3. LigaVereinGesichter des VfB: Stephan Wulf

28. November 2022
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Oldenburg/fs. Der VfB Oldenburg wird in der öffentlichen Wahrnehmung sehr oft auf seine Profifußballer reduziert. Dabei hat der Traditionsverein, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, rein sportlich viel mehr zu bieten. Neben Fußball etwa Tischtennis, Volleyball oder Cricket. Doch es sind weniger die Sportarten, die den VfB ausmachen, als vielmehr die Menschen, die sich für den Verein engagieren, teils seit Jahrzehnten, so wie Stephan Wulf, mit dem wir unsere kleine Serie „Blaue Gesichter“ starten.

Ja, man könne ihn durchaus als Kind von Donnerschwee bezeichnen, sagt Stephan Wulf und schmunzelt, wenn er an seine Anfänge bei den Blauen zurückdenkt. „Ich meine, es war 1978, als ich zum ersten Mal im Stadion gewesen bin“, erinnert sich der heutige Geschäftsstellenleiter an den ersten Spielbesuch. Spieler wie Gerold Steindor, Rudi Hagen, Peter Darsow oder Harald Witt schnürten seinerzeit die Fußballschluffen für den Oberligisten, der den jungen Oldenburger sofort in seinen Bann gezogen hat. „Ich war fasziniert. Das Stadion, man war ja unheimlich dicht dran am Spielfeld, die Stimmung, ach, das Gesamtpaket hat mich sofort gefesselt. Man kann sagen, dass ich mir damals den VfB-Virus eingefangen habe.“ Bis heute ist Stephan Wulf ein Blauer geblieben, hat mit „seinem“ Verein alle Höhen und Tiefen erlebt, teils sehr unmittelbar, aber der Reihe nach.

Fußball war im Hause Wulf immer ein großes Thema. „Mein Vater war regelrecht fußballverrückt, ein glühender HSV-Fan, was ich allerdings nie verstanden habe. Aber Fußball war bei uns an der Tagesordnung“, sagt der 60-Jährige lachend. 1970, in Mexiko spielten die Nationen mal wieder um den Weltpokal, wurde der Wecker gestellt, um in der Nacht die Spiele der Nationalmannschaft verfolgen zu können, „und mein Vater hat darauf bestanden, dass ich mit gucke.“ Natürlich hat er dann auch selbst gegen den Ball getreten, ganz ordentlich sogar. „Leider habe ich mich dann verletzt, musste pausieren und habe später erstmal mit Tischtennis angefangen.“ Ein Sport, den Stephan Wulf übrigens heute noch ausübt, natürlich beim VfB.

Seine aktive Laufbahn als Fußballer fand aber noch in der Jugend ihre Fortsetzung und sollte auch noch viele Spielminuten mit sich bringen. Beim SV Tungeln war er ebenso am Ball, wie später beim TuS Eversten. „Dort stand ich kurz vor dem Sprung in die erste Mannschaft, die damals im Marschwegstadion gespielt hat. In der Kreisliga, was für mich gleichbedeutend war mit der Bundesliga“, erinnert sich Wulf und muss erneut schmunzeln.

Bevor das Abenteuer VfB endgültig Fahrt aufnehmen sollte, wurde allerdings noch ein schwarz-gelbes Kapitel aufgeschlagen. Gemeinsam mit Jörg Rosenbohm, seit Kindertagen ein guter Freund, zählte Stephan Wulf zu den Gründungsmitgliedern des 1. FC Ohmstede. „Jörg ist ja auch fußballverrückt und wir haben damals nach einem alternativen Modell gesucht und letztlich mit dem FCO auch gefunden.“ Dem Verein ist Wulf auch heute noch emotional verbunden und durchaus ein klein wenig stolz darauf, dass die Schwarz-Gelben sich nicht nur als Sportverein etabliert haben, sondern auch eine wichtige soziale Rolle im Stadtnorden einnehmen.

Wie zuvor schon bei der Gründung des 1. FC Ohmstede spielten Stephan Wulf und Jörg Rosenbohm auch im Jahr 2004 einen außersportlichen Doppelpass. Der VfB Oldenburg war in personeller Not, eine neue Führung wurde gesucht und letztlich bei drei leidenschaftlichen VfB-Fans auch gefunden. „Thomas Rosier, der damals im Aufsichtsrat war, hat den Kontakt zu Jörg hergestellt. Gemeinsam mit Frank Lachmann haben wir dann letztlich zugestimmt und sind in den Vorstand berufen worden“, erinnert sich der heutige Geschäftsstellenleiter an seine blau-weißen Anfänge als Funktionär mit dem Aufgabengebiet Finanzen.

Wie Anspruch und Wirklichkeit oft auseinander liegen können, sollte sich dann allerdings auch schnell zeigen. „Der VfB war damals in vielerlei Hinsicht in einer schwierigen Situation. Wir hatten einerseits viele Ideen, was wir anders machen wollten, andererseits zum Glück aber auch tolle Partner, die uns dabei unterstützt haben.“ Vor allem Strukturverbesserungen waren ein großes Thema für den seinerzeit neuen Vorstand, dem es gelungen ist, Ideen zu echten Projekten zu machen. Der Bau des Funktionsgebäudes in Dornstede gehörte ebenso dazu, wie das Öffentliche Jugendleistungszentrum, das vom Oldenburger Unternehmer Thomas Grigoleit nachhaltig unterstützt worden ist. „Das war ein Glücksfall für den VfB. Davon profitieren wir heute und in Zukunft“, sagt Stephan Wulf. Auch Klaus Berster habe die „damals noch grünen Jungs aus der Kreisliga toll unterstützt.“

Die Anmutung von Abenteuer sollte in diesen Jahren länger vorhalten, nicht zuletzt auch befeuert durch einen weiteren Vertreter der Kategorie „fußballverrückt“: Joe Zinnbauer. Der Bayer, eine fraglos schillernde Persönlichkeit, passte perfekt zum neuen Vorstand und hauchte dem Traditionsverein nicht nur in sportlicher Hinsicht neues Leben ein. „Es war eine wirklich verrückte Zeit, die aber unglaublich viel Spaß gemacht hat, weil wir ein wirklich tolles Team gewesen sind. Der Vorstand, Joe, die Spieler, aber auch das Team von der Geschäftsstelle und viele andere Menschen.“

In jene Zeit fällt auch einer der schönsten Momente, die Stephan Wulf mit dem VfB verbindet. „Das Spiel gegen Holstein Kiel, wenn ich daran denke, bekomme ich noch immer Gänsehaut. Da habe ich zum ersten Mal daran geglaubt, dass wir den Sprung in den Profifußball schaffen können“, erinnert er sich an den damals spektakulären 3:2-Sieg über den Topfavoriten, der von fast 8.000 Fans im Marschwegstadion bejubelt wurde.

Tatsächlich sollte der VfB vor der Rückkehr auf die Bühne Profifußball noch viele Klippen zu umschiffen haben. Stephan Wulf selbst hat in vielerlei Hinsicht zum Gelingen beigetragen. Seiner Zeit im Vorstand folgte der Wechsel in die Geschäftsstelle, zudem engagiert er sich seit mehr als zehn Jahren auch als Leiter der Fußball-Abteilung. Ein Leben ohne den VfB Oldenburg? „Wenn ich ehrlich bin, ist das für mich kaum vorstellbar.“

Dazu trägt natürlich auch die Tatsache bei, dass der leidenschaftliche Fußball-Fan eine Frau an seiner Seite weiß, die die Liebe zum Fußball teilt, übrigens auch schon seit Kindertagen. „Meine Frau Birgit ist in einer Fußballerfamilie aufgewachsen. Ich habe damals ganz schön gestaunt, als Biggi mir erzählte, dass unser ehemaliger Mittelfeldspieler Frank Klobke ihr Bruder ist.“ Die Argumentation, warum am Wochenende das Stadion etwa dem Kino oder Museum vorgezogen wird, ist im Hause Wulf also vergleichsweise einfach.

Deutlich schwieriger gestaltete sich letztlich der Weg zurück in den Profifußball und der sollte für den Träger der goldenen Vereinsnadel noch einen ganz besonderen Moment bereithalten. Addy Menga, der ehemalige VfB-Stürmer, wurde dabei zum ganz persönlichen Glücksbringer. „Addy ist einer jener vielen tollen Menschen, die ich über den VfB kennengelernt habe und denen ich freundschaftlich verbunden bin. Er saß beim Rückspiel gegen Dynamo Berlin hinter mir und war in seinem Optimismus unerschütterlich. Als der Schiedsrichter dann abgepfiffen hat, konnte ich gar nicht realisieren, dass wir wirklich den Aufstieg n die 3. Liga geschafft haben“, erinnert sich Stephan Wulf, der offen zugibt, dann auch die eine oder andere Freudenträne vergossen zu haben. Das wiederum hat er ebenso wenig exklusiv, wie seine Leidenschaft für den VfB und seine Liebe zum Fußball. Die mag für andere Menschen schwer zu erklären sein, für Stephan Wulf hingegen nicht. „Ich liebe Fußball, denn dieser Sport überwindet Grenzen und ist einfach unheimlich verbindend, egal wo. Ob bei uns im Stadion oder auf dem Dobben, wo der Rechtswalt mit dem Azubi kickt.“

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