Hoppala, in der ganzen Derby-Vorbereitungs-Aufregung wäre uns ja fast durchgerutscht, dass vor dem Gastspiel unserer Freunde aus dem Emsland noch der BSV Rehden auf uns wartet. Am Mittwoch, um 19 Uhr spielt der VfB in der Gemeinde Diepholz. Grund genug, nochmal kurz auf auf den Gegner zu schauen.

Die Ausgangslage: Aufatmen in Blau und Weiß. Es war ja nun für jeden ersichtlich, dass der verdiente 2:0-Erfolg über den FC St. Pauli II einer Befreiung gleich kam. Endlich haben wir das erste Heimspiel in 2017 gewonnen. Die Gemütslage in Rehden könnte gegenteiliger nicht sein. Die Schwarz-Weißen sind als Tabellensiebzehnter auf dem besten Weg, die Ligazugehörigkeit zu verspielen. Drei Punkte Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz und das deutlich schlechtere Torverhältnis sind eine happige Bürde.

Die Gründe: Wie konnte es dazu kommen, dass Rehden derart in Gefahr geraten ist? Nun, darf man den Presseberichten glauben, geht es bei den Schwarz-Weißen drunter unter drüber. Kapitän Viktor Pekrul tituliert Mitspieler via Presse als Pflegefälle und der allgewaltige Präsident Friedrich Schilling sieht in Teammanager Peter Schöne einen Teilschuldigen, denn der habe wohl die falschen Spieler geholt. Konstanz ist in dieser Saison ein Fremdwort in Rehden, sieht man davon ab, dass der Club konstant in unteren Tabellengefilden herumdümpelt. Sechs Siege, neun Unentschieden, aber 13 Niederlagen, das bedeutet wohl Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag. Man könnte jetzt viel über das Warum spekulieren. Festzuhalten bleibt, dass vom sommerlichen Anspruch, eine Mannschaft mit lokalem Gesicht aufzubauen, kaum noch etwas übrig ist. Statt Talente aus der Region zu verpflichten, kamen Spieler aus aller Herren Länder und nicht alle sind noch da.

Die Trainerwechsel: Nun, sportlich ging nach einem ordentlichen Start zu oft zu wenig zusammen. Weil zudem das Innenverhältnis zu Schöne nicht optimal war, musste der im Sommer erst aus Oldenburg verpflichtete Stephan Ehlers den Trainerstuhl räumen. Besser wurde es dann allerdings nicht. Stefan Stuckenberg kam und musste nach zu wenigen Siegen auch schon wieder gehen. Der 61-jährige Wolfgang Schütte ist nun auserkoren, die Schwarz-Weißen auf den Erfolgspfad zu führen. Seit dem Rehdener Regionalliga-Aufstieg 2012 ist er bereits der 13. Trainer in den Waldsportstätten.

Der Trend: Bezogen auf die Gastgeber ist der sicher negativ. In der Liga hat die Mannschaft einen Punkt aus den letzten drei Spielen geholt. Ähnlich schwer wiegt zudem die 0:2-Niederlage gegen den Lüneburger SK, im Pokal-Halbfinale. Der Sprung in den DFB-Pokal wurde erstmal verpasst.

Die Stärke: Wer meint, den BSV aktuell unterschätzen zu können, dürfte eine derbe Überraschung erleben. Gerade zuhause können die Schwarz-Weißen aufdrehen, haben fünf ihrer sechs Siege auf eigenem Platz erspielt und dort Norderstedt, Drochtersen und Wolfsburg geschlagen. Der VfB hat ohnehin noch eine unangenehme Erinnerung an den BSV, denn im Pokal unterlagen die Blauen dort zu Saisonbeginn 0:1 und überhaupt haben wir dort seit Jahren nicht mehr dreifach punkten können. Es wird Zeit, das zu ändern.

Die Leistungsträger: Rehdener Torschützenkönig ist zurzeit noch Moses Lamidi, der sechsmal erfolgreich war. Kein Sorge, der kickt nicht mehr im Norden, sondern zog weiter Richtung Westen. Aufzupassen haben die Oldenburger sicher auch auf Hugo Magouhi, der vor allem mit dem Rücken zum Tor eine Anspielstation im Rehdener Offensivspiel ist. Taktgeber sind allerdings andere, allen voran Kevin Artmann oder Viktor Pekrul und Innenverteidiger Michael Wessel ist unstreitig einer der besseren seines Fachs.

Die Aufgabe: Es wird alles andere als einfach. In Rehden kämpfen sie mit aller Macht darum, überhaupt wieder in die Spur zu kommen und was wäre da besser als ein Sieg gegen den VfB. Ungern erinnern wir uns an die vergangene Saison, als wir im Endspurt nur zwei Tage nach dem Pokalhalbfinale in Rehden antreten mussten und dort unglücklich mit 0:1 unterlagen. Der eine oder andere Oldenburger dürfte daraus zusätzliche Motivation ziehen. „Wir wollen in Rehden gewinnen, dann hätten wir einen großen Schritt gemacht und könnten entspannt ins Derby gegen Meppen gehen“, sagt Cheftrainer Dietmar Hirsch. Auf geht’s!