Oldenburg. Vom Spielfeld direkt in die Eistonne. Nach einem hitzigen Kick kann eine solche Abkühlung ja durchaus gut tun. Nun hat der Sprung ins kaltgefüllte Fass beim VfB Oldenburg aber nichts damit zu tun, dass die Kicker sich ihr „Mütchen“, kühlen müssten. Im Gegenteil, die Blauen wollen unbedingt „on fire“ bleiben, schließlich steht bereits am Donnerstag, um 18.30 Uhr, das nächste Spiel an. Damit die Jungs auch gegen den 1. FC Egestorf/Langreder 100 Prozent abliefern können, war nach dem tollen Auftritt gegen Flensburg Regeneration angesagt. Während die Fußballer also in der Eistonne „chillen“, hat sich das Medienteam schon mal ums Vorspiel gekümmert:

Der Gegner: An dieser Stelle muss man schon mal ehrlich zugeben, dass es verdammt reizvoll ist, hier die Platte mit dem „Verbandsclub“ aufzulegen. Aber hey, wäre das korrekt und fair? Eher nicht. Also lassen wir das bleiben und tauschen Gerüchte gegen Fakten. Der Fusionsverein aus Barsinghausen spielt seit 2016 in der Regionalliga-Nord und das beeindruckend erfolgreich. In der Aufstiegssaison reichte es am Ende zum 10. Tabellenplatz. In dieser Spielzeit sind die Germanen noch erfolgreicher und werden aktuell auf Platz sechs notiert.

Die Zahlenspielerei: 30 Spiele, 13 Siege, sechs Unentschieden, 11 Niederlagen. 47:41 Tore. Hossa, keine so schlechte Bilanz, die Egestorf aktuell aufweist. Vor allem auswärts tun sich die Kicker von Trainer Jan Zimmermann oft leicht. Aus 15 Spielen wurden 22 Punkte geholt, die sich aus sechs Siegen und vier Unentschieden zusammensetzen. Beeindruckend gut ist das Torverhältnis, zumindest in defensiver Hinsicht, denn 19 erzielten Treffern stehen nur 16 Gegentore gegenüber. Beim Personal regiert, verglichen mit anderen Vereinen, fast schon die Bescheidenheit. Lediglich 22 Spieler hat die Germania bislang aufgeboten. Deren elf konnten sich als Torschützen feiern lassen.

Die Stärken: Mit Germania Egestorf kommt eine eingespielte Truppe ins Marschwegstadion. Defensiv kompakt, schalten die Egestorfer schnell um und verstehen sich darauf, effektiv zu kontern. Zwar kann Jan Zimmermann auf einige überdurchschnittliche begabte Einzelkönner bauen, vor allem aber beeindruckt seine Mannschaft als Kollektiv. Gerade auswärts führt der kommende VfB-Gegner eine filigrane Klinge, läßt dem Kontrahenten nur wenig Raum und verteidigt das eigene Tor überaus erfolgreich.

Die Schwächen: Ganz viel fällt uns dazu nicht ein, deshalb bewegen wir uns mal ganz mutig auf das dünne Eis der Spekulation. Abzuwarten wäre zum Beispiel, wie die Mannschaft den mutmaßlichen Verlust ihres Top-Torjägers aufnimmt (dazu später mehr). Der Trend spricht zudem dafür, dass zuletzt die Luft etwas raus war. Von acht Spielen im April haben die Egestorfer sechs verloren. Jetzt allerdings zu glauben, ein Oldenburger Sieg sei deshalb leicht und locker drin, wäre komplett daneben.

Die Unverzichtbaren: Schaut man auf die Statistik, könnte man glatt meinen, dass gar nicht erst angepfiffen wird, wenn Markus Straten-Wolf nicht zwischen den Pfosten steht, Linksaußen Kevin Schumacher fehlt oder Robin Gaida nicht als Innenverteidiger mitspielen mag. Nun, angepfiffen würde natürlich trotzdem. Das „Was wäre wenn“-Szenario wird es ohnehin nicht geben, denn dieses Trio ist immer am Ball. Sie sind ebenso unverzichtbar für das Egestorfer Spiel, wie etwa Torben Engelking oder Hendrik Weydandt. Letzterer ist mit 13 Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft. Was in dieser Serie gilt, muss in der kommenden allerdings nicht mehr zwingend richtig sein, denn der Torjäger wird mit einem Wechsel zu Hannover 96 in Verbindung gebracht.

Der Trend: Seit Anfang April läuft es für die Egestorfer nicht mehr so ganz rund. Lediglich zwei von acht Spielen haben sie gewonnen. Zuletzt kassierte die Zimmermann-Truppe beim VfV Borussia 06 Hildesheim und beim FC Altona 93 jeweils eine 1:3-Niederlage. In Oldenburg hätte wohl niemand etwas dagegen, wenn dieser Trend anhalten würde.

Die Unsrigen: Ja, auch gegen Flensburg war es am Ende „nur“ ein Punkt. Das „nur“ heißt an dieser Stelle allerdings nichts anderes, als dass wir durchaus auch drei Punkte verdient hatten. Unsere Mannschaft hat nicht nur große Leidenschaft gezeigt, sondern auch spielerisch überzeugt. Das ist die Basis, um in den verbleibenden Spielen die Basis für den Klassenerhalt zu schaffen. Das ist auch der Anspruch, die Meßlatte, für die nächsten Spiele. Der Support von der Tribüne war klasse, aber auf und neben dem Rasen geht noch mehr.

Abzuwarten ist natürlich, wie sich die Folgen des Spiels gegen Flensburg auswirken. Ahmet Saglam etwa humpelte am Dienstag mit dick bandagiertem Oberschenkel vom Platz. Sein Einsatz ist fraglich, wenngleich er bereits am Mittwochmorgen wieder zur Behandlung bei Mannschaftsarzt Dr. Björn Jespersen war. „Wir lassen natürlich nichts unversucht, aber auch, wenn ein Spieler ausfällt, werden wir eine Mannschaft auf den Platz bringen, die alles tun wird, um die drei Punkte in Oldenburg zu behalten.“ Dass es hinterher wieder in die Eistonne geht, versteht sich natürlich von selbst.

Der Zweierpack:  Einmal zahlen, zweimal dabei sein! So lautet das Motto des VfB Oldenburg für die nächsten Spiele. Wie schon gegen Flensburg wird auch diesmal nur die Haupttribüne geöffnet. Das Doppelticket kostet 10 Euro (ermäßigt 7 Euro, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt). „Wir rücken zusammen“, sagt VfB-Geschäftsführer Benjamin Doll, der hofft, dass die Tribüne voll wird „und die Fans wieder unser zwölfter Mann sein werden.“