RegionalligaPhönix Lübeck lässt nichts unversucht

22. November 2023
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Oldenburg/fs. Fußball in Lübeck, da denken Fußballinteressierte zuerst an den VfB Lübeck. Sportlich sind die Grün-Weißen auch die Nummer eins in der Hansestadt. Doch der ältere Fußballclub der Stadt schickt sich an, zumindest hinsichtlich der Spielklasse gleichzuziehen. Der 1. FC Phönix Lübeck, 1903 und damit 13 Jahre vor dem Nachbarn gegründet, hat sich zur einem Meisterschaftsanwärter entwickelt.

In der vergangenen Saison hatten die selbsternannten Adlerträger noch gegen den Abstieg kämpfen müssen. Das wollte man an der Travemünder Alle offenbar nicht noch einmal erleben. Nicht nur der Trainer wurde getauscht, auch ein Großteil des Kaders wurde im Sommer sortiert, mit Erfolg. Vom Rostocker FC kam nicht nur Trainer Christiano Adigo nach Lübeck, er brachte auch einige Leistungsträger mit und hatte zudem eine klare Spielidee in petto, mit der seine Mannschaft in dieser Saison die Regionalliga aufmischt.

Beeindruckende 44 Tore hat Phönix Lübeck bereits erzielt. Klingt nach einem Offensivspektakel, doch die weit größere Stärke der Hansestädter ist ihre beeindruckend gute Defensive. Gerade mal 15 Gegentreffer hat Torhüter Carl Leonhard, die klare Nummer eins, bislang kassiert. Es ist der Ligabestwert. Zwingend zu erwarten war die starke Bilanz des aktuellen Tabellendritten nicht unbedingt, zumal das erste Saisonspiel bei Hannover 96 II mit 2:3 verloren wurde.

Dann allerdings starteten die Adler ihren Höhenflug und der hält an. Auf die Niederlage folgten drei klare Siege, unter anderem ein 7:0 über den SSV Jeddeloh II und ein 5:1 über den VfB Oldenburg, das die Blauen heute noch schmerzt.

Verloren haben die Lübecker seit der ersten sportlichen Niederlage dann lange nicht, zumindest nicht auf dem Rasen. Tatsächlich allerdings wurde ein 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli II in ein 0:5 umgewertet, weil Phönix einen nicht spielberechtigten Akteur nominiert hatte. Seitdem blieben die Adler aber über zwölf Spiele ungeschlagen, beeindruckten mit 5:0-Siegen in Flensburg und beim Bremer SV sowie einem 4:1 gegen den SV Meppen oder einem 4:0 in Spelle.

Dass Trainer Christiano Adigo, unstreitig der Vater des Erfolgs, einige Wochen erkrankt ausgefallen ist, blieb ohne Folgen. Sportchef Frank Salomon hatte an der Seitenlinie ähnlich erfolgreich gewirkt, sieht man von einem 1:3 gegen Holstein Kiel II ab. Dabei blieb Phönix nicht nur ohne Punkte, mit Kevin Ntika Bondombe kassierte auch ein absoluter Leistungsträger die rote Karte. Er dürfte auch im Marschwegstadion durch Ebrahim Farahnak ersetzt werden, der mit Obina Iloka die Innenverteidigung bildet. Rechts verteidigt Corvin Bock, links meist Jan Lippegaus.

Im zentralen Mittelfeld ist Julian Meier unverzichtbar. An seiner Seite agieren zumeist Johann Berger, Jonathan Stüver oder, wie beim 5:0 auf dem Panzenberg, Vladyslav Kraiev.

Enormes Tempo bringt die Offensive auf den Rasen. Bester Torschütze ist mit zehn Treffern Vjekoslav Taritas, sechs Tore und sieben Vorlagen hat Leander Fritzsche aufzuweisen. Ergänzt wird das Offensivtrio durch Valdemar Sadrifar. Zudem steht in Haris Hyseni ein torgefährlicher Ersatz parat, der auch schon fünfmal getroffen hat.

Sportlich ist Phönix Lübeck sicher ein Meisterschaftsanwärter. Fraglich ist jedoch, ob der Verein auch die mit einem möglichen Drittliga-Aufstieg verbundenen Rahmenbedingungen erfüllen kann. Finanziell, so der Eindruck, ist man beim FC Phönix gut aufgestellt, doch es fehlt eine passende Spielstätte. Das Stadion am Flugplatz, in dem die Adler grundsätzlich kicken möchten, reicht schon in der Regionalliga nicht immer aus und auch der städtische Buniamshof ist nicht drittligatauglich. Bleibt die Frage, ob die sportliche Nummer eins aus der Hansestadt, der VfB Lübeck, dem Nachbarn Unterschlupf gewähren würde.

Gedankenspiele in diese Richtung wird man sich in der Hansestadt machen, denn aus Richtung der Geldgeber ist bereits vernommen worden, dass man im Falle der sportlichen Qualifikation das Abenteuer 3. Liga auch angehen wolle. Die Mannschaft hat geliefert, anfänglich für Erstaunen gesorgt und ist längst ein ernsthafter Titelkandidat. Dass man nichts unversucht lässt, zeigt auch die Tatsache, jetzt einen außersportlichen Gang vor das Amtsgericht Bremen anstrengt, um hier die aktuell noch verlorenen Punkte aus dem Spiel gegen St. Pauli II einzuklagen.

Auf den VfB Oldenburg wartet unabhängig von diesen Gedankenspielen eine schwere Aufgabe. Einerseits muss man Lücken in der Defensive finden, andererseits das schnelle Umschaltspiel der Gäste unterbinden. Ein Kunststück, das den Blauen zuletzt gelungen ist, auch dank der lautstarken Unterstützung der Fans.

Cheftrainer Fuat Kilic wird einmal mehr nicht auf den ganzen Kader zurückgreifen können. Neben Sebastian Mielitz fallen auch Justin Plautz, Christopher Buchtmann und Pascal Richter weiterhin aus. Dennoch haben die Oldenburger in den vergangenen Wochen gezeigt und das deutlich, dass sie Ausfälle kompensieren können. Die Mannschaft verfolgt nicht nur eine Spielidee, sondern begeistert ihre Fans auch mit Einsatz und Kampfgeist. Das Zusammenspiel zwischen den Zuschauerinnen und Zuschauern und den Spielern ist fast perfekt, der Funke springt über. Das soll auch am Sonntag so sein, und zwar mehr denn je.

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