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Krombacher-PokalVfB begeistert trotz knapper Niederlage

3. April 2015
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Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei Fortuna noch ein wenig Überzeugungsarbeit zu leisten ist. Wie sonst erklärt sich, dass die Glücksgöttin den VfB Oldenburg aktuell nicht so würdigt, wie dieser es sich wünschen würde. Hauchdünn und fraglos über alle Maßen unglücklich verpaßte der VfB Oldenburg den Einzug ins Finale um den Krombacher-Niedersachsenpokal.

or der begeisternden Kulisse von fast 6.000 Zuschauern unterlagen die Blauen dem klar favorisierten VfL Osnabrück im Elfmeterschießen mit 3:5. Natürlich ist der Frust groß, denn das Erreichen des DFB-Pokals war möglich und, ja, gefühlt standen die Oldenburger ja praktisch schon vor der offenen Tür, doch am Ende ist die noch zugefallen. Das Fazit nach einem überaus emotionalen Bad der Gefühle ist dennoch ein positives. Die Mannschaft hat sich toll verkauft, den Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht und das Publikum begeistert, aber der Reihe nach.

Den Ausfall von Migu Canizales hatte Predrag Uzelac durch die Hereinnahme von Chris Braun kompensiert, der rechts verteidigte. Thorsten Tönnies rückte in der Viererkette nach links. Der VfB-Trainer hatte sich aber noch einen guten Schachzug einfallen lassen. Marcel Gottschling fand sich mit offensiver Ausrichtung auf dem Platz wieder und machte ein ganz starkes Spiel. Dass Marius Winkelmann und Kifuta Kiala Makangu dagegen nicht nominiert worden waren, dürfte die Gäste doch irritiert hat, immerhin zählten beide zuletzt zum Stammpersonal.

Von der erwarteten spielerischen Überlegenheit des Drittligisten war wenig zu sehen. Der VfB brachte nicht nur viel Leidenschaft auf den Platz, sondern suchte auch immer nach spielerischen Lösungen. Es entwickelte sich folgerichtig ein Duell auf Augenhöhe, allerdings ohne große Torraumszenen. Einen Konter der Gäste ließ Addy-Waku Menga ungenutzt (12.), auf der anderen Seite hatte Erwig-Drüpel gleich drei gute Aktionen. In der 20. Minute zielte er vorbei. Zuvor hatte der flinke Ex-Regenburger einen Konter verfrüht abgebrochen, statt den Abschluss zu suchen. Dass dem Blondschopf, der bereits Tempo aufgenommen und frei durch gewesen wäre, der Vorteil abgepfiffen wurde, muss Schiedsrichter André Schönheit angekreidet werden. Dieser Pfiff war unnötig und brachte den VfB um eine tolle Möglichkeit.

Wie unzufrieden Gäste-Trainer Maik Walpurgis mit dem Dargebotenen seiner Kicker war, dokumentierte er bereits nach 25 Minuten, als er sämtliche Ersatzspieler aufforderte, sich warm zu machen. Es dauerte auch eine gute halbe Stunde, ehe die in orangenen Trikots angetretenen Gäste sich ein optisches Übergewicht erarbeiten konnten. Echte Chancen erspielte sich der VfL aber nicht. Vielmehr entwickelte sich schon sehr früh ein Duell auf Augenhöhe. Von einem Klassenunterschied konnte nicht die Rede sein. Es dauerte folglich bis zur 40. Minute, ehe es tatsächlich nochmal eng für den VfB werden sollte. Marcos Alvarez hatte mit großer Wucht gegen das Spielgerät getreten und mit einem direkten Freistoß aus locker 40 oder mehr Metern Entfernung überrascht, das Tor aber knapp verfehlt.

Nach dem Seitentausch blieb es dabei. Der VfB wehrte sich aber nicht mehr nur nach Kräften, sondern spielte jetzt noch gefälliger nach vorn. Ein Kopfball des emsigen Pierre Merkel war das erste Zeichen (46.) in diese Richtung. Nur vier Minuten später wurde Marcel Gottschling, der mit seinem Tempo immer wieder für gute Szene der Blauen sorgte, höchst rüde von den Beinen geholt. Tobias Willers, der sich später noch als höchst unfairer Sportsmann erweisen wollte, ruppte den jungen Oldenburger von den Beinen, um so einen Konter zu unterbinden. Gelb war hier die notwendige Konsequenz.

Diese Szene allein hätte schon nach einer Bestrafung verlangt und tatsächlich. Sechzig Sekunden später wurde Gottschling von Florian Stütz in Szene gesetzt, verfehlte das Tor mit seinem Schuss aber ganz knapp.

Der VfB war jetzt am Drücker und die Führung lag in der Luft, der Ball dann aber dummerweise im falschen Tor. Aus dem Nichts heraus traft Willers nach einer Ecke mit dem Kopf zum 0:1. Zuvor hatten einige Osnabrücker Anhänger bereits ein Freudenfeuer entfacht und damit vor allem sich selbst den Blick vernebelt. Die Ordnungskräfte reagierten aber wohltuend besonnen und deeskalierend auf diese höchst unnötige Aktion.

Der Favorit lag also vorne, war das schon eine Vorentscheidung? Nein! Die Oldenburger wehrten sich, nicht nur auf dem Platz. Die zuvor schon von der Stimmung getragene Mannschaft wurde von ihrem Publikum regelrecht gepuscht. „Steht auf, für den VfB!“, schallte es durchs Rund und der Großteil der Tribünenbesucher leistete dem Folge. Derart unterstützt wirbelten Gottschling und Alessandro Ficara durchs Mittelfeld und der höchst filigrane Italiener lupfte den Ball Richtung Tor. An dieser Stelle sei nochmal auf Fortuna verwiesen, denn das Rund sprang von der Unterkante der Latte nicht in die Maschen, sondern zurück ins Spielfeld. Ob der Ball dabei die Torlinie überquert hat, blieb offen. Es wurde aber weitergespielt (70.).

Die Gäste hatten zuvor in Person des eingewechselten Marcel Kandziora die Chance zur Entscheidung ausgelassen. Er hatte aus der Drehung über das Tor gezielt (68.). Das sollte sich letztlich rächen. Ficara hatte zwar noch Pech, doch in der Nachspielzeit leistete sich VfL-Torhüter Frank Lehmann dann einen „Bock“, der wohl unvergessen geblieben wäre, wenn der VfB am Ende triumphiert hätte. Er habe auf Zeit spielen wollen, erklärte der Torhüter nach dem Spiel seinen Lapsus, denn der Ball sprang im vom Fuß. Der kurz zuvor eingewechselte Nils Laabs reagierte sofort, spitzelte die Kugel an Lehmann vorbei zum 1:1 ins Tor. Entsetzen beim VfL, pure Emotion dagegen in Blau und Weiß. Auf der Tribüne lagen sich Zuschauer in den Armen, ließen ihrer kollektiven Freude freien Lauf.

Es ging ins Elfmeterschießen und da wären wir dann wieder bei Fortuna. Die Gäste gingen durch Tobias Willers in Führung, der Dominik Kisiel knapp überwinden konnte. Ein Schicksal, dass der gute VfB-Torhüter noch viermal erdulden musste, denn immer tauchte er in die richtige Ecke, bekam aber den Ball nicht zu packen.

Für den VfB trat Frank Uzelac zum ersten Elfmeter an. Auf dem Weg zum Punkt wurde er dabei von Willers verbal angegangen. Eine grobe, peinliche, ja beschämende Aktion des Osnabrückers, die ungeahndet blieb. Zu allem Überfluss scheiterte der sonst so sichere Elfmeterschütze an Lehmann, der seinen Fehler somit wieder gut gemacht hatte. Zwar trafen Florian Stütz und Pierre Merkel ganz sicher, doch Marius Winkelmann drosch den Ball mit großer Wucht knapp über das Tor und die Gäste konnten jubeln.

Natürlich ist es unheimlich bitter, so auszuscheiden und den Sprung in den DFB-Pokal zu verpassen. Dennoch darf sich der VfB Oldenburg trotz der Niederlage als Gewinner fühlen. Die Mannschaft hat einen starken Auftritt gezeigt, Leidenschaft und Herz auf den Platz gebracht und ihre Zuschauer begeistert. Sie hat bei den Fans gepunktet. Mit Blick auf den Kampf um den Klassenerhalt ist das fraglos wertvoll. Zudem haben die Fußballfreunde der Region gezeigt, dass sie selbst bei widrigstem Wetter da sind, wenn es für den VfB um etwas geht. Danke dafür. Am Ostermontag geht es weiter. Um 15 Uhr trifft der VfB Oldenburg auf die U23 des VfL Wolfsburg. Vielleicht hat Fortuna die Blauen dann ja auf der Liste jener, die ein kleines Geschenk verdient haben.

Zahlen, Daten & Fakten

VfB Oldenburg: Dominik Kisiel, Christopher Braun (85. Marius Winkelmann), Karlis Plendiskis, Pierre Merkel, Jonas Erwig-Drüppel, Florian Stütz, Franko Uzelac, Allessandro Ficara (80. Nils Laabs), Marcel Gottschling, Thorsten Tönnies, Cherif Mohamed Aidara
Trainer: Predrag Uzelac

VfL Osnabrück: Frank Lehmann, David Pisot, Alexander Dercho, Addy Waku Menga (87. Francky Simbolo), Stanislav Iljutcenko, Nicolas Feldhahn, Sofien Chahed (77. Davide Grassi), Tobias Willers, Christian Groß, Stephan Thee (46. Marcel Kandziora), Marcos Alvarez
Traing: Maik Walpurgis

Tore: 0:1 Willers (54.), 1:1 Laabs (90+1)

Schiedsrichter/in: André Schönheit (Kirchgellersen) – Assistenten: Michael Haupt, Sebastian Trenkner

Zuschauer: 5940

Gelbe Karte: Marcel Gottschling, Dominik Kisiel / Sofien Chahed, Tobias Willers, Nicolas Feldhahn, Stanislav Iljutcenko, Marcos Alvarez, Francky Sembolo

Elfmeterschießen

1:2 – Willers
Uzelac verschießt
1:3 – Kandziora
2:3 – Stütz
2:4 – Feldhahn
3:4 – Merkel
3:5 – Alvarez
Winkelmann verschießt

Impressionen

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