Bitte warten...

 

RegionalligaVereinTag 6 im türkischen Trainingslager

24. Januar 2016
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/14-1024x791.jpg

„Merhaba“, ja liebe VfB-Freunde, ihr lest richtig. Wir genießen noch immer die Zeit in der Türkei. Allerdings neigt sich unser Trainingslager dem Ende entgegen. Läuft alles nach Plan, stehen noch drei Trainingseinheiten sowie ein Testspiel auf dem Programm, sofern man den heutigen Tag mitzählt. Haben wir getan, wie ihr unserem Tagebuch entnehmen könnt.

Gestern war der Chef in Geberlaune. Unsere Jungs haben nach einem entspannten Strandlauf am Vormittag den Rest des Tages frei machen dürfen. Heute ist es mit der chilligen Auszeit vorbei. Die erste Einheit beginnt um 9.30 Uhr. Will sagen, auch die handverlesene Schar der Medienbegleiter muss die verdiente Nachtruhe früh beenden, um pünktlich neben (!) dem Trainingsplatz aufzudribbeln. Nicht zum ersten Mal freuen wir uns, beim Griff zur Garderobe doch die Winterjacke erwischt zu haben. Zwar suggeriert das Thermometer stattliche elf Grad Celsius, doch die warmen Sonnenstrahlen werden vom eisigen Wind nachhaltig relativiert. Der Vergügnungsfaktor beim Filmen und Fotografieren des sportlichen Tuns ist deshalb ausgesprochen eingeschränkt.

Tja, Vorbereitung ist eben alles, wie beim Anblick von Physio Niklas deutlich wird. Mit Sturmhaube trotzt er den Witterungsbedingungen. Unsere Physiotherapeutin Ulrike ist nicht weniger gut vorbereitet, ein dicker Schal und Handschuhe lassen sie entspannt lächeln. Man könnte glatt neidisch werden. Dafür bleibt aber keine Zeit, denn Co- und Athletik-Trainer Ronny Klause gibt Kommandos, die einem Militär-Ausbilder auf einem Kasernenhof zur Ehre gereichen würden. Es geht doch nichts über eine klare Ansage. Klappt.

Die Truppe arbeitet intensiv. Los geht es mit einer Laufeinheit, es folgen Stabilisations- und Sprungübungen. Ganz ehrlich, uns schlottern schon beim Zugucken die Knie und Ronny kennt keine Gnade. Weiter geht es mit den Deuserbändern und der eine oder andere Kicker dürfte sich wohl fühlen, wie ein Pferd, das eine Kutsche ziehen soll. Der Sinn des Tuns erschließt sich schnell. Es geht darum, das Sprintvermögen zu erhöhen. Die medialen Zeitzeugen haben selbiges ja gestern schon unter Beweis gestellt, als es darum ging, den Bus noch zu erreichen. Ergo können wir am Rand fachsimpeln und stellen fest, dass die Jungs einen guten Job machen. Dass es zeitgleich mit unserem Sprint gestern seismographische Ausschläge gegeben haben soll, ist selbstverständlich eine Erfindung der Medien. Scheint so, dass die hier zur Übertreibung neigen. Wir sind derart filigran gewesen, dass wir schon überlegt haben, beim Cheftrainer Ansprüche auf einen Platz in der Trainingsgruppe anzumelden.

Anschließend geht es auf den Hauptplatz und endlich kommt der Ball ins Spiel. Taktische Übungen stehen für die Feldspieler auf dem Programm, während Torwarttrainer Lukas in den Spuren von Boris Becker wandelt. Ausgestattet mit Tennisbällen und –schläger fehlt ihm eigentlich nur der Hartplatz. In Ermangelung eines solchen müssen eben unsere Torhüter ran und im Doppelplack versuchen, die kleinen gelben Filzkugeln abzuwehren.

Wir sind mittlerweile derart durchgefroren, dass die Vorfreude auf dem heißen Tee im Hotel ungeahnte Höhen erreicht. Dürfte unserer Truppe nicht anders gehen. Doch im Gegensatz zu den Blauen können wir uns am Nachmittag noch eine Auszeit gönnen, um auf Spionagetour zu gehen. Die Jungs dagegen sind nochmal dem eisigen Wind ausgesetzt, der ein kontrolliertes Training mit Ball kaum noch erlaubt.

Wir dagegen schnappen uns unser Mietauto und wagen einen Trip nach Antalya. Um es vorweg zu nehmen. Harald „Mehmet“ Willers hatte als nervenstarker Wagenlenker bereits Maßstäbe gesetzt, aber Chris-Ali steht ihm in nichts nach.
Klingt einfacher als es ist, denn unserem Eindruck zufolge gibt es in der Türkei keinerlei Verkehrsregeln. Jeder fährt, wie es ihm gerade in den Kram passt. Da interessiert die Fahrrichtung ebenso wenig, wie die Anzahl der Fahrspuren. Zwei Spuren? Dann passen locker vier Autos nebeneinander. Wichtigstes Utensil am und im Fahrzeug ist ohne Zweifel die Hupe. Blinker dagegen sind überbewertet, setzt niemand. Hupen und Vollgas, irgendeiner wird schon ausweichen. Puh, kann man mal machen, ist aber für ein westeuropäisches Nervenkostüm in etwa so dienlich, wie die Situation in den großen Shoppingmals. Hier wird jeder größere Laden bewacht und die Kunden müssen durch eine Sicherheitsschleuse, Typ Metaldetektor. Selbst bei der Einfahrt ins Parkhaus wird man kontrolliert, die Sicherheitsleute schauen sogar in den Kofferraum. Bei allem Spaß am Fußball, dergleichen macht nochmal deutlich, dass in unserer Welt viel zu viel falsch läuft.

Der Umsetzung unseres Plans tut das allerdings keinen Abbruch. Chris-Ali hat die Autofahrerkonkurrenz im Griff und man könnte fast den Eindruck gewinnen, er sei hier aufgewachsen. Fast schon magisch angezogen finden wir das Objekt der Begierde, die neue Arena in Antalya. Ja, das Dingen heißt wirklich Arena, hat aber viel mehr Ähnlichkeit mit einem (sorry) geilen Fußballstadion. Wir entern einen Parkplatz und riechen förmlich die Chance, die sich gerade bietet. Das Tor ist auf und schwups, sind wir drin im modernen Fußballtempel, der den heimischen Erstligisten beherbergt. Sensationell. Sowas wollen wir auch. Gut, für den Anfang reicht es eine Nummer kleiner.

stadion_antalya

Der Sinn eines Smartphones wird unmittelbar deutlich, denn zwischen Selfie und Panoramafoto vergehen nur Sekunden. Total geflasht lassen wir unserer Begeisterung freien Lauf und sehen uns im Geiste schon in der neuen Hölle von Donnerschwee über den Rasen flitzen, als uns eine Stimme fast schon frech aus allen Träumen reisst. „No photos“, tönt es streng von hinten. Wie jetzt? No Fotos? Echt? Der Mann in Uniorm nickt und schaut streng. „No photos“. Da hilft kein flehentlicher Blick. Wir versuchen ihn noch in eine Fachsimpelei zu verzetteln, nützt aber alles nichts. No Fotos. Gut. Wir geben uns ehrfürchtig und demütig und verlassen den Fußballtempel, allerdings mit einem megabreiten Grinsen, denn ganz Profi hatten wir die Bilder ja längst gemacht. Die Freude über einen Derbysieg gegen den wenig beliebten Rivalen aus dem Emsländischen wäre kaum größer.

Am Abend müssen wir übrigens noch feststellen, dass wir hier eine ganz feine Truppe am Start haben. Einmal davon abgesehen, dass unsere Spieler, Trainer und Betreuer immer für die Fans und uns ansprechbar sind, machen sie auch keinen Unfug. Im Nachbarort dagegen geht es wohl ab. Padernborn, so zumindest meldet es der Boulevard, feiert kräftig und leicht bekleidet. Harry, fahr den Wagen vor, da sollten wir mal reinschauen.

Noch ein Tipp in eigener Sache. Am Montagvormittag, um 11 Uhr soll das Testspiel gegen den Berliner AK stattfinden. Allerdings ist der Anpfiff fraglich, sofern der Sturm nicht nachlässt. Unser Freund Thomas von IMUSPORT will allerdings versuchen, einen alternativen, weil windgeschützteren Platz zu organisieren. Daumen drücken. Sollte gespielt werden, wird es auch einen Liveticker geben.

[fbalbum url=https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1269834913033441.1073741918.229753537041589&type=39]

https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/2014/06/vfb_logo.png
PARTNER
aktiv-irma
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/2020/10/BroetjeHeizung.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/2020/10/ROYALSandRICE.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/PH_weiss-160x160.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/2020/08/02_WIESE_Homepage_frei.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/2020/08/ÖVO-Logo_420px_weiss.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/GSG-1.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/Hoppmann-160x160.png
https://vfb-oldenburg.de/wp-content/uploads/GWS.png

VfB Oldenburg

VfB Oldenburg Fußball GmbH
Maastrichter Straße 35
26123 Oldenburg

E-Mail: geschaeftsstelle@vfb-oldenburg.de

© VfB Oldenburg GmbH 2020 | Webdesign by collanteart.com

Up!