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RegionalligaDerby und Finale im Marschwegstadion

9. Oktober 2015
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Die Ausgangslage ist denkbar schnell skizziert. Tabellenführer VfB Oldenburg trifft am Sonntag, um 15 Uhr auf den Tabellenvorletzten BV Cloppenburg. Klingt nach einer klaren Kiste, oder? Stop! Dieser traditionell spannende Nachbarschaftsvergleich hat ganz ohne Zweifel seine ganz eigenen Gesetze, folglich verbietet es sich, von einem Selbstläufer zu sprechen.

Die Cloppenburger Bilanz bei Gastauftritten im Marschwegstadion zaubert ein Lächeln der Vorfreude in die Gesichter der Protagonisten. Oft, aus Oldenburger Sicht viel zu oft, haben die Schwarz-Weißen bei ihren Auftritten an der Hunte reichlich Beute gemacht. Im Vorjahr etwa siegten die „Zebras“ mit 2:1. Da versteht es sich fast von selbst, dass Trainer Uwe Groothuis seinen Kickern auch an diesem Sonntag etwas zutraut.

Grund genug, die Ball spielenden Cloppenburger einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwischen den Pfosten steht ein alter Bekannter. Christian Meyer, dereinst im Tor des VfB Oldenburg von einer Lobeshymne zur nächsten geflogen, hat sein Gastspiel bei Kickers Wahnbek bereits in der vergangenen Saison beendet und sich dem BVC angeschlossen. Trotz guter Leistungen konnte er den sportlichen Abstieg des BVC am Ende nicht verhindern. Weil die U23 von Werder Bremen allerdings in Liga drei aufgestiegen ist, durften die Cloppenburger in der Regionalliga weiterkicken. Zwar strahlt der Rotschopf in dieser Saison nicht mehr die dereinst so beeindruckende Souveränität aus und gönnt sich ab und an einen kleineren Fehler, an alter Wirkungsstätte dürfte Meyer allerdings zur Höchstform auflaufen.

Den Defensivverbund der Gäste führt Christian „Willo“ Willen an. Der Innenverteidiger, vor Urzeiten aus Meppen nach Cloppenburg gekommen, ist für seine Mannschaft unverzichtbar. Zwar gewinnt der lange Verteidiger nicht mehr jedes Sprintduell, ist im Kopfballspiel aber nach wie vor eine Macht und bei Standards durchaus auch torgefährlich. Mit schöner Regelmäßigkeit verteidigt an seiner Seite David Niemeyer. Der baumlange Kicker wurde schon oft, ohne Frage zu oft, durch Verletzungen aus der Bahn geworfen. Andernfalls hätte Niemeyer längst das Interesse höherklassiger Vereine wecken können. Fußball spielen kann der Bursche, ist zudem flexibel, etwa auch als Sechser, einsetzbar.

Mit Tim-Pascal Wohlfahrt rechts und Daniel Olthoff links, verteidigen auf den beiden Außenbahnen körperlich nicht ganz so robuste, aber dafür technisch gute und flinke Herren, die dereinst in Hannover (Wohlfahrt) und Meppen fußballerische Erfahrungen sammeln durften.

Im zentralen Mittelfeld gibt nach wie vor Kristian Westerveld den Ton an. Der Niederländer gehört in Cloppenburg, ähnlich wie Willen, schon zum Inventar und ist aus der Startformation nicht wegzudenken. Auch Westerveld mangelt es an Tempo, allerdings hat er ein gutes Auge, antizipiert stark und ist, freundlich formuliert, ein abgezockter Zweikämpfer, der sich nicht scheut, auch rustikal einzusteigen. Spielerisch höheren Ansprüchen genügt ohne Zweifel Gerrit Thomes, der zudem viel Torgefahr ausstrahlt. Mit dem Einsatz von Nick Köster ist gegen seinen alten Verein sicher zu rechnen. Der kleine Zweikämpfer zählt in Cloppenburg nicht zufällig zu den beliebtesten Kickern, denn Köster ackert und rackert und ist sich für kein Gerangel zu schade. Abzuwarten bleibt, wer für ihn Platz machen muss.

Sven Bentka könnte ein Kandidat sein, denn auf einen anderen ehemaligen Oldenburger wird Groothuis kaum verzichten wollen. Jonas Wangler ist der Tempomacher im Spiel des BVC. Er könnte durchaus auch in der Spitze zum Einsatz kommen und sich als echte Herausforderung für die VfB-Abwehr entpuppen. Wangler ist enorm schnell und verhält sich im Zweikampf ausgesprochen clever. Inniger Körperkontakt endet nicht selten mit einem Elfmeterpfiff für Wangler.

Die Defensive ist eigentlich ordentlich aufgestellt, das Mittelfeld unbedingt überdurchschnittlich regionalliga-tauglich. Die Problemzone der Cloppenburger ist der Angriff. Dass Tim Wernke jetzt für Blau Weiß Lohne trifft und Andreas Gerdes-Wurpts in Rehden Tore schießt, wird hartgesottenen BVC-Fans Tränen in die Augen treiben und selbst die oberflächlicheren Anhänger traurig werden lassen. Ihre Lücke hat man an der Soeste einfach nicht schließen können. Versucht wurde es mit der Verpflichtung von Aladji Barrie und dem Rückholen von Lincoln Assinouko. Letzterer ist ganz sicher ein netter Zeitgenossen, der seinen robusten Körper in jeden Zweikampf wirft, aber ein ausgewiesener Torjäger ist Assinouko eben nicht. Barrie hat immerhin schon zwei Tore erzielt und ist damit zweitbester Schütze seiner Mannschaft.

Viermal war ein anderer Rückkehrer erfolgreich. Milad Faqiryar ist nach einem kurzen Gastspiel bei Hansa Rostock wieder beim BVC gelandet. Der talentierte Linksfuß ist ein ausgesprochen interessanter, weil flexibel einzusetzender Spieler. Der Ex-Emder kann sowohl links, wie auch innen verteidigen, aber zudem auch angreifen und genau das tat er in dieser Saison regelmäßig, ehe er von einer Verletzung gestoppt worden ist. Im Derby dürfte Faqiryar, da wieder fit, spielen. Ob sich für einen anderen Oldenburger auch ein Platz findet, ist offen. Flodyn Baloki kam im Sommer vom SV Eichede nach Südoldenburg und sucht noch seine Rolle in der Mannschaft.

Die wird in dieser Saison übrigens nicht mehr von Jörg-Uwe Klütz und Mario Neumann angeleitet, wie die erfahrenen Leserinnen und Leser natürlich längst verwundert registriert haben. Ja, es stimmt wirklich, wenn man es auch kaum glauben kann. Die beiden Cloppenburger Urgesteine haben im Sommer tatsächlich ihren angekündigten Abschied durchgezogen. Während Klütz sein Leben als viel-beschäftigter Unternehmer und Privatier genießt und immer dort als Trainer gehandelt wird, wo in der Region gerade ein Übungsleiterposten frei ist, arbeitet Neumann als Assistenztrainer beim SV Meppen. Eine längere Trainersuche führte die Cloppenburger Verantwortlichen im Sommer zu Uwe Groothuis. Dem ehemaligen Emder wurde mit Alket Zeqo ein Assistent mit Stallgeruch an die Seite gestellt. Zeqo, den VfB-Fans als trefflicher Angreifer aus vielen Derbies in unangenehmer Erinnerung, wird mit Schrecken feststellen, dass seine Mannschaft mit dem Toreschießen so ihre Probleme hat.

Hoffen wir mal, dass es dabei auch noch länger bleibt, denn für den VfB geht es am Sonntag darum, die Tabellenführung zu verteidigen. „Nach oben kommen ist alles andere als einfach, aber den Platz an der Spitze zu behaupten, das ist die wahre Herausforderung und wird von Spieltag zu Spieltag schwieriger“, sagt Dietmar Hirsch. Der VfB-Trainer mahnt nicht ohne Hintergedanken die richtige Einstellung an. „Wir dürfen nicht nachlassen, nicht eine Minute, nicht arrogant sein. Sondern wir müssen voll konzentriert sein, bissig, und willens, jedes Spiel zu gewinnen“, sagt er.
Personell kann der Trainer alle Register ziehen. Allein Karlis Plendiskis fehlt noch verletzt. Ob er Änderungen vornimmt und wenn ja, welche, wollte Hirsch aber nichtmal dem eigenen Medienteam verraten. „Wir sind auf den Gegner vorbereitet, lasst euch überraschen“, bekamen die neugierigen Frager zur Antwort.

Angepfiffen wird am Sonntag um 15 Uhr. Bereits um 12.45 Uhr beginnt das Finale um den Barmer-GEK-Cup, zu dem natürlich Zuschauer herzlich willkommen sind. Die erste Kasse öffnet am Sonntag, um 11.15 Uhr, die Stadiontore werden komplett um 14 Uhr aufgeschlossen. Zuvor gibt es einen Eingang für Zuschauer des Barmer-GEK-Cup-Finales zwischen dem Herbart-Gymnasium und der Oberschule Hude.
Schiedsrichter der Begegnung ist Henrik Bramlage vom VfL Oythe. An den Linien stehen Manuel Kramer und Felix Heuer. Bramlage hat den VfB in der vergangenen Saison beim 3:0 über die U23 des VfL Wolfsburg und ein Jahr zuvor beim 5:2 in Cloppenburg gepfiffen. Dreimal ist Oldenburger Recht.

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