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VereinWenig ruhige Minuten, aber sehr große Lust

16. Oktober 2015
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Herr Herrnberger, vor knapp 100 Tagen haben Sie das Amt als Geschäftsführer angetreten. Aus der Basketball-Bundesliga in die Fußball-Regionalliga. Haben Sie diesen Schritt bereut?

Das waren sehr intensive erste 100 Tage – so viel kann ich schon mal sagen. Bereut habe ich diesen Schritt überhaupt nicht und habe auch nicht vor, diesen jemals zu bereuen. Im Gegenteil! Ich bin überzeugt, dass wir den VfB dorthin bekommen, wo wir ihn sehen. Was sich aber in den vergangenen Monaten verändert hat, sind definitiv die ruhigeren Minuten, die es kaum noch gibt.

 

Um den VfB Oldenburg ist es in seiner über 100-jährigen Geschichte selten langweilig gewesen. In dieser Saison ging es dann doch vergleichsweise ruhig zu und ausgerechnet in dieser Phase trennt sich der Verein von seinem Trainer, obwohl der VfB die Tabelle anführt. Das hat für viel Unruhe gesorgt. Würden Sie diese Entscheidung wieder so treffen?

Zunächst einmal war es nicht meine Entscheidung, sondern die des Kollektivs. Wir haben nun mit Dietmar Hirsch und Ronny Klause zwei Trainer, von denen wir überzeugt sind, dass sie uns auf unserer Reise weiterbringen. Ich denke, dass das Thema nun auch abgeschlossen ist. Im Saisonrückblick können wir dann darüber noch einmal ein paar Sätze verlieren.

 

Sportlich läuft es seitdem weiter geradezu perfekt. Die Mannschaft hat jetzt sieben Siege in Folge erspielt. Am Sonntag kommt es in Flensburg zum Spitzenspiel. Entscheidet sich im hohen Norden auch, in welche Richtung es für den VfB weitergeht?

Das hängt nicht von diesem einen Spiel ab. Wir haben 31 von 36 möglichen Punkten – damit stehst du oben in der Tabelle. Klar ist, wenn du Tabellenführer bist, willst du es auch bleiben. Wir wissen, dass Flensburg stark ist, aber wir haben das Selbstbewusstsein, um mit Siegeswillen in die Partie zu gehen.

 

Sie selbst haben diese Saison als Jahr des Umbruchs tituliert, wollten einen Wandel im Verein vorantreiben. Müssen Sie fürchten, vom sportlichen Erfolg überholt zu werden? Kommt dieser vielleicht sogar zu früh?

Wenn der sportliche Erfolg da ist, wollen wir ihn auch behalten. Die Gespräche laufen natürlich besser in dieser Zeit. Wir befinden uns aber noch am Anfang unserer Reise. Wenn wir über Strukturen sprechen, dann sind diese auf allen Ebenen zu sehen: finanziell, personell, organisatorisch usw. Wenn du aufsteigen kannst, musst du es auch tun. Aber ich mahne ehrlicherweise auch, dass wir derzeit noch nicht drittligafähig sind und wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben. Wir wollen keine Fahrstuhlmannschaft sein, weshalb wir unbedingt vorbereitet sein müssen. Das ist keine Aufgabe von kurzer Frist, sondern ist monatelang harte Arbeit.

 

Zum Derby gegen den BV Cloppenburg konnte der VfB fast 3.800 Zuschauer begrüßen. Ist der VfB wieder sexy oder ist das eine Momentaufnahme, die dem Tabellenstand geschuldet ist?

Der VfB wird hübscher. Natürlich spielt uns auch der sportliche Erfolg in die Karten. Aber von nichts, kommt auch nichts. Dank unserer starken Medienpartner, die sehr umtriebig über den VfB berichten, sind wir stärker wahrnehmbar. Aber auch hier sind wir noch am Anfang unserer Reise und können noch mehr machen. Den Sponsoren haben wir kurzfristig Karten für ihre Mitarbeiter angeboten, die gut angenommen wurden. Das soll nur zeigen, dass wir Ideen haben müssen, Menschen wieder für den VfB oder einen Stadionbesuch zu begeistern.

 

Die Kulisse beim Spiel gegen den BVC war der beste Besuch in dieser Regionalliga-Saison, doch es gab auch einige Probleme, Stichwort lange Schlangen an der Kasse, lange Wartezeiten an den Cateringständen, die der Verein jetzt ja mehrheitlich selbst betreibt? Wie geht der VfB mit der daraus resultierenden Kritik um?

Lange Schlangen wirst du immer haben, wenn du noch keinen richtigen Vorverkauf bzw. die Print@Home-Tickets hast. Wir müssen Abläufe prüfen und schauen, wo wir uns verbessern können. Das Spiel gegen Cloppenburg war für uns auch ein Test, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen. Kritik zu üben ist vollkommen berechtigt und wird auch ernst genommen. Geschmäcker hingegen sind unterschiedlich; und da machen wir uns auch nichts vor, dass wir es allen sowieso nicht recht machen können. Wir haben am Sonntag gesehen, wo wir ansetzen müssen und haben die notwendigen Entscheidungen getroffen, um uns z.B. beim Catering zu verbessern. Wir lernen immer noch dazu und manchmal kommt es wie es kommen muss: alles ist vorbereitet, die Lager gut gefüllt und da sagen mittags drei Mitarbeiter ab. Darauf waren wir nicht vorbereitet, werden aber in Zukunft einen Plan B haben.

 

Beim VfB selbst sind alle Offiziellen zumindest öffentlich sehr zurückhaltend, wenn es etwa um Themen wie einem möglichen Aufstieg und damit einhergehend auch ein neues Stadion geht. Bewußt?

Ja, bewußt. Das ist die neue Art des VfB, die wir auch leben.

 

Die Zuschauerresonanz ist in dieser Saison gut und nimmt offenbar zu. Wie ist die Resonanz in der Wirtschaft? Wird der aktuelle Erfolg goutiert oder halten sich die Unternehmen noch zurück?

Wir hören positive Signale, aber auch noch eine Portion Skepsis. Das ist derzeit auch noch okay. Überzeugen und Vertrauen aufbauen ist unser Credo. Wir sprechen viel miteinander, sind umtriebig und viel unterwegs. Wir sind sehr guter Dinge, dass wir eine gute Zukunft vor uns haben, müssen aber weiterhin Geduld haben und durch positive Schlagzeilen auf uns aufmerksam machen.

 

Sie sind auch mit dem Anspruch angetreten, die VfB-Zitrone im Stadtbild deutlich wahrnehmbarer zu positionieren. Wie fällt ihr Zwischenfazit diesbezüglich aus?

Wenn die Fahne an der kaiserlichen Post wieder gehisst wird, dann bin ich zufrieden. Im Ernst: das kommt nicht von heute auf morgen. Wir sind schon gut sichtbar, aber haben definitiv noch Luft nach oben. Wer uns also Raum für Poster, große Plakate oder sonstige Wände für Riesenbanner zur Verfügung stellen kann, darf sich gerne bei uns melden. Auch das kann ein Weg sein, den VfB zu unterstützen.

 

Im Krombacher-Pokal hat der VfB das Halbfinale bereits erreicht. Gelingt im dritten Anlauf endlich der Sprung in den DFB-Pokal?

Dafür werden wir alles tun. Wir wollen ins Finale, was uns finanziell sehr viel weiter helfen würde. Zudem wird das Pokalfinale auch auf ARD übertragen. Es gibt nur gute Gründe, alles zu geben. Ich hoffe, wir kriegen ein Heimspiel zugelost, um Ostermontag von einer tollen Kulisse unterstützt zu werden. Dieses Spiel ist immens wichtig für die Zukunft des Vereins.

 

Wagen Sie eine Prognose, wo steht der VfB Oldenburg in der Winterpause – sportlich, aber auch mit Blick auf das Umfeld?

Wir werden oben stehen, da wir eine tolle Mannschaft haben mit tollen Spielern. Wir haben tolle Trainer und Betreuer, tolle Mitarbeiter, Fans und Sponsoren, die es verdient haben, oben zu stehen. Im Umfeld werden wir uns stetig weiterentwickeln und hoffen, mit dem VfB wieder mehr Menschen eine Heimat zu geben. Da wächst gerade etwas heran und wir spüren die Dynamik, da geht noch mehr.

 

 

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