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RegionalligaSelbstbewusst ins Derby

11. November 2015
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Es ist das fraglos interessanteste Aufeinandertreffen, das die Regionalliga-Nord auch in dieser Spielzeit zu bieten hat. Der ewig junge Wettstreit zwischen dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg steht in aller Regel für voll besetze Ränge, tolle Stimmung und spannende Spiele. Der kommenden Sonntag wird da keine Ausnahmen machen, wenn die Blauen um 14 Uhr in der Hänsch-Arena vorstellig werden. Grund genug, den Gegner einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

Tabellensituation:
Der SV Meppen hat in 14 Spielen 27 Punkte angesammelt und belegt mit einem Torverhältnis von 21:11 aktuell Platz sechs. Klingt dürftig, ist es aber gar nicht, wenngleich die emsländischen Fußballfreunde ihre Euphorie über die gezeigten Leistungen aktuell noch ganz gut verstecken. Tatsächlich war der Sportverein von der deutsch-niederländischen Grenze in den vergangenen Jahren nach 14 Spielen nie erfolgreicher, was Trainer Christian Neidhart auch deutlich betont. Die Ausbeute könnte sogar noch größer werden, denn die Emsländer haben zwar aktuell zwölf Punkte Rückstand auf den VfB, aber auch noch die Spiele gegen Flensburg und die U23 von Hannover 96 nachzuholen. Bislang hat der SVM acht Spiele gewonnen, drei verloren und sich dreimal die Punkte geteilt. Allein das vorzeitige Aus im Krombacher-NFV-Pokal, aufgrund einer Niederlage beim Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder, trübt die Bilanz nachhaltig.

Personeller Umbruch: Zwölf Spieler haben die Emsländer im vergangenen Sommer verlassen, acht neue wurden verpflichtet. Eine Veränderung gab es zudem an der Seitenlinie. Christian Neidhart hat mit Mario Neumann einen neuen Co-Trainer an Land gezogen. Der ehemalige Profi wechselte vom BV Cloppenburg zum Nachbarn. Darüber hinaus war die sportliche Leitung bestrebt, den Kader gezielt zu verstärken. Vor allem beim Lüneburger SK wurden Neidhart und Kollegen dabei fündig. Patrick Posipal und der Ex-Oldenburger Muhamed Alawie wechselten aus der Heide an die Ems. Beide haben sich bereits als Stammspieler etabliert. Posipal kam in allen Spielen zum Einsatz und erzielte drei Tore. Alawie war 13 mal am Ball, hat 7 der insgesamt 21 Treffer markiert. Er ist damit bester Torschütze vor Max Kremer, der fünfmal getroffen hat und aufgrund seiner einsatzfreudigen Art zudem Publikumsliebling. Als guten Griff darf man grundsätzlich auch Erdogan Pini betrachten, den Neidhart aus der U23 des FC St. Pauli nach Meppen gelockt hat. Auch der in zwölf Spielen aufgebotene Dennis Strompen, aus der U23 des VfL Wolfsburg gekommen, hat sich als Stammspieler durchgesetzt.

Probleme:
Klar, das Pokal-Aus hat im Emsland seine Wirkung als Stimmungsbremse durchaus erzielt. Dass die Mannschaft noch nicht ganz oben dabei ist, mag den einen oder anderen Fußballfreund rund um Meppen auch nicht gerade motivieren. Mit Blick auf das Spiel gegen den VfB Oldenburg sind die Probleme des SVM allerdings eher personeller Natur. Max Kremer fehlte zuletzt, da verletzt. Sicher ausfallen werden gegen den VfB Viktor Maier, mittlerweile zu kirgisischen Nationalspielerehren gekommen und erneut berufen, sowie Martin Wagner, der sich beim 2:0 in Lübeck die gelb-rote Karte und damit eine Sperre eingefangen hat. Vor allem die Besetzung der linken Seite scheint für Trainer Christian Neidhart damit zur Tüftelei zu mutieren.

Stärken: Die Handschrift des Trainers ist klar erkennbar. Der SV Meppen im Jahr 2015 steht weniger für spektakulären Fußball, sehrwohl aber für Disziplin und defensive Kompaktheit. Neidhart, der unter Profibedingungen arbeiten kann, hat ein spielstarkes Ensemble geformt, das auch kämpferisch überzeugt. Die Mannschaft gönnt dem Gegner nur wenige Möglichkeiten, spielte zuletzt nach vorne aber durchaus einen schnellen, teils effektiven Fußball. Beim 2:2 gegen den BSV Rehden zeigte der SVM zudem Moral und holte einen 0:2-Rückstand auf.

Schwächen: Auf eigenem Platz hat Meppen zuletzt nicht überzeugt. Gegen den TSV Havelse hieß es 0:2 und auch gegen Rehden waren die Emsländer lange Zeit schwächer und lagen schon 0:2 zurück. Überhaupt ist die Heimbilanz mit vier Siegen, aber auch zwei Unentschieden und einer Niederlage nur in Maßen beeindruckend. Die ganze große Torgefahr haben die Emsländer bislang auch nicht entwickeln können. 21 Treffer haben sie in 14 Spielen erzielt. Das wirkt sich allerdings nicht nachhaltig negativ aus, weil die Mannschaft defensiv sehr gut steht. Probleme könnten die Ausfälle bereiten. Kremer war lange verletzt und ist, wenn er überhaupt spielen kann, sicher noch nicht in Topform. Das Angriffsspiel ist sehr auf Alawie zugeschnitten. Zuletzt kam Pini zwar besser zur Gelten, hat seine Topform aber auch noch nicht erreicht. Außerdem ist der Kader nicht sehr breit aufgestellt. In Lübeck hatte Neidhart fast nur Nachwuchskräfte auf der Bank.

Stärken: Ganz klar, die Abwehrarbeit. Die ganze Mannschaft ist läuferisch gut dabei, engagiert sich im Spiel gegen den Ball, das fängt schon beim sehr kampfstarken Top-Stürmer Alawie an. Die Mannschaft ist zudem erfahren und lässt sich auch von einem unruhigen Publikum nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Bejamin Gommert steht wieder im Kasten und strahlte beim Sieg in Lübeck viel Sicherheit aus. Der Trend aus den letzten beiden Spielen hat zudem für neues Selbstbewusstsein gesorgt.

Schlüsselspieler:
Natürlich wird die Oldenburger Deckung sich darauf zu konzentrieren haben, Alawie in den Griff zu bekommen und Pini nicht zu viel Raum zu lassen. Eine Schlüsselrolle hat allerdings dem Meppener Routinier Jens Robben inne. Der ehemalige Profi ist, freundlich ausgedrückt, auf dem Platz ein echtes Schlitzohr. Robben kennet alle Tricks und hat keinerlei Scheu, sie auch penetrant anzuwenden. Für seine Mitspieler mag der Freund deutlicher Wort manchmal durchaus ein anstrengender Zeitgenosse sein, für seinen Gegenspieler ist er es ganz sicher noch viel mehr. Robben steht klar für die kämpferische Note, er ist der Spieler, der seine Mannschaft emotionalisieren, die Fans aufheizen kann und das auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit tut. Dass er nur noch selten über 90 Minuten Höchstleistungen bringen kann und durch sein oft grenzwertiges Tun mit schöner Regelmäßigkeit am Rande eines Platzverweises wandelt, tut seiner Wichtigkeit keinen Abbruch. Bekommt der VfB Robben in den Griff, wäre das ein klarer Schritt Richtung Sieg.

Zuschauer: Früher hatte man den Eindruck, die Spitzengruppe der Liga müsse sich am Horizont der Tabelle bestenfalls schemenhaft abzeichnen, schon ist die Bude voll. Das ist Geschichte. Der SV Meppen, über Jahre hinweg ein Zuschauerkrösus der Regionalliga, begrüßt aktuell 1.274 Fans im Durchschnitt. Die Zurückhaltung der Fans wird sich im Derby natürlich relativieren. Allein aus Oldenburg werden deutlich mehr als 500 Anhängerinnen und Anhänger für Stimmung in der Arena sorgen. Darüber hinaus wird allen emsländischen Landwirten freier Eintritt gewährt.

Die Blauen: Mitte der Woche sah es gut aus, in personeller Hinsicht. Allein Maycol Canizales wird in Meppen zuschauen müssen. Er ist weiterhin gesperrt. Alle anderen Protagonisten rangeln um einen Platz im Kader. Offen ist, ob und in welchem Maße Trainer Dietmar Hirsch seine Formation verändert. Natürlich schaue er auch auf den Gegner, sagt Hirsch, weit mehr Bedeutung habe für ihn allerdings die eigene Linie. „Wir sind selbstbewusst genug, dass wir uns nicht nach anderen richten.“ Das letztlich klare 5:1 gegen die U23 des Hamburger SV hat zwar die Euphorie rund um die Blauen weiter geschürt, gleichwohl den Trainer nicht dazu verleitet, die Leistung zu verkennen. „Ich war nicht unzufrieden, habe aber auch einiges gesehen, was wir besser machen müssen“, sagt er.

Prognose: Aus tabellarischer Sicht ist der VfB als Spitzenreiter sicher nicht der Außenseiter. Doch welche Rolle spielt die Tabelle in diesem Derby? Richtig, keine! Die Fans werden für tolle Stimmung sorgen, das motiviert beide Mannschaften zusätzlich. Der Druck liegt sicher stärker beim SV Meppen, der sich keinesfalls eine Niederlage leisten kann, will er den Anschluss nach ganz oben nicht vorzeitig verpassen. Der VfB könnte das Spiel entspannter angehen, wird das aber kaum tun. „Es ist ein Derby und wichtig, gerade für die Fans. Das müssen wir alles reinhauen“, sagt der Trainer.

Liveübertragung: Fans, die am Sonntag keine Zeit haben, ihren VfB zu begleiten, müssen dennoch nicht auf Livebilder verzichten. Der NDR zeigt im Internet einen Livestream, ab 13.55 Uhr auf www.ndr.de

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