassen, etwa mit einem 1:1 in Braunschweig und einem 1:0-Sieg in Rehden.

Das Hinspiel: Puh, war das heiß. Bei hochsommerlichen Temperaturen haben nicht nur die Fußballer geschwitzt, sondern auch die Zuschauer. Locker hätten die Blauen seinerzeit die Punkte einkassieren können, denn nach der 0:1-Führung durch Thorsten Tönnies hatten sie allerhand Möglichkeiten zur Vorentscheidung. Die nutzte der VfB aber nicht und wurde bestraft. Hildesheim zeigte, wie man effektiv Fußball spielt und machte aus zwei Chancen zwei Treffer.

Die Aussichten: Auf tiefem Boden wird es alles andere als einfach, die Hildesheimer Deckung zu knacken. Der VfB wird spielerische Lösungen finden müssen, aber anders als gegen Flensburg, darf nicht 30 Meter vor dem Tor Schluss sein. Vielmehr brauchte es Abschlüsse im und um den Strafraum herum. Wie es geht, zeigten die Blauen bei ihrer starken Vorstellung am Mittwoch, in Braunschweig. Immer wieder wurden Angriffe über die schnellen Außen inszeniert, darüber hinaus war die Offensive ständig in Bewegung und wechselte die Positionen.
Defensiv fordert Trainer Dietmar Hirsch aus gutem Grund noch mehr Konzentration. Zudem muss die Mannschaft überflüssige Foulspiele zwingend vermeiden, denn die Hildesheimer haben die eine oder andere Standartvariante drauf. Der Sieg in Braunschweigt taugt auf jeden Fall dazu, das Selbstbewusstsein zu steigern. Die kämpferische Leistung war top, Fabian Klinkmann zeigte ein sensationelles Spiel und die ganze Mannschaft eine tolle Einstellung. Das ist sicher auch der Schlüssel, um am Sonntag zu gewinnen.