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Regionalliga1:0 bei Eintracht Norderstedt in Unterzahl

1. November 2015
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Der Tabellenführer in der Fußball-Regionalliga-Nord heißt weiterhin VfB Oldenburg. Obwohl die Blauen nach einem Platzverweis gegen Miguel Canizales mehr als 80 Minuten in Unterzahl spielen mussten, siegten sie mit einer leidenschaftlichen Leistung 1:0 bei Eintracht Norderstedt. Kifuta Kiala Makangu erzielte in der 62. Minute den Siegtreffer.

Im Vergleich zur Vorwoche hatte Dietmar Hirsch seine Anfangsformation verändern müssen. Für den gelb-gesperrten Ivo Tomas durfte Marius Winkelmann beginnen. Er rückte ins Mittelfeld-Zentrum. Rechts startete Alessandro Ficara, links Thorsten Tönnies, während Kifuta Kiala Makangu als klassischer Mittelstürmer beginnen sollte. Bei den Gastgebern kam in der Innenverteidigung der Ex-Oldenburger Tim Petersen zum Zug, außerdem feierte Björn Nadler nach langer Verletzungspause sein Comeback.

 

Lautstark angefeuert von gut 200 mitgereisten VfB-Fans starteten die Blauen eigentlich gut ins Spiel. Doch nach neun Minuten gab es den ersten Aufreger. Kunath rauschte Tönnies derart regelwidrig in die Beine, dass um die Gesundheit des Oldenburger Kapitäns gefürchtet werden musste. Darüber hinaus wäre ein Platzverweis für den Norderstedter fraglos keine zu harte Entscheidung gewesen. Doch es kam ganz anders. Einige Oldenburger und Norderstedter Protagonisten fanden sich an der Seitenlinie ein und es kam zum verbalen Meinungsaustausch, in dessen Folge ein Kicker der Gastgeber den Bodenkontakt suchte. Schiedsrichter Eric Müller hatte Mühe, die aufgeregten Herren zur Ruhe zu ermahnen und kam nach einem kurzen Plausch mit seinem Assistenten zu der Auffassung, Kunath für sein Foul mit der gelben Karte zu bestrafen. Außerdem war er der Meinung, dass Miguel Canizales gut daran täte, seine Emotionen abzukühlen, allerdings außerhalb des Rasens. Zum Entsetzen der Oldenburger zeigte er Canizales die rote Karte. „Ich habe wirklich nichts gemacht“, war er auch nach dem Spielschluss noch stocksauer über die Entscheidung.

Selbige sorgte im Spiel der Oldenburger allerdings für zusätzliche Motivation. Dietmar Hirsch reagierte umgehend. Er stellte auf ein 4-1-3-1-System um, zog Tönnies in die Viererkette und ließ Ficara zentraler spielen. „Die Räume eng machen, klug verschieben und den Gegner immer wieder anlaufen“, lautete seine deutlich vorgetragene Aufgabenstellung an die Mannschaft. Eine Taktik, die perfekt funktionierte. Zwar war Norderstedt personell überlegen, machte daraus aber so gut wie nichts. Anspielstationen wurden vom VfB derart effektiv zugestellt, dass den Gastgebern allein lange Bälle blieben, um das Spiel nach vorne zu verlagern.

Die taktische und spielerische Einfallslosigkeit mag auch dazu beigetragen haben, dass die Stimmung bei der Eintracht nicht eben besser wurde. Tatsächlich ging es auf dem Rasen weiter ruppig zu, was Florian Stütz schmerzhaft zu spüren bekam. Warum Kunath, der den Oldenburger humorlos umgetreten hatte, dafür nicht mit der zweiten gelben Karte bestraft wurde, geht als Geheimnis in die Historie dieses sportlichen Wettstreits ein. Gelbe Karten gab es dennoch. Allerdings gegen den VfB. Erst wurde der starke Kamen Hadzhiev verwarnt, kurz darauf Stütz, der seinem Unmut über die Entscheidungen des Schiedsrichter Luft gemacht hatte. „Unfassbar“, zürnte Hirsch ob der Entscheidungen des Unparteiischen.

Seine Laune wäre sicher noch schlechter geworden, hätte Dominik Kisiel nicht einmal mehr seine große Klasse unter Beweis gestellt. In der 31. Minute kam Norderstedts Torjäger Jan Lüneburg aus der Drehung zum Abschluss, doch der VfB-Torhüter reagierte mit einem tollen Reflex. Niemand konnte ahnen, dass diese Szene letztlich die einzig nennenswerte Chance der Eintracht gewesen sein sollte. Der VfB stand defensiv beeindruckend sicher und suchte jetzt auch immer häufiger den Weg nach vorn. Alessandro Ficara zielte bei der besten Möglichkeiten allerdings am Tor vorbei (43.).

Nach dem Seitentausch sollte sich der Spielverlauf ändern. Mehr und mehr gaben die Blauen den Ton an, wurden trotz Unterzahl zur dominierenden Mannschaft auf dem Feld. Längst wollten sie sich nicht mehr allein damit bescheiden, die Null zu verteidigen. Vielmehr setzten die Oldenburger immer häufiger offensive Nadelstiche.

Als erster versuchte sich Florian Stütz aus der Distanz, zielte aber vorbei (55.). Kurz darauf allerdings lag der Ball im Tor. Stütz hatte einen Angriff über die rechte Seite eingeleitet, Marius Winkelmann perfekt in die Mitte geflankt, wo Kifuta Kiala Makangu Gegenspieler und auch Torhüter Ole Springer narrte und zum jetzt verdienten 0:1 traf (61.).

Jene Fans der Gastgeber, die nicht damit beschäftigt waren, sich im verbalen Schlagabtausch mit der Oldenburger Bank zu üben, hatten sicherlich eine Drangphase ihrer Mannschaft erwartet. Die allerdings fand offensiv überhaupt kein Mittel. Trainer Thomas Seeliger reagierte darauf mit einem Doppelwechsel (77.), nachdem zuvor beim VfB bereits Nils Laabs für Marius Winkelmann ins Spiel gekommen war (67.). Auf den Spielverlauf hatten die Wechsel keinen Einfluss. Norderstedt spielte weiter fast ausnahmslos lange Bälle. Die bärenstarke Oldenburger Deckung bedankte sich für die überschaubare Herausforderung und räumte vor allem in der Luft alles ab. Darüber hinaus fanden Franko Uzelac und Dominik Volkmer auch immer wieder Zeit, um das Offensivspiel ihrer Mannschaft anzukurbeln.

Elf Minuten vor Schluss brachte Dietmar Hirsch mit Lavdrim Ebipi auch den aktuellsten Neuzugang. Außerdem kam in der Schlussphase noch Antti Mäkijärvii für Kifuta Kiala Makangu ins Spiel, das weiter von Ruppigkeiten gekennzeichnet war. Jetzt allerdings holte sich auch der eine oder andere Norderstedter eine gelbe Karte ab. Am Ende brachte die Härte gar nichts. Der VfB hatte Spiel und Gegner im Griff und war dem zweiten Tor näher als die Gastgeber dem Ausgleich.

„Ich bin natürlich sehr zufrieden. Die Mannschaft hat das toll gemacht. Die Jungs haben alles rausgehauen und den Sieg total verdient“, freute sich Trainer Dietmar Hirsch nach dem Schlusspfiff. VfB-Vorstand Gerd Meyer war ähnlicher Ansicht. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die zu diesem verdienten Sieg bei einer Spitzenmannschaft geführt hat.“

Miguel Canizales haderte auch nach dem Spiel noch mit seinem Platzverweis. „Ich berühre ihn nicht, ich habe nichts gemacht. Das war eine Fehlentscheidung“, ärgerte sich der Oldenburger Abwehrspieler, der von Fans und Mitspieler als Stimmungsmacher auf den Zaun beordert wurde, um die Sieges-Humba anzustimmen.

„Du hast noch Kraft genug, ab mit Dir“, lautete die klare Ansage vom Trainer dazu.

Zahlen, Daten & Fakten

Eintracht Norderstedt: Ole Springer – Clifford Aniteye, Hamajak Bojadgian (77. Pablo Kunter), Marin Mandic (77. Marco Schultz), Jan-Philipp Rose – Tim Petersen, Nico Schluchtmann, Björn Nadler (58. Dane Kummerfeldt), Yayar Kunath – Ermir Zekjiri, Jan Lüneburg
Trainer: Thomas Seeliger

VfB Oldenburg: Dominik Kisiel – Dennis Engel, Franko Uzelac, Dominik Volkmer, Maycoll Canizales-Smith – Marius Winkelmann (67. Nils Laabs), Alessandro Ficara (79. Lavdrim Ebipi) – Kamen Hadzhiev, Florian Stütz, Thorsten Tönnies – Kifuta Kiala Makangu (87. Antti Mäkijärvi)
Trainer: Dietmar Hirsch

Tore: 0:1 Kifuta Kiala Makangu(63.)

Schiedsrichter/in: Eric Müller (FC Union 60) – Assistenten: Allen Chen (TuS Komet-Arsten), Tijan Njie (FC Union 60)
Zuschauer: 845

Gelbe Karte: Jan-Philipp Rose (2.), Yayar Kunath (5., gesperrt) / Kamen Hadzhiev (3.), Thorsten Tönnies (3.), Florian Stütz (7.)
Rote Karte: – / Maycoll Canizales-Smith (11.)

Foto: Speckmann

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