Echte Klassiker gibt es in der Regionalliga-Nord fraglos zu wenige. Das Spiel zwischen dem VfB Lübeck und dem VfB Oldenburg zählt unbedingt dazu. Am Samstag sind die Blauen gefordert, Grund genug, den Gegner mal zu beleuchten.

Die Situation: Es ist noch gar nicht lange her, da waren sie in Lübeck noch im Aufstiegsmodus. Naja, irgendwie ein klein wenig zumindest. Zwar war Tabellenführer SV Meppen schon ein gutes Stück enteilt, aber im Vertrauen auf die eigene Stärke und den noch ausstehenden direkten Vergleich sah man sich noch aussichtsreich im Titelrennen und hat einen Lizenzantrag für Liga drei auf den Weg gebracht. Das war mutig, denn derzeit hat der meisterliche Optimismus, der sich aus dem Schatten des Holstentores heraustrauen wollte, einen kleinen Rückschritt erlitten. Mit 17 Punkten Rückstand sind die Lübecker zurzeit Vierter.

Die Serie: Die Lübecker sind auf dem besten Weg, ein Oldenburger Lieblingsgegner zu werden. Der kurze Blick zurück zeigt, dass unseren Blauen die letzten drei Spiele gewonnen haben. Insbesondere das klare 3:0 aus dem Hinspiel zaubert uns schon beim bloßen Gedanken daran ein breites Lächeln ins Gesicht. Weiter so!

Die Leistungsträger: Während bei anderen Vereinen eine gewisse personelle Fluktuation zu beobachten ist, gibt man sich in der Hansestadt bescheiden. Lediglich 23 Spieler hat Trainer Rolf Landerl bislang eingesetzt. Dauerhaft am Ball war indes allein Jonas Toboll. Der Torhüter stand in allen 24 Spielen auf dem Platz. Ihm folgen die scheinbar auch eher unverzichtbaren Gary Noel (9 Tore) und Marvin Thiel (5 Tore) mit 23 Spielen sowie Dennis Wehrendt und Maurice Maletzki, die 21 mal aufgelaufen sind.  Wie unverzichtbar Noel ist, zeigt sich übrigens dann doch am Samstag, denn der von Vienna Wien gekommene Offensivspieler wird den Marzipanstädtern fehlen. Noel geht derzeit für die Nationalmannschaft von Mauritius auf Torejagd.

Der Trend: Als profunde Kenner des Zahlenwerks nehmen wir sensibel zur Kenntnis, dass es bei den Lübeckern so richtig nicht läuft. Der letzte Sieg, ein 2:0 über den VfL Wolfsburg, ist schon ein Weilchen her. Anschließend hieß es 1:2 in Meppen, 2:2 gegen den Lüneburger SK und 0:2 in Norderstedt.

Die Heimstärke: Selbige muss man wohl anerkennen, denn die Lübecker haben zuhause erst einmal, übrigens gegen Meppen, verloren. Sechs Siege und fünf Unentschieden sind noch notiert. Will heißen, unsere Blauen werden sich strecken müssen, wenn sie aus Lübeck nicht nur Marzipan für die Lieben daheim und die Redaktion, mitbringen wollen.

Die Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel) sowie seine Assistenten Thomas Bauer und Luca Jürgensen werden das Spiel auf der Lohmühle leiten.

Die Blauen: Nach Werder ist vor Lübeck. Trainingsfrei gab es nicht, allerdings hatte Dietmar Hirsch angekündigt, bei den Übungseinheiten Rücksicht auf die Belastung zu nehmen. Fraglich ist, ob Nicolas Eiter zum Kader zählen kann, er musste zuletzt aufgrund einer Erkrankung passen.

Das Wiedersehen: Dietmar Hirsch und Christopher Kramer standen bereits beim VfB Lübeck unter Vertrag. Offiziell werden sie beteuern, dass es ein normales Spiel ist, aber man darf doch zumindest darauf spekulieren, dass unser Cheftrainer und unser Torjäger vielleicht noch ein ganz klein wenig motivierter sind als ohnehin.